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Author Topic: Martin Dinges mal wieder  (Read 773 times)

Eulophon

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Martin Dinges mal wieder
« on: February 06, 2018, 05:32:42 PM »

Für die üblichen Verdächtigen.  8)


http://www.deutschlandfunkkultur.de/medizinhistoriker-martin-dinges-was-steckt-hinter-dem.1008.de.html?dram:article_id=388646

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Interview / Archiv | Beitrag vom 14.06.2017

Medizinhistoriker Martin Dinges
Was steckt hinter dem Streit um die Homöopathie?


Martin Dinges im Gespräch mit Liane von Billerbeck

Eine Mutter gibt ihrem Kind ein homöopathisches Mittel. (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Gespräche und Globuli statt vieler Tabletten – dieser Ansatz der Homöopathie missfalle vor allem den Lobbyisten der Pharmaindustrie, meint der Medizinhistoriker* Martin Dinges von der Bosch-Stiftung. Er kritisiert auch Versuche, mit denen die Unwirksamkeit von Globuli bewiesen werden soll.

Über Globuli und deren Wirkung auf kranke Menschen wird heftig gestritten – es gibt erbitterte Gegner und enthusiastische Befürworter. Mit den Facetten dieses Themas befasst sich derzeit der 72. Homöopathische Weltärztekongress in Leipzig. Mit dabei ist  Martin Dinges, stellvertretender Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin bei der Stuttgarter Robert-Bosch-Stiftung.

Die Homöopathie fülle eine Lücke in der medizinischen Versorgung, betont Dinges im Deutschlandfunk Kultur – und zwar sowohl auf Patienentseite als auch auf Ärzteseite. Sie diene darüber hinaus auch der Beförderung eines gesunden Lebensstils.

Dinges ging auch auf die zunehmende Beliebtheit dieses Heilverfahrens bei Patienten und auf die Position der Kritiker ein. Die Skeptiker stammten seiner Ansicht nach vor allem aus Kreisen der Pharmaindustrie, so Dinges:

"Wenn immer mehr Patienten - und das ist ja nicht nur in Deutschland so, es ist in Frankreich so, es ist in Italien so, in vielen anderen Ländern - diese Art der Medizin nachfragen, dann entgehen natürlich dem Pharmaunternehmen Verkäufe von Medikamenten. Und wir wissen aus großen Schweizer Studien von den Krankenkassen, niederländischen Studien auch, dass die Homöopathie etwas günstiger ist ökonomisch. Aber es wird mehr Zeit auf das Gespräch gelegt und weniger für Medikamente ausgegeben. Und das ist natürlich etwas, was den Anbietern gar nicht gefällt."

Globuli, homöopathisches Arzneimittel. (imago / Christian Ohde)Globuli, ein homöopathisches Arzneimittel. (imago / Christian Ohde)

Dinges kritisierte auch die Art und Weise, in der medizinische Versuche zum Beweis der Unwirksamkeit von Globuli durchgeführt werden würden:

"Und wenn Sie sich ansehen, wer die Skeptiker sind, die zunächst in London und dann in Athen und in Sydney immer diesen gleichen Versuch gemacht haben - also man lässt ein paar Leute in weißen Kitteln Globuli nehmen und sagt dann, das wirkt nicht, obwohl Hahnemann, der Erfinder der Homöopathie nie** behauptet hat, dass wenn man Globuli nimmt, dass das sofort was bewirken soll -, dann sind das zufällig genau die Leute, die vorher auch ganz gut verdient haben bei Gutachten mit der Pharmaindustrie."



Das Interview im Wortlaut:

Liane von Billerbeck: Über Globalisierung wird viel geredet. Wir wollen heute über Globulisierung reden und die Wissenschaft, die sich mit den Globuli befasst, die trotz oder wegen extremer Verdünnung auf den menschlichen Körper wirken. Die Homöopathie: Seit hundert Jahren gibt es sie, verbunden mit dem Namen Samuel Hahnemann, und seitdem umstritten, wie vieles, das hilft, von dem mancher aber nicht versteht, warum das so ist.

In Leipzig findet dieser Tage der 72. homöopathische Weltärztekongress statt. Martin Dinges ist dabei, der stellvertretende Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin, der Stuttgarter Robert-Bosch-Stiftung, und er befasst sich seit einem Vierteljahrhundert mit der Homöopathie. Jetzt ist er am Telefon, schönen guten Morgen!

Martin Dinges: Guten Morgen, Frau von Billerbeck!
Gesunder Lebensstil ist Teil der homöopathischen Therapie

Billerbeck: Über kaum etwas wird so heftig gestritten wie über die Homöopathie und ihre Kügelchen. Zuerst also die Frage: Warum werden solche Mittel überhaupt verlangt?

Dinges: Ja, sie werden verlangt, weil offenbar zwei Drittel der deutschen Patienten finden, dass sie es nützlich finden können und zwei Drittel der deutschen Ärzte, der Allgemeinärzte, sie bei Gelegenheit anwenden. Deshalb kann man daraus also schließen, dass es offenbar einen Bedarf gibt, und das scheint mir auch der entscheidende Punkt zu sein: Sie haben einerseits sich direkt auf die Globuli bezogen. Homöopathie ist ja sehr viel mehr.

Zu einem Behandlungssystem gehört ja auch die Diätetik dazu, also die Beförderung eines gesunden Lebensstils, und das ist sicher ein Teil der Therapie, der bei anderen therapeutischen Systemen eine geringere Rolle spielt. Weiterhin haben Sie sich auf Wissenschaft bezogen. Und da leidet die öffentliche Debatte unter einer vollständigen Verengung des Wissenschaftsbegriffs. Es wird so getan als ginge es da nur um gewissermaßen eine mechanistische Form, in der man kurzzeitige Wirkungen eines Medikaments auf einen mechanistisch vorgestellten Körper nachweisen müsste, in diesen Doppelblindstudien.

Wenn man sich aber Versorgungen anguckt, also das gesamte Verhältnis von Arzt und Patient – es kommt ja in der Regel ein Mensch mit Krankheiten, mit Beschwerden zum Arzt und möchte eine Besserung erreichen –, wenn man also sowohl die Globuli als auch das Gespräch mit dem Arzt als auch die sonstigen therapeutischen Empfehlungen beachtet, dann sieht es da für die Homöopathie gar nicht schlecht aus.

Und  man versteht dann, warum viele Patienten offensichtlich die Versorgung der Homöopathie nachfragen, warum viele Ärzte sich dafür entscheiden, denn man muss sich ja klarmachen, Ärzte werden in Deutschland als Schulmediziner - und zwar ausschließlich als Schulmediziner - an den Universitäten ausgebildet. Und sie müssen sich nachher entscheiden, diese Spezialisierung als zusätzliche Ausbildung zu machen. Und das heißt ja, sie müssen auch als Ärzte mit etwas unzufrieden sein, was sie in ihrer Behandlungspraxis erlebt haben.

Der Begründer der Homöopathie Christian Friedrich Samuel Hahnemann (rechtefrei)Der Begründer der Homöopathie Christian Friedrich Samuel Hahnemann (rechtefrei)

Homöopathie füllt Lücken in der medizinischen Versorgung

Billerbeck: Das heißt ja, Sie sprechen da von einer Lücke in der medizinischen Versorgung...

Dinges: Ja.

Billerbeck: Sowohl auf Patientenseite als auch auf Ärzteseite. Wenn die Homöopathie diese Lücke füllt, muss man sich doch wundern, dass es immer wieder so heftige, oft erhitzte Debatten um die Homöopathie gibt. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Dinges: Ja, ich wundere mich überhaupt nicht darüber, denn es ist ja tatsächlich irritierend, dass der Wirkmechanismus, vor allen Dingen der hochverdünnten Arzneien, der ist bis heute wissenschaftlich, naturwissenschaftlich nicht belegbar, aber nur der der hochverdünnten. Man verwechselt das auch immer. Es gibt ja auch die anderen Potenzen.

Ansonsten ist es sehr einfach: Wenn immer mehr Patienten – und das ist ja nicht nur in Deutschland so, es ist in Frankreich so, es ist in Italien so, in vielen anderen Ländern – diese Art der Medizin nachfragen, dann entgehen natürlich dem Pharmaunternehmen Verkäufe von Medikamenten. Und wir wissen aus großen Schweizer Studien von den Krankenkassen, niederländischen Studien auch, dass die Homöopathie etwas günstiger ist ökonomisch, aber es wird mehr Zeit auf das Gespräch gelegt und weniger für Medikamente ausgegeben. Und das ist natürlich etwas, was den Anbietern gar nicht gefällt.

"Die Skeptiker sind Lobbyisten der Pharmaindustrie"

Und wenn Sie sich ansehen, wer die Skeptiker sind, die zunächst in London und dann in Athen und in Sydney immer diesen gleichen Versuch gemacht haben – also man lässt ein paar Leute in weißen Kitteln Globuli nehmen und sagt dann, das wirkt nicht, obwohl Hahnemann, der Erfinder der Homöopathie nie** behauptet hat, dass wenn man Globuli nimmt, dass das sofort was bewirken soll –, dann sind das zufällig genau die Leute, die vorher auch ganz gut verdient haben bei Gutachten mit der Pharmaindustrie.

Also es ist offensichtlich, warum es diese Debatte geben muss, warum sie angezettelt wird, weil es einfach Interessen gibt, die dort tangiert werden, wenn viele Patienten sich für eine Therapie entscheiden, die mehr auf Gespräch setzt, die weniger Arzneimittelkosten produziert – sehr deutlich weniger, wie wir wissen – und zu größerer Zufriedenheit geführt und außerdem im Vorher-Nachher-Vergleich deutliche Verbesserungen produziert. Das ist natürlich eine Herausforderung an ein System, das ansonsten gerne sehr viel, sehr schnell verschreibt.

Und dann – Sie wissen das –, wir haben immer mehr alte Leute, wir haben immer mehr chronische Krankheiten, dann werden mehrere Arzneien gleichzeitig verschrieben, und man weiß gar nicht, wie die auf die Dauer wirken. Sie sind getestet für eine kurze Akutbehandlung, werden aber über Jahre angewandt. Und erst jetzt fängt man überhaupt an, ernsthaft gegen diese Multimedikation etwas zu tun, indem man das beobachten und aufschreiben und von den Medizinern dokumentieren lässt.

Bronzedenkmal des Dichterpaars Bettina und Achim von Arnim im Berliner Arnimpark (dpa / picture alliance / Manfred Krause)Bronzedenkmal des Dichterpaars Bettina und Achim von Arnim im Berliner Arnimpark (dpa / picture alliance / Manfred Krause)

Bettina von Arnim und ihr homöopathsiches Patientennetzwerk

Billerbeck: Herr Dinges, es ist ja bekannt, dass man auch nicht genau weiß, was diese konventionellen Mittel, und gerade wenn mehrere parallel genommen werden, was die bewirken. Und ich habe auch in der Vorbereitung gelesen, auf unser Gespräch, dass Deutschland da ein bisschen ungewöhnlich ist. Es gibt in anderen Ländern ja durchaus ein viel offeneres Verhältnis, mit denen Sie sich auch beschäftigt haben, in Indien zum Beispiel.

Aber Sie sind ja auf dem homöopathischen Weltärztekongress und halten da einen Vortrag, und der hat mich dann doch überrascht: Sie haben nämlich ein Thema gewählt – ich vermute, das wissen viele Menschen nicht, wir heißen ja Deutschlandfunk Kultur –, Sie berichten da nämlich über ein von Bettina von Arnim gegründetes Patientennetzwerk und ihre Empfehlung der Homöopathie. Das war frühes, Mitte des 19. Jahrhunderts. Klären Sie uns auf!

Dinges: Sehen Sie, der Ärztekongress, der bezieht sich in seinem Hauptthema ja auf das Netzwerk der Ärzte für Patienten. Und da ich immer finde, das Wichtigste ist, sich zu überlegen, was kommt denn für die Patienten raus? Da habe ich mir gedacht, na, dann rede ich über ein Patientennetzwerk, bei dem die Schriftstellerin Bettina von Arnim, nachdem sie sich davon überzeugt hatte, dass Homöopathie sinnvoll sein könnte, 1828 begonnen hat, sie weiterzuempfehlen. Und zwar deshalb, weil ja für diese Alternativmedizin es immer sehr wichtig ist, dass die Patienten sie nachfragen. Bettina von Arnim lebte damals in Berlin, ihr Mann hat das Landgut bewirtschaftet, und deswegen unterhielten sie sich über alles Mögliche, und wir können das schön aus diesen Briefen entnehmen. Ich habe mich gefragt, wie funktioniert sowas?

Wir wissen heute, es wird unter Freunden empfohlen, in der Familie, aber dann will man natürlich herausfinden, welche Freunde sind es, woher kommen sie?  Und dann wird das weiterempfohlen an den Schwager, den Justizminister von Savigny, der probiert es aus, andere sind skeptischer. Sie empfiehlt dann Selbstmedikation, sie empfiehlt, man solle zu Ärzten gehen.

Mittel für Savigny, Blechen und Schinkel

Es gab in Berlin damals 200 Ärzte, aber nur einen durchreisenden Homöopathen, den die Leute dann ausprobiert haben und kritisch verglichen haben, was kann er, was kann er nicht? Uund das Ergebnis war eben so, dass viele gefunden haben, damals, 1828: Uns nützt das. Wir haben, der Savigny, weniger Kopfschmerzen zum Beispiel und ähnliche Probleme, und im Laufe ihres Lebens hat sie dann weiter sich dafür engagiert.

Sie hat dann Schinkel, den berühmten Baumeister in Berlin, in späten Jahren als Patienten gewonnen; Blechen, den Künstler; sie hat ihrer Familie in Frankfurt und ihren Verwandten, den Bankiers Bentheim und anderen die Homöopathie empfohlen. Und alle haben es, oft nach Zögern, doch probiert und waren im Großen und Ganzen angetan.

Sie hat selbst es durchsetzen können, dass ihre Tochter, als sie in Frankfurt bei der Familie zu Besuch war, homöopathisch behandelt wird. Und sie hat dann einen Typhus überstanden, während der Cousin, also ihr Neffe, leider dabei gestorben ist. Also sie hat viel solcher Erfahrungen gesammelt, von der praktischen Seite dafür argumentiert.

Achim von Arnim war sehr viel skeptischer. Der hat sich zwar auch dann das "Organon" bestellt, also das grundlegende Werk der Homöopathie und hat das gelesen, aber hat es lange nicht so ausprobieren wollen, und schließlich und endlich dann doch mal, aber er war also vorsichtiger.

Billerbeck: Jetzt zählen Sie gleich alle auf, Herr Dinges! Soweit kommen wir nicht. Wir wollen ja auch noch, dass der Ärztekongress noch Ihren kompletten Vortrag hört. Ich danke Ihnen erst mal für dieses Gespräch über die Homöopathie. Ich glaube, das hat viele Leute neugierig gemacht, gerade das Letzte, was Sie über Bettina von Arnim erzählt haben. Danke, Herr Dinges!

Dinges: Das freut mich sehr! Vielen Dank für das Gespräch!

Billerbeck: Ja, ich danke Ihnen auch und wünsche Ihnen einen schönen Tag!

Dinges: Ihnen auch, Frau von Billerbeck!

(*) In der ersten Textversion war die Berufsbezeichnung von Martin Dinges falsch.
(**) In der ersten Textversion fehlte sinnentstellend das Wort "nie". Dafür entschuldigen wir uns.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. DLFKultur macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Mehr zum Thema

Homöopathie-Debatte - "Globuli zeigen doch Wirkung"
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 07.03.2017)

Homöopathie in der Diskussion - "Da wirkt nichts!"
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 06.03.2017)

Homöopathie - Der Streit um die Globuli
(Deutschlandfunk Kultur, Zeitfragen, 29.09.2016)

Nachrichten aus dem Sommerloch - Mit Kügelchen gegen Schaum vor dem Mund
(Deutschlandfunk Kultur, Länderreport, 31.08.2016)

Deutschlandradio © 2009-2018
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Thymian

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Re: Martin Dinges mal wieder
« Reply #1 on: February 08, 2018, 06:18:27 PM »

Der gehört mir.


Sushi!


http://www.deutschlandfunkkultur.de/medizinhistoriker-martin-dinges-was-steckt-hinter-dem.1008.de.html?dram:article_id=388646

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Interview / Archiv | Beitrag vom 14.06.2017

Medizinhistoriker Martin Dinges
Was steckt hinter dem Streit um die Homöopathie?

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Der Dinges mal wieder. Ist schon ein halbes Jahr her, es könnte auch ein Jahr und es könnten zehn Jahre sein, es ist immer die gleiche Leier, immer die gleiche abgedroschene Masche. So abgedroschen, daß es mir nicht schwer fällt, dem Dinges die Bezeichnung Historiker rundweg abzusprechen.


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Martin Dinges im Gespräch mit Liane von Billerbeck

Eine Mutter gibt ihrem Kind ein homöopathisches Mittel. (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)
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Es ist ein "Gespräch". Das heißt: da haben zwei herumgebrabbelt und hinterher wurde außer der Tonaufnahme auch noch ein Transkript gemacht. Das Transkript ist in einer Webseite, der, die wir vor uns haben, und in dieser Webseite sind auch Bilder. Was sieht man?

Das sieht man: "Eine Mutter gibt ihrem Kind ein homöopathisches Mittel. (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)"

Eine Mutter, also eine Vorzeigeheilige und Vorbildfigur gibt einem Kind homöophantastischen Zuckerkram. Muß man natürlich nachmachen, in die Apotheke rennen oder in den Supermarkt, und sofort homöophantastische Zuckerkugeln kaufen!

Wieso kommt die Kulturabteilung des Deutschlandfunks auf die perverse Idee, ausgerechnet für die Esoterikindustrie solche perfide Reklame zu machen? Ist es Dummheit oder steckt dahinter kalkulierte oder berechnete Absicht oder Interessen?


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Gespräche und Globuli statt vieler Tabletten – dieser Ansatz der Homöopathie missfalle vor allem den Lobbyisten der Pharmaindustrie, meint der Medizinhistoriker* Martin Dinges von der Bosch-Stiftung. Er kritisiert auch Versuche, mit denen die Unwirksamkeit von Globuli bewiesen werden soll.
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Vor der Wiedergabe des Gesprächs bringt die Deutschlandfunke eine kurze Übersicht. Natürlich kritiklos. Wer bis dahin liest, und wer wird schon weiterlesen, für den ist damit die Sache klar und der Dinges ein guter Kerl und Homöopathie superphantastisch. Auf diese Weise wird aus einem höchstproblematischen Laberartikel schon mit den ersten Zeilen eine Reklame für Homöopathie. Gelernt ist eben gelernt. Als Journalist beherrscht man diese Masche aus dem Effeff.


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Über Globuli und deren Wirkung auf kranke Menschen wird heftig gestritten – es gibt erbitterte Gegner und enthusiastische Befürworter. Mit den Facetten dieses Themas befasst sich derzeit der 72. Homöopathische Weltärztekongress in Leipzig. Mit dabei ist  Martin Dinges, stellvertretender Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin bei der Stuttgarter Robert-Bosch-Stiftung.
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"erbitterte Gegner und enthusiastische Befürworter" gibt es, so, so... Warum die Gegner so wütend sind, wird nicht gesagt. Schon die Wortwahl  "enthusiastische Befürworter" und die bekannte esoterische Verteufelung der Homöopathiegegner machen die Sache klar:

Gegner = schlecht
Befürworter = gut

Und wieder ein Tritt vor das Schienbein der Homöopathiegegner...


Den Kongreß und den anderen Nippes können wir hier ignorieren. Das würde bloß ablenken.


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Die Homöopathie fülle eine Lücke in der medizinischen Versorgung, betont Dinges im Deutschlandfunk Kultur – und zwar sowohl auf Patienentseite als auch auf Ärzteseite. Sie diene darüber hinaus auch der Beförderung eines gesunden Lebensstils.
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Aus dem Handbuch "Bullshit-Bingo für Homöopathie-Mafiosi" werden wir in zwei Sätzen bedient mit

1. Homöopathie ist notwendig, weil sie eine Lücke in der medizinischen Versorgung füllt.
2. Diese Funktion erfüllt sie sogar doppelt: für Ärzte und für Patienten.
3. Homöopathie dient der "Beförderung eines gesunden Lebensstils".

Der letztere Punkt ist mir neu. Hat sich einer der Reklamestrategen der Homöopathie-Mafia eine neue Masche ausgedacht? Man muß sich das mal vorstellen: Da wird eine vom Gesetzgeber als Herstellungsmethode (und nicht etwa als Medizin!) von Flüssigkeitsgemischen oder Pulver- oder Pastengemischen plötzlich als der "Beförderung eines gesunden Lebensstils" förderliche medizinische Therapie bezeichnet. Ja, was denn nun, Herstellungsmethode oder Medizin!?

Wirr ist das alles, wirr, wirr und nochmals wirr. Aber in seiner Wirrheit so dargeboten, daß es als positive Reklame für Homöopathie wirkt. Gelernt ist eben gelernt. Als Journalist beherrscht man diese Masche aus dem Effeff. Als Historiker allerdings sollte man derlei Mist tunlichst unterlassen. Deswegen, ich sagte es schon, spreche ich dem Martin Dinges die Bezeichnung Historiker ab.


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Dinges ging auch auf die zunehmende Beliebtheit dieses Heilverfahrens bei Patienten und auf die Position der Kritiker ein.
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"die zunehmende Beliebtheit dieses Heilverfahrens" ? VON WEGEN! Homöopathie ist laut Gesetz eine rein mechanische Herstellungsmethode und darf gar nicht zu speziellen medizinischen Therapien angeboten werden.

Und was heißt hier überhaupt "die zunehmende Beliebtheit"? Das ist immer und immer wieder die gleiche Leier: eine selbsterfüllende Prophezeihung. Die wird immer und immer wieder behauptet und die Leute sollen glauben, das sei ja so im Trend, die anderen Leute wüßten es, es ist gut, "das muß du auch haben"! Beschiß ist das, ganz einfach Beschiß.

Wie kann ein Historiker sich solcher Mittel bedienen? Ich sag's ja: Für mich ist Dinges keiner! Eben deshalb nicht.


[*quote*]
Dinges ging auch auf die zunehmende Beliebtheit dieses Heilverfahrens bei Patienten und auf die Position der Kritiker ein. Die Skeptiker stammten seiner Ansicht nach vor allem aus Kreisen der Pharmaindustrie, so Dinges:
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Kritiker ist eine Sache, Skeptiker eine andere. Wir sind Kritiker, aber Skeptiker sind wir nicht. Skeptiker sind jene Wuselhäuptlinge, die durch die Gegend rauschen, wieder und wieder ein neues Schwein durchs Dorf treiben und dabei herumgackern wie ein Haufen Hühner auf dem Hof.

"Die Skeptiker stammten seiner Ansicht nach vor allem aus Kreisen der Pharmaindustrie, so Dinges". Da verhebt er sich aber kräftig. Und wie er sich da verhebt. Alle die vielen Skeptiker stammen aus den Kreisen der Pharmaindustrie? Ingenieure, Physiker, und so weiter und so weiter, eine riesige Menge Leute, alle sollen sie in Wahrheit von der Pharmaindustrie sein? Laut dem neuen NetzDG ist Martin Dinges ein Fall für den Kadi, denn solche Verleumdungen und Hetzreden, wie er sie von sich gibt, sind nunmehr justiziabel.

Aber lassen wir neue potentielle juristische Konsequenzen für Dinges ruhig beiseite. Es gibt noch etwas ganz anderes: die wissenschaftliche Reputation. Jemand, der so hetzt wie Dinges, der hat keine. Kein seriöser Wissenschaftler würde so einen hanebüchenen Unsinn daherreden wie Dinges es tut.

Dazu muß man den Dinges außerdem aus einer anderen Perspektive betrachten: Wer bezahlt IHN denn!?

[*quote*]
Mit dabei ist  Martin Dinges, stellvertretender Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin bei der Stuttgarter Robert-Bosch-Stiftung.
[*/quote*]

Durchgeknallte zu reiche Leute, die nicht genug Hirnleistung hatten um dem Blödsinn Homöopathie nennenswerten mentalen Widerstand zu leisten, haben per Stiftung Geld ihrer Firma dazu verdammt, für Homöopathie Reklame zu machen. Arme Firma.

Und was macht die Stiftung? Per Dienstauftrag macht sie Reklame für Homöopathie. Also muß Martin Dinges, wes Brot ich eß, des Lied ich sing, auftragsgemäß, für Geld, Reklame machen. Claus Fritzsche und Harald Walach sind doch nicht die einzigen Mietmäuler für Homöopathie.

Und was sagt er da, für Geld?

Das sagt er:

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Die Skeptiker stammten seiner Ansicht nach vor allem aus Kreisen der Pharmaindustrie, so Dinges:
[*/quote*]

"Si tacuisses!", kann ich da nur sagen.


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"Wenn immer mehr Patienten - und das ist ja nicht nur in Deutschland so, es ist in Frankreich so, es ist in Italien so, in vielen anderen Ländern - diese Art der Medizin nachfragen, dann entgehen natürlich dem Pharmaunternehmen Verkäufe von Medikamenten.
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Ja, ja, immer die gleiche Leier. Immer die Neid-Keule schwingen. Daß die Homöopathie-Hersteller selbstverständlich verkaufen wollen und daß Homöopathie ein Milliarden-Markt ist, das verschweigt Dinges wohlweislich.


Gucken wir uns das aber nochmal an:

[*quote*]
"Wenn immer mehr Patienten - und das ist ja nicht nur in Deutschland so, es ist in Frankreich so, es ist in Italien so, in vielen anderen Ländern - diese Art der Medizin nachfragen, dann entgehen natürlich dem Pharmaunternehmen Verkäufe von Medikamenten.
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Wieso soll den Pharmaunternehmen Geld entgehen? Dinges läßt schon wieder etwas wohlweislich unter den Tisch fallen: daß Homöopathie ergänzend gegeben werden soll. Das heißt: daß die normalen Medikamente gegeben werden (wozu sie selbstverständlich gekauft werden müssen, der Pharmaindustrie also kein Geld entgeht) und die Homöopathischen Mittel ZUSÄTZLICH. Letzteres werden unter anderem die homöopathischen Ärzte zu behaupten nicht müde. Warum? Weil sie mit dieser Masche abtauchen und so tun als ob homöopathische Mittel,  auf dem Rang eines Placebos, weder Schaden anrichten noch Medikamente der wissenschaftlichen Medizin verdrängen.

Der Roßtäuschertrick bei der Sache: Die Medikamente der wissenschaftlichen Medizin bewirken eine Verbesserung des Gesundheitszustands des Kranken, meist eine vollständige Heilung. Diese Verbesserung schreiben die Homöopathen aber ihrem homöophantastischen Zauberzeug zu. Wie auch immer sie das abrechnen, am liebsten privat, so oder so sind es zusätzliche Leistungen, die zusätzlich bezahlt werden müssen. Homöopathie bringt ihnen mehr Geld in die Kasse. Abzocke ist, es hinterhältige Abzocke.


Man sieht: die Einen reden so und die Anderen reden so. Die Einen hängen ihr Mäntelchen so in den Wind und die Anderen anders. Wobei sich beide Gruppen ganz erheblich widersprechen!

An dieser Stelle, wo wir den Martin Dinges gerade haben, da bläst er in das Horn der Marktverdrängung: Homöopathische Mittel verdrängen wissenschaftliche Medikamente.

Die Ärzte hingegen müssen so tun als ob sie korrekt behandeln, also mit wissenschaftlicher Medizin, und die Homöopathie bloß obendrauf käme.

Ganz schön übel, diese rhetorischen und abrechnungsmäßigen Schweinereien der Homöopathie-Mafia.


Dinges macht weiter in seiner Litanei:

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Und wir wissen aus großen Schweizer Studien von den Krankenkassen, niederländischen Studien auch, dass die Homöopathie etwas günstiger ist ökonomisch. Aber es wird mehr Zeit auf das Gespräch gelegt und weniger für Medikamente ausgegeben. Und das ist natürlich etwas, was den Anbietern gar nicht gefällt."
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Dinges haut in die bekannte Kerbe "Homöopathie kostet weniger Geld". Das paßt zu den bekannten Neid-Hetzen. Esoteriker sprühen davon geradezu.

Mit dieser Neid-Hetze wurden Krankenkassen dazu gebracht, spezielle Homöopathie-Programme zu starten. Im Dezember 2017 fiel die TechnikerKasse damit auf die Nase:

CHARITE_BULLSHIT: Homöopathie-Studie mit Daten der Techniker-Kasse
http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=9400.0

Homöopathie ist nämlich teurer als wissenschaftliche Medizin. Das konnte Dinges im Juni 2017 natürlich noch gar nicht wissen. Oder doch? Wie würde Martin Dinges heute zurückrudern?



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Globuli, homöopathisches Arzneimittel. (imago / Christian Ohde)Globuli, ein homöopathisches Arzneimittel. (imago / Christian Ohde)
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Eines der typischen Symbolbilder darf natürlich nicht fehlen. So richtig mickriger Bild-Zeitungs"Journalismus". Dem Deutschlandfunk ist kein Klischee zu blöd...


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Dinges kritisierte auch die Art und Weise, in der medizinische Versuche zum Beweis der Unwirksamkeit von Globuli durchgeführt werden würden:

"Und wenn Sie sich ansehen, wer die Skeptiker sind, die zunächst in London und dann in Athen und in Sydney immer diesen gleichen Versuch gemacht haben - also man lässt ein paar Leute in weißen Kitteln Globuli nehmen und sagt dann, das wirkt nicht, obwohl Hahnemann, der Erfinder der Homöopathie nie** behauptet hat, dass wenn man Globuli nimmt, dass das sofort was bewirken soll -, dann sind das zufällig genau die Leute, die vorher auch ganz gut verdient haben bei Gutachten mit der Pharmaindustrie."
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Die Versuche mit 10^23 sind total dumm. Man kann den Skeptikenr sagen, was man will, sie können es nicht lassen und machen sich mit ihrem albernen "Selbstversuch" (Überdosis homöopathischer Mittel) lächerlich. Da hat Martin Dinges ausnahmsweise recht. Wenn er dann aber wieder hetzt "dann sind das zufällig genau die Leute, die vorher auch ganz gut verdient haben bei Gutachten mit der Pharmaindustrie", erzählt wieder seinen üblichen hanebüchenen Mist. Ein seriöser Wissenschaftler würde das nie tun.


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Das Interview im Wortlaut:

Liane von Billerbeck: Über Globalisierung wird viel geredet. Wir wollen heute über Globulisierung reden und die Wissenschaft, die sich mit den Globuli befasst, die trotz oder wegen extremer Verdünnung auf den menschlichen Körper wirken. Die Homöopathie: Seit hundert Jahren gibt es sie, verbunden mit dem Namen Samuel Hahnemann, und seitdem umstritten, wie vieles, das hilft, von dem mancher aber nicht versteht, warum das so ist.
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Die Billerbeck ist Journalistin? Ich weiß nicht, ich weiß nicht.

Ahnung hat sie keine. Von wegen "hundert Jahre". Homöopathie gibt es seit circa 1800. Das sind grob gepeilt 220 Jahre.

"wie vieles, das hilft, von dem mancher aber nicht versteht, warum das so ist". Das ist eindeutig eine wahrheitswidrige Darstellung, Homöopathie würde wirken.

Damit ist die Billerbeck als Journalistin durchgefallen.


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In Leipzig findet dieser Tage der 72. homöopathische Weltärztekongress statt. Martin Dinges ist dabei, der stellvertretende Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin, der Stuttgarter Robert-Bosch-Stiftung, und er befasst sich seit einem Vierteljahrhundert mit der Homöopathie. Jetzt ist er am Telefon, schönen guten Morgen!
[*/quote*]

Das hatten wir schon.


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Martin Dinges: Guten Morgen, Frau von Billerbeck!

Gesunder Lebensstil ist Teil der homöopathischen Therapie

Billerbeck: Über kaum etwas wird so heftig gestritten wie über die Homöopathie und ihre Kügelchen. Zuerst also die Frage: Warum werden solche Mittel überhaupt verlangt?
[*/quote*]

Die Billerbeck macht dem Dinges eine Vorlage. Diese Vorlage ist natürlich hintertücksch: "Warum werden solche Mittel überhaupt verlangt?" Wer sagt, denn, daß die verlangt werden? Die Kranken marschieren in die Apotheke, zählen ihre Wehwehchen auf, und sagen dann "Dagegen hätte ich gerne etwas." So ist das.


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Dinges: Ja, sie werden verlangt, weil offenbar zwei Drittel der deutschen Patienten finden, dass sie es nützlich finden können und zwei Drittel der deutschen Ärzte, der Allgemeinärzte, sie bei Gelegenheit anwenden. Deshalb kann man daraus also schließen, dass es offenbar einen Bedarf gibt, und das scheint mir auch der entscheidende Punkt zu sein: Sie haben einerseits sich direkt auf die Globuli bezogen. Homöopathie ist ja sehr viel mehr.
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Lügen mit Statistik, und dann auch noch auf eine so primitive Weise...

"Dinges: Ja, sie werden verlangt, "

Verlangt? Wann? Wo? Von wem? Warum verlangt? Von sich aus verlangt oder bei Angebot durch einen Apotheker?

Tatsache: Man geht in die Apotheke und der Apotheker betet Einem statt sinnvoller Mittel seinen Warenbestand an Homöopathika runter, meist unter Auslassung der Tatsache, daß es sich um homöophantastischen Zauber handelt. Erst beim Auspacken stellt man dann fest, daß es homöophtantastischer Mist ist, der Einem angedreht wurde. Die diesbezügliche Bosheit der Apotheker ist jenseits aller Kritik.


"weil offenbar zwei Drittel der deutschen Patienten finden, "

Finden? Echt? Wie denn? Auf welche Frage antworten sie denn? Was genau sagen sie?


"dass sie es nützlich finden können"

Nützlich? Echt? Was genau sagen sie? Sagen sie, daß sie es nützlich fänden, wenn man ihnen ein Mittel gäbe, das wirkt? Wobei sie nicht ahnen, daß sie unwirksamen Schrott untergejubelt bekommen?


"und zwei Drittel der deutschen Ärzte, der Allgemeinärzte, sie bei Gelegenheit anwenden."

Bei welcher Gelegenheit denn? Doch nicht etwa bei der Gelegenheit, wo die Halbgötter in Weiß die Patienten ruhigstellen wollen und ihnen irgendwas verschreiben, damit sie irgendwas einwerfen können, damit sie glauben, daß der Arzt sich um sie kümmern täte?

Eine Statistik über die diesbezüglichen Neigungen der Weißkittel würde Erschreckendes zutage fördern. Deshalb macht auch Keiner die Statistik. "Das Ergebnis dieser Statistik würde Dinge enthalten, die Sie verunsichern könnten." Oh, ja!


Dinges wieder:

[*quote*]
Deshalb kann man daraus also schließen, dass es offenbar einen Bedarf gibt, und das scheint mir auch der entscheidende Punkt zu sein: Sie haben einerseits sich direkt auf die Globuli bezogen. Homöopathie ist ja sehr viel mehr.
[*/quote*]

Darf man das schließen? Natürlich nicht! Dinges wirft irgendwelchen völlig zusammenhanglosen Schmonzes in den Raum, und dann, dann tut er daraus etwas schließen. So bescheißt man die Leute. Genau so. Ach, der Herr Martin Dinges ist übrigens Historiker. Ich kann das gar nicht glauben...

Vor allem das stößt mir übel auf:

[*quote*]
Sie haben einerseits sich direkt auf die Globuli bezogen. Homöopathie ist ja sehr viel mehr.
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Wer hat sich wann, wie und wo und warum DIREKT auf die Globuli bezogen?

Dinges macht noch eine hintervotzige Überleitung:

[*quote*]
Homöopathie ist ja sehr viel mehr.
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Homöopathie ist mehr? Seit wann das denn?


Dinges:

[*quote*]
Zu einem Behandlungssystem gehört ja auch die Diätetik dazu, also die Beförderung eines gesunden Lebensstils, und das ist sicher ein Teil der Therapie, der bei anderen therapeutischen Systemen eine geringere Rolle spielt.
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Diätetik rührt er in den großen Kochtopf rein. Sieh mal Einer an... ! Auf wessen Mist ist denn das gewachsen? Im Homöopathischen Arzneibuch ist davon nämlich gar keine Rede. Laut Gesetz ist Homöopathie eine Herstellungsmethode, nur eine Herstellungsmethode und nichts sonst!


Auftritt des Dorfschamanen. Martin Dinges ist sein Name::

[*quote*]
Weiterhin haben Sie sich auf Wissenschaft bezogen. Und da leidet die öffentliche Debatte unter einer vollständigen Verengung des Wissenschaftsbegriffs.
[*/quote*]

Die " Verengung des Wissenschaftsbegriffs", sogar eine vollständige"! Kennen wir das nicht von irgendwem? Natürlich, einer mit Namen Harald Walach tönt auch so hohl, vor allem aus dem Blechzylinder, in dem man mit Hellsehen akademische Titel zusammenfaseln kann... 

Immer wieder schön, was das TG-1 im Fundus hat.

http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=6486.msg17311#msg17311

[*quote*]
------------------------------------------------------------------------------------------
http://www.fostac.ch/de/docs/kurse/kozyrev-prinzip-masterarbeit-dr.med.-peter-conrad-2011.pdf

[*/quote*]
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Institut für Transkulturelle Gesundheitswissenschaften
Masterstudiengang "Komplementäre Medizin -
Kulturwissenschaften - Heilkunde"


Masterarbeit

Der Kozyrev-Spiegel in der Praxis

Gutachter:
Prof. Dr. Dr. Harald Walach
Prof. Dr. Stefan Schmidt[/b]

Dipl.-Med. Peter Conrad
Facharzt für Orthopädie
Uckermarkstraße 70
12621 Berlin
[*/quote*]


In der Literaturliste der "Masterarbeit" ist Hartmut Müller mit "Global Scaling" gleich zweimal enthalten.

[*quote*]
Müller, Hartmut, 2000: Global-Scaling: Die globale Zeitwelle; raum&zeit
107/48 - in raum&zeit special 1, 5. Aufl. 2005, S. 46-57

Müller, Hartmut, 2009: Widerspiegelung des Bewußtseins in der Global
Scaling Gesetzmäßigkeit; Vortrag Berlin 28.11.2009 - Kongreß für Bewußtseinsforschung
[*/quote*]

Aber das ist noch harmlos. In der "Zusammenfassung" der völlig unhaltbaren Werkelei unterirdischer Qualität kommt als erstes: HARTMUT MÜLLER! Und das in einer "Masterarbeit", einer angeblich wissenschaftlichen Arbeit zur Erlangung eines akademischen Titels...

[*quote*]
8. Zusammenfassung

Meinen ersten Kontakt mit dem Kozyrev-Spiegel verdanke ich H. Müller: “Wer
lange leben möchte, sollte also seinen Lebensrhythmus nicht zu sehr
verlangsamen lassen. Eine weniger konventionelle Art, dem Resonanztod ein
Schnippchen zu schlagen entdeckten ... Kosyrev und Nasonov.”

Ein Kozyrev-Spiegel kann in seinem Inneren einen Raum-Zeit-Kanal öffnen.
Die bekannteste Form repräsentiert einen Aluminium-Zylinder.
Einleitend stelle ich Kozyrevs Zeitwellen-Theorie vor. Dabei stellt sich die Zeit
als eine aktive Kraft, als unabhängige physikalische Größe dar, welche alle
Ereignisse schafft, indem sie Ursache und Wirkung in Beziehung setzt.
Die Fragestellung des experimentellen Teils meiner Arbeit lautet: Kann ein
Kozyrev-Spiegel die intuitiven Fähigkeiten eines Probanden verbessern ? Zu
diesem Zweck wurde eine Versuchsvorrichtung konstruiert, welche ein doppelt
verblindetetes Ziffernraten von 0 bis 9 in 2 Testarmen - mit verdeckten und mit
offenen Spiegelpositionen - ermöglichte. Insgesamt 22 Probanden konnte ich
für den Test rekrutieren. Alle testeten in beiden Testarmen und lieferten damit
880 auswertbare Einzelergebnisse.
Als Ergebnis zeigte sich eine signifikante Erhöhung der Trefferquote im
Testarm “offen” beim Kozyrev-Spiegel. Der “verdeckte” Testarm zeigte dagegen
keinerlei Signifikanz.
Damit ergibt sich eine Diskrepanz bezüglich der Wirkung des Kozyrev-Spiegels
in den beiden Testarmen.
Zur Erklärung derselben beziehe ich die Theorie der “nichtklassischen
Pseudomaschinen” und die Generalisierte Quantentheorie in die Diskussion
ein.
Im abschließenden 2. Diskussionsteil stelle ich ein Gedankenmodell zur
Integration der Zeit(energie) in Burkhard Heims vereinheitlichter Feldtheorie zur
Diskussion.
[*/quote*]

------------------------------------------------------------------------------------------
[*/quote*]

Hartmut Müller ist gerichtsbekannt. Ein verknackter Betrüger, so richtig mit Urteil und Flucht und Wiedereinfangen und so weiter.

Harald Walach hat sich da, vorsichtigst gesagt, nicht sehr helle verhalten. Harald Walach ist neben Claus Fritzsche eines der bekanntesten Mietmäuler der Homöopathie-Hersteller. Sein Leerstuhl ist stiftungsbezahlt von der Industrie. Auch Martin Dinges wird von der Industrie bezahlt. Diese Ähnlichkeit, oh, diese Ähnlichkeit!!! Und nicht bloß die vom Hahnemann!

Aber zurück zur "erweiterten Wissenschaft". Das ist die, wo es Dinge gibt, die es nicht gibt. Mit der kann man Dinge zaubern, die es real nicht gibt. Wenn die Zuckerkugeln nicht wirken, dann zaubert man einfach die Wirkung. Schon ist sie da!


Dinges zaubert so:

[*quote*]
Weiterhin haben Sie sich auf Wissenschaft bezogen. Und da leidet die öffentliche Debatte unter einer vollständigen Verengung des Wissenschaftsbegriffs. Es wird so getan als ginge es da nur um gewissermaßen eine mechanistische Form, in der man kurzzeitige Wirkungen eines Medikaments auf einen mechanistisch vorgestellten Körper nachweisen müsste, in diesen Doppelblindstudien.
[*/quote*]

"mechanistische Form", au, das ist böse! Das ist das gemeine Prinzip von Ursache und Wirkung. Esoteriker verfluchen es auch als "lineares Denken".

"in der man kurzzeitige Wirkungen eines Medikaments auf einen mechanistisch vorgestellten Körper nachweisen müsste" Eben! Wenn eine Wirkung behauptet wird, muß sie auch nachweisbar sein. Man muß sie zählen können. Das muß reproduzierbar sein. Zu blöd, daß bei Homöopathie das nie funktioniert. Bis auf eines: daß keine Wirkung da ist. Oh, ist das peinlich...


Dinges wieder:

[*quote*]
Wenn man sich aber Versorgungen anguckt, also das gesamte Verhältnis von Arzt und Patient – es kommt ja in der Regel ein Mensch mit Krankheiten, mit Beschwerden zum Arzt und möchte eine Besserung erreichen –, wenn man also sowohl die Globuli als auch das Gespräch mit dem Arzt als auch die sonstigen therapeutischen Empfehlungen beachtet, dann sieht es da für die Homöopathie gar nicht schlecht aus.
[*/quote*]

Verstanden? Nein? Nochmal lesen!

[*quote*]
Wenn man sich aber Versorgungen anguckt, also das gesamte Verhältnis von Arzt und Patient – es kommt ja in der Regel ein Mensch mit Krankheiten, mit Beschwerden zum Arzt und möchte eine Besserung erreichen –, wenn man also sowohl die Globuli als auch das Gespräch mit dem Arzt als auch die sonstigen therapeutischen Empfehlungen beachtet, dann sieht es da für die Homöopathie gar nicht schlecht aus.
[*/quote*]

Homöopathie wirkt nicht. Aber der ganze andere Zauber, der Charme des Arztes und seine Beschwaflungskunst, der stellt die Kranken ruhig und induziert in ihnen den Glauben, es ging ihnen besser. Und dann, "dann sieht es da für die Homöopathie gar nicht schlecht aus." Ja, ja, das ist das bekannte Schema: andere Dinge wirken lassen, und dann behaupten, die Homöopathie hätte es gerichtet. Ein richtig dicker Beschiß.


[*quote*]
Und  man versteht dann, warum viele Patienten offensichtlich die Versorgung der Homöopathie nachfragen, warum viele Ärzte sich dafür entscheiden, denn man muss sich ja klarmachen, Ärzte werden in Deutschland als Schulmediziner - und zwar ausschließlich als Schulmediziner - an den Universitäten ausgebildet.
[*/quote*]

Das ist gelogen. Zerlegen wir das erst mal in zwei Teile:

Zweiter Teil:

[*quote*]
Ärzte werden in Deutschland als Schulmediziner - und zwar ausschließlich als Schulmediziner - an den Universitäten ausgebildet.
[*/quote*]

Das ist gelogen. Homöopathie wird in Universitäten als Unterrichtsfach angeboten. Das gesamte Curricuum ist teilweise ein hahnebüchener Mist. Da ist nichts mit "ausschließlich als Schulmediziner"!



Frisch eingefangen bei Twitter: eine offizielle Prüfungsgfrage aus dem Wintersemester 2016/2017. Über Homöopathie. Im Fach Allgemeinmedizin. Ganz schön pervers!


Jetzt zum ersten Teil:

[*quote*]
Und  man versteht dann, warum viele Patienten offensichtlich die Versorgung der Homöopathie nachfragen
[*/quote*]

Nachfragen? Warum nachfragen? Die Kranken fragen doch nur dann, wenn man ihnen eine Karotte vor die Nase hält, und zwar so vor die Nase hält, daß sie geradezu danach greifen müssen. Insider wissen natürlich, wie man das macht. Das wird richtig gut geübt in Rhetorikkursen. Das Stichwort: "Modus Operandi". Das ist die Art des Vorgehens. Wie macht man etwas um ein gewünschtes Verhalten zu erreichen? Mit anderen Worten: Wie führt man einen Kranken wie einen Tanzbären an der Nase?

Modus Operandi, die Art des Vorgehens, auch als Kunst der Gesprächsführung gepriesen, ist hintervotzige Demagogie.

Und dann? JA, DANN! Dann ist es doch ganz einfach: "DU WOLLTEST ES DOCH AUCH!"

So läuft das ab. Nach dem hintervotzigen, miesen Schema der Trickbetrüger. Was anderes sind sie ja auch nicht. Trickbetrüger.


Nochmal dieser kleine Schnipsel am Stück:

[*quote*]
Und  man versteht dann, warum viele Patienten offensichtlich die Versorgung der Homöopathie nachfragen, warum viele Ärzte sich dafür entscheiden, denn man muss sich ja klarmachen, Ärzte werden in Deutschland als Schulmediziner - und zwar ausschließlich als Schulmediziner - an den Universitäten ausgebildet.
[*/quote*]

Wusch! Und schon hat der Martin Dinges die Zuhörer auf's Glatteis geführt. Auf welches, das wissen wir ja jetzt...


[*quote*]
 Und sie müssen sich nachher entscheiden, diese Spezialisierung als zusätzliche Ausbildung zu machen. Und das heißt ja, sie müssen auch als Ärzte mit etwas unzufrieden sein, was sie in ihrer Behandlungspraxis erlebt haben.
[*/quote*]

Na klar, sind die unzufrieden. Mit Homöopathie machen sie mehr Geld. Also her damit! Her mit dem Geld und her mit der Homöopathie, damit das Geld heranrollt! Viel müssen sie nicht dafür tun. Bloß die Leute zuschwafeln und immer wie Tanzbären am Nasenring führen. Genau daran kann man sie wunderbarst erkennen. Weil sie immer nur die gleichen blöden Tricks drauf haben.


[*quote*]
Der Begründer der Homöopathie Christian Friedrich Samuel Hahnemann (rechtefrei)Der Begründer der Homöopathie Christian Friedrich Samuel Hahnemann (rechtefrei)
[*/quote*]

Der Deutschlandfunk entblödet sich nicht, in Bild-Zeitungs-Manier noch ein sinnloses Klischee-Foto reinzujubeln.


Die Billerbeck hält dem Dinges noch eine Vorlage hin:

[*quote*]
Homöopathie füllt Lücken in der medizinischen Versorgung

Billerbeck: Das heißt ja, Sie sprechen da von einer Lücke in der medizinischen Versorgung...
[*/quote*]

Die hat sie anscheinend bei ihm gelesen. Also tut sie ihm den Gefallen, ihm etwas hinzuhalten, worauf er anspringen muß. Alte Journalistenmasche.


[*quote*]
Dinges: Ja.

Billerbeck: Sowohl auf Patientenseite als auch auf Ärzteseite. Wenn die Homöopathie diese Lücke füllt, muss man sich doch wundern, dass es immer wieder so heftige, oft erhitzte Debatten um die Homöopathie gibt. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?
[*/quote*]

Toll. Die Billerbeck hält ihm die Vorlage hin und der Dinges sagt bloß "Ja." Worauf der Billerbeck nichts anders einfällt als aus dem Gedächtnis (oder vom Freßzettel abgelesen) das vorzutragen, was der Dinges im Programm hat...


Zusammengefaßt:

1. eine Lücke in der medizinischen Versorgung

2. sowohl auf Patientenseite als auch auf Ärzteseite

Da ist aber gar keine Lücke. Es ist ein mittels Tricks induzierter Markt. Man bringt die Leute dazu, hinter etwas herzulaufen. Den Patienten wird vorgegaukelt, sie bekämen wirksame Medizin. Die Ärzte werden gelockt mit locker-leicht-kannste-selbst-im-Vollrausch und hier-gibts-die-Kohle.

Nicht vergesssen: Wir haben es mit Trickbetrügern zu tun. Die arbeiten so.

Da lügt Dinges schon wieder:

[*quote*]
Dinges: Ja, ich wundere mich überhaupt nicht darüber, denn es ist ja tatsächlich irritierend, dass der Wirkmechanismus, vor allen Dingen der hochverdünnten Arzneien, der ist bis heute wissenschaftlich, naturwissenschaftlich nicht belegbar, aber nur der der hochverdünnten. Man verwechselt das auch immer. Es gibt ja auch die anderen Potenzen.
[*/quote*]

Genau hingucken! Ganz genau hingucken. Man verliest sich da ganz, ganz schnell.

Dinges macht zwei Tatsachenbehauptungen:

1. Der Wirkmechanismus der hochverdünnten Arzneien ist bis heute wissenschaftlich nicht belegbar, aber nur der der hochverdünnten.

2.  Es gibt ja auch die anderen Potenzen.

Genau hingucken! Dinges redet vom Wirkmechanismus! Er redet nicht von der Wirksamkeit!

Tatsache ist: Wenn das Zeug hochverdünnt ist, ist keine pharmazeutische Wirkung vorhanden. Das ist wissenschaftlich nachweisbar. Eben das hauen die Skeptiker den Homöopathen um die Ohren.

Dinges sagt aber auch das: "Es gibt ja auch die anderen Potenzen." Welche sind das denn? Natürlich die nur schwach oder gar nicht verdünnten Substanzen! Die haben selbstverständlich eine pharmazeutische Wirkung.

Dinges lügt durch Vertauschen, durch Verdrehen, durch Ablenken, und so weiter.  Der Wirkmechanismus ist nämlich sowas von egal. Die Wirksamkeit, die ist entscheidend bei einem Medikament. Ich gebe 1000 Leuten das Medikament und allen 1000 Personen geht es anschließend besser. DAS ist eine Wirksamkeit. Leider ist das ein frommer Wunsch, weil die Erfolgsquote in der realen Welt nicht so hoch ist und von Medikament zu Medikament sehr verschieden ist. Aber sie ist da. Es gibt sie. Sie ist nachweisbar. Man kann sie messen. Man kann die Fälle auszählen. All das unterschlägt Martin Dinges tolldreist. Er redet von einer Lücke in der medizinischen Versorgung.  Diese Lücke kann doch nur in wirksamen Medikamenten bestehen. Und dann, dann schwafelt er über einen Wirkmechanismus. Der interessiert niemanden.

Auch dieses rhetorische Getrickse ist Standardrepertoir der Homöopathen und ihrer Mietmäuler.

Nochmal der zweite Punkt:

"Es gibt ja auch die anderen Potenzen."

Einfach so dahingeworfen, und kein Otto Normalverbraucher weiß, was das bedeutet. Es bedeutet, daß es homöopathische Mittel gibt, die sogar unverdünnte Rohtinktur enthalten! Darüber ist im TG-1 einiges zu finden. Aber ich leih  mir mal dieses Beispiel aus einem Blog aus:

http://ariplex.com/folia/archives/1350.htm

[*quote*]
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2014 habe ich folgende Salbe entdeckt, welche die Urtinktur in unverdünntem und nicht geschlagenem Zustand enthält in 5 Gramm auf 100 Gamm, also 5 Prozent NICHTDYNAMISIERTE Urtinktur. Ich halte das für Betrug, weil diese Salbe als homöopathisches Arzneimittel verkauft wird, obwohl ein klarer Bruch der Grundregeln der Homöopathie besteht. In der Liste der Bestandteile sind sogar weitere unverdünnte Anteile:

    http://www.medpex.de/antimas-selz-salbe-p5560838
    (Hervorhebungen von mir)
    [*quote*]
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    Beschreibung

    ANTIMAS SELZ Salbe
    homöopathische Arzneimittel

    Creme und Mischung – Ein Produkt auf natürlicher Basis
    Antimas Selz Creme und Antimast Selz TN sind homöophatische Arzneimittel
    zur Anwendung bei Erwachsenen. Sanft, gut verträglich und phytologisch
    wirksam.
    Unter der Behandlung mit Antimas-Selz Salbe gehen Lymphdrüsenschwellungen
    und -verhärtungen zurück. Pulsatilla und Hydrastis normalisieren und
    fördern die Funktion der Schleimhäute, zugleich haben sie eine
    gefäßstärkende Wirkung. Thuja zeigt eine deutliche Affinität zu
    proliferativen (zellwuchernden) Prozessen unterstützt von Condurango und
    wirkt diesen durch Steigerung der körpereigenen Abwehrkräfte entgegen.
    Agnus castus hat sich besonders bei hormonabhängigen Beschwerden, wie sie
    insbesondere während des weiblichen Zyklus oder den Wechseljahren
    auftreten, bewährt.

    Indikationen:
    – imakterische Mastophatie
    – prämenstruelle Mastodynie
    – prämenstruelles Syndrom
    – Mastophatie
    – Mastitis

    Zusammensetzung:
    100 g Salbe enthalten:
    5,0 g Condurango ø;
    1,0 g Agnus castus ø;
    1,0 g Hydrastis D4;
    0,5 g Pulsatilla D4;
    0,5 g Lilium tigrinum ø,
    Konservierung:
    100 mg Parabene
    E214,
    E216,
    E218 mit Phenoxyethanol

    Menge:
    Salbe 100 ml
    ——————————————————–
    [*/quote*]

Würden Sie jetzt noch immer behaupten wollen “in Homöopathika ist nichts drin”…?
------------------------------------------------------------------------------------------
[*/quote*]


Dinges sagt: "Es gibt ja auch die anderen Potenzen." Er weiß das. Er weiß auch, daß 2012 mehr als die Hälfte des Umsatzes der deutschen Homöopathika-Hersteller mit Komplexmitteln gemacht wurde, jenen Mitteln, die nur schwachverdünnte und somit pharmazeutisch wirksame Dosierungen enthalten.
 

Dinges weiter in seiner Litanei:

[*quote*]
Ansonsten ist es sehr einfach: Wenn immer mehr Patienten – und das ist ja nicht nur in Deutschland so, es ist in Frankreich so, es ist in Italien so, in vielen anderen Ländern – diese Art der Medizin nachfragen, dann entgehen natürlich dem Pharmaunternehmen Verkäufe von Medikamenten. Und wir wissen aus großen Schweizer Studien von den Krankenkassen, niederländischen Studien auch, dass die Homöopathie etwas günstiger ist ökonomisch, aber es wird mehr Zeit auf das Gespräch gelegt und weniger für Medikamente ausgegeben. Und das ist natürlich etwas, was den Anbietern gar nicht gefällt.
[*/quote*]

Das hatten wir schon. Alles grober Unfug. Siehe oben.



[*quote*]
"Die Skeptiker sind Lobbyisten der Pharmaindustrie"

Und wenn Sie sich ansehen, wer die Skeptiker sind, die zunächst in London und dann in Athen und in Sydney immer diesen gleichen Versuch gemacht haben – also man lässt ein paar Leute in weißen Kitteln Globuli nehmen und sagt dann, das wirkt nicht, obwohl Hahnemann, der Erfinder der Homöopathie nie** behauptet hat, dass wenn man Globuli nimmt, dass das sofort was bewirken soll –, dann sind das zufällig genau die Leute, die vorher auch ganz gut verdient haben bei Gutachten mit der Pharmaindustrie.
[*/quote*]

Hatten wir auch schon. Alles grober Unfug. Siehe oben.


[*quote*]
Also es ist offensichtlich, warum es diese Debatte geben muss, warum sie angezettelt wird, weil es einfach Interessen gibt, die dort tangiert werden, wenn viele Patienten sich für eine Therapie entscheiden, die mehr auf Gespräch setzt, die weniger Arzneimittelkosten produziert – sehr deutlich weniger, wie wir wissen – und zu größerer Zufriedenheit geführt und außerdem im Vorher-Nachher-Vergleich deutliche Verbesserungen produziert. Das ist natürlich eine Herausforderung an ein System, das ansonsten gerne sehr viel, sehr schnell verschreibt.
[*/quote*]

Alles grober Unfug. Neid-Hetze.


Diese Aussage ist besonders übel: "wenn viele Patienten sich für eine Therapie entscheiden, die mehr auf Gespräch setzt, die weniger Arzneimittelkosten produziert". Es ist doch logisch: Wenn die Leute keine Pillen kriegen, dann fallen keine Kosten für Pillen an. So viel Logik kriegen auch Kindergartenkinder auf die Waage. Was sie aber nicht wissen: Wenn es keine wirksame Medizin gibt, gibt es keine Heilung. Pech für die Kranken, die damit reingelegt werden.

Pech für die Kranken. Genau. Dinges erzählt Sachen, zum Beispiel über "größere Zufriedenheit", die grottenfalsch und saugefährlich für die Kranken sind. Und er tut so, als ob das alles zum Besten für die Kranken wäre.


[*quote*]
Und dann – Sie wissen das –, wir haben immer mehr alte Leute, wir haben immer mehr chronische Krankheiten, dann werden mehrere Arzneien gleichzeitig verschrieben, und man weiß gar nicht, wie die auf die Dauer wirken. Sie sind getestet für eine kurze Akutbehandlung, werden aber über Jahre angewandt. Und erst jetzt fängt man überhaupt an, ernsthaft gegen diese Multimedikation etwas zu tun, indem man das beobachten und aufschreiben und von den Medizinern dokumentieren lässt.
[*/quote*]

Ja und!? Mehrere Medikamente auf einmal zu geben ist ein großes Risiko. Leider wissen viele, wenn nicht gar die meisten Ärzte nicht, was sie da anrichten. Aber das alles besagt doch noch lange nicht, daß man die Kranken mit Zuckerkugeln abfüttern soll. Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Homöopathie ist Betrug und muß raus aus dem Gesundheitssystem. Homöopathie muß verboten werden.


[*quote*]
Bronzedenkmal des Dichterpaars Bettina und Achim von Arnim im Berliner Arnimpark (dpa / picture alliance / Manfred Krause)Bronzedenkmal des Dichterpaars Bettina und Achim von Arnim im Berliner Arnimpark (dpa / picture alliance / Manfred Krause)
[*/quote*]

Und wieder Bild-Zeitungs-Journaille...


Vorsicht, jetzt kommt eine Wagenladung Geschwafel.

[*quote*]
Bettina von Arnim und ihr homöopathsiches Patientennetzwerk

Billerbeck: Herr Dinges, es ist ja bekannt, dass man auch nicht genau weiß, was diese konventionellen Mittel, und gerade wenn mehrere parallel genommen werden, was die bewirken. Und ich habe auch in der Vorbereitung gelesen, auf unser Gespräch, dass Deutschland da ein bisschen ungewöhnlich ist. Es gibt in anderen Ländern ja durchaus ein viel offeneres Verhältnis, mit denen Sie sich auch beschäftigt haben, in Indien zum Beispiel.

Aber Sie sind ja auf dem homöopathischen Weltärztekongress und halten da einen Vortrag, und der hat mich dann doch überrascht: Sie haben nämlich ein Thema gewählt – ich vermute, das wissen viele Menschen nicht, wir heißen ja Deutschlandfunk Kultur –, Sie berichten da nämlich über ein von Bettina von Arnim gegründetes Patientennetzwerk und ihre Empfehlung der Homöopathie. Das war frühes, Mitte des 19. Jahrhunderts. Klären Sie uns auf!

Dinges: Sehen Sie, der Ärztekongress, der bezieht sich in seinem Hauptthema ja auf das Netzwerk der Ärzte für Patienten. Und da ich immer finde, das Wichtigste ist, sich zu überlegen, was kommt denn für die Patienten raus? Da habe ich mir gedacht, na, dann rede ich über ein Patientennetzwerk, bei dem die Schriftstellerin Bettina von Arnim, nachdem sie sich davon überzeugt hatte, dass Homöopathie sinnvoll sein könnte, 1828 begonnen hat, sie weiterzuempfehlen. Und zwar deshalb, weil ja für diese Alternativmedizin es immer sehr wichtig ist, dass die Patienten sie nachfragen. Bettina von Arnim lebte damals in Berlin, ihr Mann hat das Landgut bewirtschaftet, und deswegen unterhielten sie sich über alles Mögliche, und wir können das schön aus diesen Briefen entnehmen. Ich habe mich gefragt, wie funktioniert sowas?

Wir wissen heute, es wird unter Freunden empfohlen, in der Familie, aber dann will man natürlich herausfinden, welche Freunde sind es, woher kommen sie?  Und dann wird das weiterempfohlen an den Schwager, den Justizminister von Savigny, der probiert es aus, andere sind skeptischer. Sie empfiehlt dann Selbstmedikation, sie empfiehlt, man solle zu Ärzten gehen.

Mittel für Savigny, Blechen und Schinkel

Es gab in Berlin damals 200 Ärzte, aber nur einen durchreisenden Homöopathen, den die Leute dann ausprobiert haben und kritisch verglichen haben, was kann er, was kann er nicht? Uund das Ergebnis war eben so, dass viele gefunden haben, damals, 1828: Uns nützt das. Wir haben, der Savigny, weniger Kopfschmerzen zum Beispiel und ähnliche Probleme, und im Laufe ihres Lebens hat sie dann weiter sich dafür engagiert.

Sie hat dann Schinkel, den berühmten Baumeister in Berlin, in späten Jahren als Patienten gewonnen; Blechen, den Künstler; sie hat ihrer Familie in Frankfurt und ihren Verwandten, den Bankiers Bentheim und anderen die Homöopathie empfohlen. Und alle haben es, oft nach Zögern, doch probiert und waren im Großen und Ganzen angetan.

Sie hat selbst es durchsetzen können, dass ihre Tochter, als sie in Frankfurt bei der Familie zu Besuch war, homöopathisch behandelt wird. Und sie hat dann einen Typhus überstanden, während der Cousin, also ihr Neffe, leider dabei gestorben ist. Also sie hat viel solcher Erfahrungen gesammelt, von der praktischen Seite dafür argumentiert.

Achim von Arnim war sehr viel skeptischer. Der hat sich zwar auch dann das "Organon" bestellt, also das grundlegende Werk der Homöopathie und hat das gelesen, aber hat es lange nicht so ausprobieren wollen, und schließlich und endlich dann doch mal, aber er war also vorsichtiger.
[*/quote*]


Da holt Dinges so richtig aus und sülzt Alle voll. Womit? Mit Döntjes! Mit lauter blödsinnigen Anekdoten, die überhaupt nichts beweisen. Von Leuten und über Leute, die keine Ahnung haben. Was beweist er damit? Nichts. Aber er labert und labert und labert und immer und immer wieder kommen "Beweise" und "es wirkt" und "Homöopathie", und dieses Name-Dropping bleibt in den Köpfen der Zuhörer und Leser hängen. Niemand kann dem Geschwafel inhaltlich folgen. Dazu ist es zu wirr. Aber die Begriffe, die bleiben hängen. Das, genau das, ist die beabsichtigte Wirkung. Deswegen muß man solche Burschen wie Dinges immer an der sehr kurzen Leine halten. Man darf ihnen nicht die Gelegenheit zum Labern geben.


[*quote*]
Billerbeck: Jetzt zählen Sie gleich alle auf, Herr Dinges! Soweit kommen wir nicht. Wir wollen ja auch noch, dass der Ärztekongress noch Ihren kompletten Vortrag hört. Ich danke Ihnen erst mal für dieses Gespräch über die Homöopathie. Ich glaube, das hat viele Leute neugierig gemacht, gerade das Letzte, was Sie über Bettina von Arnim erzählt haben. Danke, Herr Dinges!
[*/quote*]

Und? Das ist alles! Kein bißchen Kritik. Nichts. Keine Kritik. Dabei hat Martin Dinges hanebüchenen Mist erzählt. Und der Deutschlandfunk als nützlicher idiot hat sich wieder einmal für die Reklame esoterischen Mülls betätigt. Und ist stolz darauf, was er für einen tollen Journalismus macht. Es ist aber keiner. Es ist Müll.
« Last Edit: February 14, 2018, 07:35:22 PM by Thymian »
Logged
.         Kinderklinik Gelsenkirchen verstößt gegen die Leitlinien!
          http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=11095.0

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