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Author Topic: Homöopathie = Betrügen mit Statistik  (Read 757 times)

Krokant

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Homöopathie = Betrügen mit Statistik
« on: June 13, 2018, 02:35:19 PM »

Die Intensität, mit der Homöopathen lügen, wird zunehmend unerträglicher. Vor allem ihre Lügen bei und mit Statistiken nehmen überhand.

Ich zitiere einige Beispiele.


https://www.bah-bonn.de/presse/pressemitteilungen/artikel/repraesentative-befragung-immer-mehr-menschen-nehmen-homoeopathika/

[*quote*]
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Repräsentative Befragung – Immer mehr Menschen nehmen Homöopathika

20.10.2014 – Über die Hälfte der Bevölkerung hat bereits homöopathische Arzneimittel angewendet. Der Anteil der Verwender stieg von 53 Prozent im Jahr 2009 auf aktuell 60 Prozent. Dies sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Mai und Juni dieses Jahres durchgeführt hat. Befragt wurden insgesamt 1.503 Personen ab 16 Jahren in ganz Deutschland.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
[*/quote*]

Allensbach 2014:
2009: 53 Prozent haben Homöopathika angewendet
2014: 60 Prozent haben Homöopathika angewendet

BAH = Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V.


Die Deutsche Apotheker-Zeitung ist etwas besser bestückt. Sie zitiert Forsa-Umfragen.

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2014/07/09/erfahrung-wichtiger-als-studien
[*quote*]
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Umfrage zu Homöopathie
Erfahrung wichtiger als Studien

Berlin - 09.07.2014, 08:28 Uhr
Bei der Homöopathie scheiden sich die Geister. Während Skeptiker auf fehlende Wirkstoffe und Wirkung verweisen, führen Befürworter oftmals die guten Erfahrungen ins Feld. Die Deutsche Homöopathie-Union (DHU) wollte es genau wissen und gab eine forsa-Umfrage in Auftrag. Dabei zeigte sich, dass positive Erfahrungen für die Mehrheit der Anwender wichtiger waren als Wirksamkeitsstudien.

Fast jeder zweite Teilnehmer (48 %) der repräsentativen Umfrage hat bereits homöopathische Mittel verwendet – 60 Prozent davon sind Frauen, und 63 Prozent der Anwender haben Abitur oder ein Studium absolviert. Offenbar haben die homöopathischen Mittel funktioniert, denn 76 Prozent der Anwender waren zufrieden bis sehr zufrieden – bei Frauen lag die Quote sogar bei 81 Prozent.

Eine Frage unter den Homöopathie-Verwendern lautete, wie wichtig ihnen Wirksamkeitsstudien im Vergleich zu ihrer Erfahrung sind. Das Ergebnis: 69 Prozent der Anwender fanden, dass positive Erfahrungen ein ausreichender Beleg für die Wirksamkeit sind. 27 Prozent waren der Ansicht, dass wissenschaftliche Studien die Wirksamkeit beweisen müssten. Verwenderinnen vertrauten dabei noch mehr auf Erfahrungen (72 %). Unter allen Befragten plädierten insgesamt 52 Prozent dafür, dass Erfahrungen ausreichen – 39 Prozent waren für wissenschaftliche Untersuchungen als Wirksamkeitsbeleg.

In der Homöopathie gibt es zahlreiche Mittel. Befragt nach der Bekanntheit der gängigsten Mittel bei Anwendern führte Arnica mit 82 Prozent, gefolgt von Belladonna (57 %) und Calendula (55 %). Es folgten Chamomilla (32 %), Aconitum und Nux vomica (jeweils 22 %). Hekla lava bildete mit sechs Prozent das Schlusslicht.

Auch kritische Berichte zur Homöopathie in den Medien wurden in der Umfrage thematisiert. Die Hälfte der Befragten (51 %) fand, dass die Kritik für Menschen, die noch keine Erfahrung mit der Homöopathie haben, hilfreich ist. 37 Prozent aller Befragten empfanden die Kritik als sachlich, 60 Prozent wiederum für überzogen – bei den Anwendern sogar 69 Prozent.

Dass die DHU ihre Pflanzen zur Herstellung der Präparate selbst anbaut, die Verschüttelung per Hand nach dem Vorbild Samuel Hahnemanns durchführt und die Hersteller homöopathischer Arzneimittel anders auftreten als Hersteller chemischer Präparate – etwa in der Werbung –, spielt für Ostdeutsche vielfach eine größere Rolle als für Westdeutsche. Jedoch halten es die Befragten unabhängig von ihrem Wohnort für bedeutsam, dass die weißen Kügelchen in kleinen Glasfläschchen auf den Markt kommen und nicht etwa in Plastikgefäßen (Ost: 62 %, West: 66 %).

Annette Lüdecke
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
[*/quote*]

Deutsche Apotheker-Zeitung 2014: 48 Prozent haben bereits homöopathische Mittel verwendet


https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/06/15/homoeopathie-umfrage-mit-zwei-gesichtern

[*quote*]
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Kassen-Erstattung, Unzufriedenheit
Homöopathie-Umfrage mit zwei Gesichtern

Berlin - 15.06.2017, 16:15 Uhr
[...]
Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) hat das Meinungsforschungsinstitut forsa damit beauftragt, die derzeitige Stimmungslage in der Bevölkerung zu diesem Thema zu untersuchen. Forsa befragte im April und Mai dieses Jahres 1502 erwachsene Bundesbürger nach ihrer Meinung. Das erste Ergebnis: Nur knapp die Hälfte alle Befragten hat überhaupt schon Erfahrungen mit homöopathischen Arzneimitteln gesammelt. Dabei ist festzuhalten, dass die Zahl derjeniger, die überhaupt schon solche Arzneimittel eingesetzt haben, seit 2010 trotz Schwankungen relativ konstant ist – obwohl einige Kassen die Homöopathie  seit 2012 im Angebot haben.

Homöopathika erstatten, Forschung finanzieren

Trotzdem findet es die überwiegende Mehrheit der Befragten „wichtig“ (45 Prozent) oder „sehr wichtig“ (28 Prozent), dass die Krankenkassen Homöopathika erstatten. Nur insgesamt ein Viertel der Befragten findet solche Leistungen „weniger wichtig“ oder „unwichtig“. Auch auffällig ist, dass zwei Drittel derer, die überhaupt keine Erfahrung mit Homöopathie haben, eine Erstattung trotzdem „wichtig“ findet. Dieses zustimmende Ergebnis bestätigt sich durch ein anderes Teilergebnis der Umfrage, nach dem 55 Prozent es für „sehr wichtig“ und „wichtig“ halten würden, wenn sich die Politik neben der Schulmedizin auch für homöopathische Heilmethoden einsetzen würde. Und: Knapp drei Viertel der Umfrageteilnehmer bejahen sogar die Frage, ob der Staat entsprechende Forschungsprogramme gezielt unterstützen sollte.

Aber: Mehr Menschen mit alternativen Arzneimitteln unzufrieden

Ein gegenteiliges Bild zeigt sich allerdings, wenn man auf die Zufriedenheitswerte der Bevölkerung blickt. 2010 waren noch genau 80 Prozent der Umfrageteilnehmer, die schon einmal Homöopathie-Erfahrung gesammelt haben, zufrieden mit der Wirksamkeit und Verträglichkeit einer solchen Behandlung. Im Mai 2017 lag diese Zahl noch bei 72 Prozent. Und: Die Zahl der „sehr Zufriedenen“ ist in den vergangenen sieben Jahren von 37 Prozent auf 30 Prozent gesunken. Gleichzeitig stieg auch die Zahl derer, die „weniger“ oder „überhaupt nicht zufrieden“ mit der Homöopathie waren, von insgesamt 16 auf nun 26 Prozent.

Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online
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[*/quote*]

Deutsche Apotheker-Zeitung 2017: "Nur knapp die Hälfte alle Befragten hat überhaupt schon Erfahrungen mit homöopathischen Arzneimitteln gesammelt."

"Nur knapp" = 48 oder 49 Prozent. Auf jeden Fall weniger als 50 Prozent!


www.spiegel.de/spiegel/print/d-71558786.html
[*quote*]
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
DER SPIEGEL
Der große Schüttelfrust
12.07.2010

Glaubt man einer Allensbach-Umfrage haben 57 Prozent der Bevölkerung schon mal homöopathische Mittel geschluckt. 25 Prozent gelten sogar als "überzeugte Verwender".
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
[*/quote*]

Spiegel: Allensbach 2010: 57 Prozent haben homöopathische Mittel genommen


Damit:

Allensbach:
2009: 53 Prozent haben Homöopathika angewendet
2010: 57 Prozent haben Homöopathika angewendet
2014: 60 Prozent haben Homöopathika angewendet

Forsa:
(2010: 48 oder 49 Prozent haben bereits homöopathische Mittel verwendet ? *)
2014: 48 Prozent haben bereits homöopathische Mittel verwendet
2017: 48 oder 49 Prozent haben bereits homöopathische Mittel verwendet

* Die wesentliche Aussage im Artikel der DAZ vom 15.6.2017:

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/06/15/homoeopathie-umfrage-mit-zwei-gesichtern

[*quote*]
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Dabei ist festzuhalten, dass die Zahl derjeniger, die überhaupt schon solche Arzneimittel eingesetzt haben, seit 2010 trotz Schwankungen relativ konstant ist
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
[*/quote*]



Wie kann es sein, daß in einem Zeitraum von 8 Jahren bei Allensbach die Werte steigen von 53 Prozent auf 60 Prozent, bei Forsa dagegen konstant bei rund 48 ... 49 Prozent bleiben?

Nehmen wir die oberen Werte, sind es bei Allensbach 60 Prozent und bei Forsa 49, also eine Differenz von 11 Prozentpunkten. Das ist, bezogen auf die Menge, eine Unterschied von rund einem Fünftel (von 60 bzw. von 49). Und das trotz mehrerer Umfragen und das trotz einer Zeit von 8 Jahren. Das ist mit einfachen kleinen Ungenauigkeiten nicht zu erklären, sondern nur mit sehr groben Fehlern bei der Auswahl der Probanden und - vor allem - beim Szenario der Fragestellungen.

Statt "Fehler" kann man Lügen sagen

Lügen mit Statistik gibt es auf zwei Weisen: einmal bei der Statistik selbst, und dann bei den Berichten über diese Statistiken. Da muß man schon sehr genau auf den Wortlaut achten. Ohne die explizite Aussage der DAZ "Dabei ist festzuhalten, dass die Zahl derjeniger, die überhaupt schon solche Arzneimittel eingesetzt haben, seit 2010 trotz Schwankungen relativ konstant ist" wüßte man dieses Detail nicht. Dabei ist dieses Detail eines der wichtigsten überhaupt, denn es zeigt, daß Homöopathie stagniert.

Diese Stagnation ist wichtig, weil es in der Reklame der Homöopathen heißt, Homöopathie werde immer beliebter. Aber, wie man sieht, ist diese Behauptung nicht wahr. Damit sind die Behauptungen der Homöopathen reine Lügen. Dabei muß man allerdings unterscheiden zwischen denen, die die wahren Zahlen kennen (das sind die Hersteller) und dem Fußvolk, das die Zahlen nur stumpf nachbetet.

Die Heilpraktiker und Ärzte, all dieses Kleingemüse, lassen wir außer acht. Das sind Nachbeter, und Ahnung haben die sowieso keine. Wichtig sind die Hersteller. Die machen das große Geld. Und sie wissen sehr genau, womit, und wie die Zahlen sind. Die Hersteller sind die Urheber der Lügen.
« Last Edit: June 13, 2018, 03:23:14 PM by Krokant »
Logged

Krokant

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Die dreisten Lügen des Homeopathy Research Institute
« Reply #1 on: June 13, 2018, 03:19:25 PM »

Sie nennen sich "HRI" ("Homeopathy Research Institute") und sind ein kleiner Klüngel in England, der gutbetuchte Ahnungslose um Spenden angeht. "Homeopathy Research Institute" kann sich jeder nennen. Wer die Macher im einzelnen sind, ist egal, weil die Nutznießer zählen. Die Nutznießer sind die Homöopathen insgesamt - und dann natürlich die Händler und Hersteller.

Das ist das "HRI":

Homeopathy Research Institute
International House
142 Cromwell Road
Kensington
London
SW7 4EF

Der folgende Artikel des "HRI" stammt anscheinend aus dem Juli 2014. Echt ungekürzt und mit 2 beeindruckenden Kuchengrafiken...

https://www.hri-research.org/resources/homeopathy-faqs/there-is-no-scientific-evidence-homeopathy-works/

[*quote*]
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
“There is no scientific evidence that homeopathy works”

This is probably the most frequently quoted, completely inaccurate statement about homeopathy. Homeopathy research is a relatively new field, so it’s true to say that there are not a huge number of studies, but some evidence is very different from no evidence.

By the end of 2014, 189 randomised controlled trials of homeopathy on 100 different medical conditions had been published in peer-reviewed journals1. Of these, 104 papers were placebo-controlled and were eligible for detailed review:

    41% were positive (43 trials) – finding that homeopathy was effective
    5% were negative (5 trials) – finding that homeopathy was ineffective
    54% were inconclusive (56 trials)



https://www.hri-research.org/wp-content/uploads/2014/07/enpie1-768x558.png


How does this compare with evidence for conventional medicine?




https://www.hri-research.org/wp-content/uploads/2014/07/enpie2-768x527.png

An analysis of 1016 systematic reviews of RCTs of conventional medicine had strikingly similar findings2:

    44% were positive – the treatments were likely to be beneficial
    7% were negative – the treatments were likely to be harmful
    49% were inconclusive – the evidence did not support either benefit or harm.

Although the percentages of positive, negative and inconclusive results are  similar in homeopathy and conventional medicine, it is important to recognise a vast difference in the quantity of research carried out; chart A represents 188 individual trials on homeopathy, whereas chart B represents 1016 reviews on conventional medicine, each analysing multiple trials.

This highlights the need for more research in homeopathy, particularly large-scale high quality repetitions of the most promising positive studies.

The difference in quantity is also not surprising when one considers the tiny amounts of funding made available for research into ‘complementary and alternative medicine’ (CAM).  For example, in the UK only 0.0085% of the total medical research 
budget is spent on CAM, of which homeopathy is only one example3.

References

1. http://www.facultyofhomeopathy.org/research/

2. El Dib RP, Atallah AN, Andriolo RB. Mapping the Cochrane evidence for decision making in health care. J Eval Clin Pract., 2007;13(4):689-92 | PubMed

3. Lewith GT. Funding for CAM. BMJ., 2007; 335(7627): 951. | PubMed
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
[*/quote*]


Was sollen die beiden Grafiken beweisen? Daß die konventionelle Medizin kein bißchen besser ist als Homöopathie. Sieht man doch: rund die Hälfte der Studien bringen kein brauchbares Ergebnis ob ja oder nein.

Ist das wirklich so? Nein, natürlich nicht. Der Betrugsversuch des "Homeopathy Research Institute" ist so unglaublich dumm, daß man vor dem Zeigen der beiden Grafiken eigentlich eine Cola-Warnung aussprechen sollte.

Der Witz bei der oberen Grafik: Homöopathie ist ein 220 Jahre alter Murks. Alle Studien versuchen nichts weiter als immer und immer wieder diesen alten Murks zu beweisen. Das muß man sich einmal vorstellen: 220 Jahre lang nichts als Murks. Immer und immer wieder Murks. Wobei es bei all diesen Studien immer wieder um eine einzige Sache geht. 220 Jahre lang rennen die Homöopathen mit dem Kopf gegen die Wand. Dumm, dümmer, Homöopath.

Bei der unteren Grafik handelt es sich um 1016 Analysen JEWEILS MEHRERER STUDIEN. Es sind also nicht 1016 Studien, sondern ein Mehrfaches davon!

Jetzt die große Frage: Wurden diese vielen Studien über ein-und-dieselbe Sache gemacht oder waren es lauter verschiedene Dinge, die untersucht wurden. Gegenfrage: Würde Jemand zu 1000 Studien NOCH EINE draufsetzen? Wohl kaum, weil es dafür kein Geld gibt. Man muß immer möglichst neues und bisher Unerforschtes untersuchen.

Also geht es bei all den Studien immer wieder um neue und bisher unerforschte Dinge: Man hat eine Idee, man untersucht, und man stellt fest, ob die Idee funktioniert oder nicht. Es sind lauter verschiedene Dinge, lauter verschiedene Ansätze, lauter verschiedene Methoden.

Es kommt aber noch schlimmer! Bei einer riesigen Zahl von Studien wird zu einem Thema gar keine zweite oder dritte Studie gemacht. Das ist ein großes Problem in der Wissenschaft: daß es keine ausreichenden Kontrolluntersuchungen gibt, so daß viele Studien gefälscht sind bzw. sein können, ohne daß es Jemand bemerkt. Daß also Forscher immer und immer und immer wieder den gleichen Murks untersuchen und untersuchen und untersuchen und immer wieder und immer wieder und immer wieder damit auf die Nase fallen, das gibt es nicht. Das gibt es nur bei Homöopathie.

Echte Forscher machen einen Versuch, und wenn man weiß, daß nichts dabei herauskommt, dann war es das eben. Pfuscher wie die Homöopathen machen den gleichen Murks immer und immer wieder. Und dann lügen sie mit solchen Vergleichen wie diesem mit den beiden Kuchengrafiken. Dabei zeigt schon das erste Hinsehen, wie unglaublich dämlich dieser Betrugsversuch ist: Das HRI zeigt einen Vergleich, bei man sofort erkennt, daß er dumm ist. Also, DAS ist wirklich eine außergewöhnliche Intelligenzleistung.


Das "Homeopathy Research Institute" hat noch eine zweite Bruchlandung zu bieten:

https://www.hri-research.org/resources/homeopathy-faqs/homeopathy-is-not-science/

[*quote*]
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
“Homeopathy is not science”

There are critics who claim that homeopathy is ‘pseudoscience’ and only non-scientists are interested in the subject.

In fact, scientists in highly respected universities, research institutions and hospitals around the world are carrying out research into homeopathy using the same research techniques as those used to investigate conventional medical treatments.

Homeopathy research is a relatively new field, but the number of articles published in peer reviewed journals has risen significantly over the past 40 years.

This lag behind conventional medicine is hardly surprising when one considers the lack of funding available e.g. in the UK less than 0.0085% of the medical research budget is spent on research into complementary and alternative medicines. (Lewith GT.Funding for CAM. BMJ., 2007; 335(7627):951. | Link file:///Users/alexandertournier/Dropbox/HRI/HRI-Alex/Papers%20-%20Scientific%20Lit/Lewith%202007%20BMJ%20.pdf)



https://www.hri-research.org/wp-content/uploads/2014/08/Slide5.png
[...]
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
[*/quote*]


Die URL file:///Users/alexandertournier/Dropbox/HRI/HRI-Alex/Papers%20-%20Scientific%20Lit/Lewith%202007%20BMJ%20.pdf dürfte ein weiterer Flop sein. Hat aber Niemand bemerkt...

Dieser eine Satz ist sowohl saublöd als auch ein weiteres Armuszeugnis der wahrhaft homöopathischen Art:

"Homeopathy research is a relatively new field, but the number of articles published in peer reviewed journals has risen significantly over the past 40 years."

Homöopathie ist ein "relativ neues Feld"!? 220 Jahre alt und "relativ neu"? Oh, ist das dumm, dumm, dumm. Und dermaßen verlogen.

Der zweite Teil des Satzes ist aber auch nicht intelligenter - und er paßt genau zu dem Beispiel mit den Kuchengrafiken: "the number of articles published in peer reviewed journals has risen significantly over the past 40 years."

Was sind das für Studien? Es sind Studien über immer wieder den gleichen Murks, nämlich Homöopathie! In dem Histogramm, es soll anscheinend die Zahl der Studien über Homöopathie zeigen, sieht man, wie Jahr um Jahr Studien gemacht werden. Und es kommt immer das Gleiche raus: MURKS!

Wie kann jemand, der angeblich sogar studierter Physiker ist (" The charity was founded by physicist, Dr Alexander Tournier, who previously worked as an independent researcher for Cancer Research UK, conducting interdisciplinary research at the boundaries between mathematics, physics and biology." https://www.hri-research.org/about-hri/), öffentlich so einen Schwachsinn von sich geben ohne dabei vor Scham im Boden zu versinken?
« Last Edit: June 13, 2018, 04:12:09 PM by Krokant »
Logged

Ayumi

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Re: Homöopathie = Betrügen mit Statistik
« Reply #2 on: July 02, 2018, 04:17:35 PM »

Jens Behnke, der "Referent für Homöopathieforschung bei der Karl und Veronica Carstens-Stiftung", hat heute wieder zur Wahrheitsfindung über Homöopathie beigetragen:

https://twitter.com/JensBehnkeDE/status/1013738666332753920

[*quote*]
Jens Behnke @JensBehnkeDE

Der Jahresbericht 2017 der Abteilung #Homöopathie am Institut für Komplementärmedizin der Universität Bern ist online:
Vorlesungen, klinische Studien, Laborforschung etc.
https://docplayer.org/80971728-Institut-fuer-komplementaermedizin-ikom-dozentur-homoeopathie-jahre



https://pbs.twimg.com/media/DhGF7W9WkAE2EMU.jpg
[*/quote*]

Die URL ist albern. Diese hier ist die richtige: https://docplayer.org/docview/80/80971728/#file=/storage/80/80971728/80971728.pdf

Mit der kann man das PDF herunterladen. Alles andere ist Beschäftigungstherapie.


Es geht um die Universität Bern!


https://docplayer.org/docview/80/80971728/#file=/storage/80/80971728/80971728.pdf
[*quote*]
Lehre Universität Bern und Inselspital

Vorlesungen und Wahlpraktika Studium Humanmedizin
[*/quote*]

Es geht um die Mitarbeiter:

https://docplayer.org/docview/80/80971728/#file=/storage/80/80971728/80971728.pdf
[*quote*]
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2017

Das Team der Dozentur für Klassische Homöopathie ist 2017 in folgender personeller Zusammen-
setzung tätig gewesen:


Dr.med. Klaus von Ammon
Leiter Forschung/Stellvertretung Direktion
15% plus 40% Drittmittel
[...]

Dr.rer.nat. Alexander Tournier
Grundlagenforschung
60% Drittmittel
[...]
[*/quote*]


Was macht der Statistikfälscher Alexander Tournier an der Uni Bern!?

Was machen Homöpathen an der Uni Bern!?

https://docplayer.org/docview/80/80971728/#file=/storage/80/80971728/80971728.pdf
[*quote*]
Lehre Universität Bern und Inselspital
Vorlesungen und Wahlpraktika Studium Humanmedizin

Im  Studium  Humanmedizin  ist  der  Fachbereich  Homöopathie  an  den  Lehrveranstaltungen  des IKOM in den Studienjahren 3 - 6 beteiligt. Zusätzlich wird in Zusammenarbeit mit der Fachrichtung Anthroposophisch  erweiterte  Medizin  ein  Wahlpraktikum  zur  kritischen  Beurteilung  von  wissenschaftlichen  Studien  am  Beispiel  von  Untersuchungen  zu  homöopathisch  potenzierten  Substanzen durchgeführt.

15.2.2017
Studienjahr 5 - SK1
Dr. Klaus von Ammon/Prof. Christoph Aebi
1
Einsatzmöglichkeiten der Klassischen Homöopathie in der Grundversorgung:
Akute und rezidivierende Otitis media bei Kindern
15.2.2017
Studienjahr 2 - WP8327
Dr. Klaus von Ammon
Homöopathisch potenzierte Substanzen - Plazebo oder wirksam?
Literaturseminar Klinische Forschung Homöopathie Intensivmedizin
1.3.2017
Studienjahr 3
Dr. Klaus von Ammon
Konzeptvorlesung Klassische Homöopathie
1.3.2017
Studienjahr 3
Dr. Klaus von Ammon/Prof. Lorenz Fischer
Prof. Ursula Wolf/Dr. Johannes Fleckenstein
Prof. Matthias Egger
2
Diskussion zur Komplementärmedizin
15.3.2017
Studienjahr 2 - WP8327
Dr. Klaus von Ammon
Homöopathisch potenzierte Substanzen: Plazebo oder wirksam?
Literaturseminar Klinische Forschung Homöopathie ADHS
5.4.2017
Studienjahr 2 - WP8327
Dr. Klaus von Ammon/Gabrielle Barben
3
Homöopathisch potenzierte Substanzen: Plazebo oder wirksam?
Herstellung homöopathisch potenzierter Substanzen
12.4.2017
Studienjahr 2 - WP8327
Dr. Klaus von Ammon
Homöopathisch potenzierte Substanzen: Plazebo oder wirksam?
Posterpräsentationen - Schlussbesprechung
24.4.2017
Studienjahr 3
Dr. Martin Frei-Erb/Dr. Klaus von Ammon
Vertiefungsseminare Klassische Homöopathie
30.5.2017
Studienjahr 6 - SK2
Dr. Martin Frei-Erb
Repetition Homöopathie
1.11.2017
Studienjahr 4 - EKP
Dr. Martin Frei-Erb/Dr. Johannes Fleckenstein
Prof. Ursula Wolf/Prof. Lorenz Fischer
Komplementärmedizinische Patientenberatung

1 Universitätsklinik für Kinderheilkunde, Bern
2 Institut für Sozial- und Präventivmedizin ISPM, Universität Bern
3 Spagyros AG, Worb

Seite  5/20
[*/quote*]


An der Universität Bern!

https://docplayer.org/docview/80/80971728/#file=/storage/80/80971728/80971728.pdf
[*quote*]
Im  Studium  Humanmedizin  ist  der  Fachbereich  Homöopathie  an  den  Lehrveranstaltungen  des IKOM in den Studienjahren 3 - 6 beteiligt. Zusätzlich wird in Zusammenarbeit mit der Fachrichtung Anthroposophisch  erweiterte  Medizin  ein  Wahlpraktikum  zur  kritischen  Beurteilung  von  wissenschaftlichen  Studien  am  Beispiel  von  Untersuchungen  zu  homöopathisch  potenzierten  Substanzen durchgeführt.
[*/quote*]


An der Universität Bern!

https://docplayer.org/docview/80/80971728/#file=/storage/80/80971728/80971728.pdf
[*quote*]
15.2.2017
Studienjahr 5 - SK1
Dr. Klaus von Ammon/Prof. Christoph Aebi 1

Einsatzmöglichkeiten der Klassischen Homöopathie in der Grundversorgung:
Akute und rezidivierende Otitis media bei Kindern

[*/quote*]

Wie moralisch verkommen muß eine Universität sein, um diesen Irrsinn zuzulassen?


An der Universität Bern!

https://docplayer.org/docview/80/80971728/#file=/storage/80/80971728/80971728.pdf
[*quote*]
Grundlagenforschung zu homöopathisch potenzierten Substanzen

Forschungsgruppe
Alexander Tournier, Leitung
Stephan Baumgartner

Es  sind  zwei  Projekte  geplant:
1) Messung von Nahinfrarot-Spektren von homöopathisch potenzierten Substanzen  und  Kontroll-Substanzen und
2) die Wiederholung einer Untersuchung der NMR T1 und T2 Relaxationszeiten von homöopathischen Hochverdünnungen im Vergleich zu Placebo.

Im Berichtsjahr erfolgte die Finanzierung und der Aufbau des Forschungslabors mit Standort Heidelberg (Deutschland)
[*/quote*]


Alumni der Universität Bern können sich nur noch schämen. Mit solchem Pfusch den Ruf einer ganzen Universität zu beschmutzen ist indiskutabel. Ein wissenschaftliches Regime würde sofort die Notbremse ziehen und diesen Teil der Universität auf der Stelle eliminieren.



Vernetzungen und Geldflüsse sind beachtlich:

https://docplayer.org/docview/80/80971728/#file=/storage/80/80971728/80971728.pdf
[*quote*]
Dienstleistungen und Drittmittel

Von allen klinisch tätigen Mitarbeitern sind insgesamt 62 Konsilien (Vorjahr 73) durchgeführt worden,  zusätzlich  haben  610  Konsultationen  (Vorjahr  487)  stattgefunden.  Die  Konsilien  erfolgen  vor allem  im  Rahmen  der  Zusammenarbeit  mit  der  Universitätsklinik  für  Kinderheilkunde,  dem Schmerzzentrum Inselspital SZI und der Onkologischen Rehabilitation des Spitals Thun.

An  Drittmitteln  konnten  insgesamt  CHF  339’739  (Vorjahr  CHF  300’075) generiert  werden. Neben den Einnahmen durch Dienstleistungen haben uns in verdankenswerter Weise folgende Donatoren unterstützt:

• Homöopathie-Stiftung des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte DZvhÄ, Berlin (D)
• Fondation Pierre Schmidt, Chernez (CH)
• Schweizerischer Verein homöopathischer Ärzte SVHA, Bern (CH)
• Homeopathic Research Institute HRI, London (UK)
[*/quote*]


Das Homeopathic Research Institute HRI von Alexander Tournier in London spendet Geld, mit dem Tournier dann in der Schweiz bezahlt wird. Das heißt er bezahlt sich selbst mittels der eingenommenen Spendengelder. So kann man natürlich auch leben...
Logged

Écrasez l'infâme!

Omegafant

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Re: Homöopathie = Betrügen mit Statistik
« Reply #3 on: July 03, 2018, 07:46:30 AM »

Jetzt bin ich schwer erschüttert.

https://docplayer.org/docview/80/80971728/#file=/storage/80/80971728/80971728.pdf

Zitat:

[*quote*]
Lehre Universität Bern und Inselspital
Vorlesungen und Wahlpraktika Studium Humanmedizin

Im  Studium  Humanmedizin  ist  der  Fachbereich  Homöopathie  an  den  Lehrveranstaltungen  des IKOM in den Studienjahren 3 - 6 beteiligt. Zusätzlich wird in Zusammenarbeit mit der Fachrichtung Anthroposophisch  erweiterte  Medizin  ein  Wahlpraktikum  zur  kritischen  Beurteilung  von  wissenschaftlichen  Studien  am  Beispiel  von  Untersuchungen  zu  homöopathisch  potenzierten  Substanzen durchgeführt.

15.2.2017
Studienjahr 5 - SK1
Dr. Klaus von Ammon/Prof. Christoph Aebi
1
Einsatzmöglichkeiten der Klassischen Homöopathie in der Grundversorgung:
Akute und rezidivierende Otitis media bei Kindern
[*/quote*]


Den "Dr." Klaus von Ammon kannten wir schon. Aber daß Prof. Christoph Aebi Homöopathie macht, ist ein Hammer. Was ist da los!?

Der Name Aebi kam mir seltsam bekannt vor. Den hatte ich doch schon mal irgendwo gesehehen. Und, richtig, es gibt auf ariplex.com in "Wehrhafte Medizin!" einen Artikel, in dem er als  einer der Autoren genannt wird:

https://www.ariplex.com/ama/ama_im18.htm

[*quote*]
Mitte 2005 veröffentlichte die "Schweizer Ärztezeitung", herausgegeben vom "EMH Schweizerischen Ärzteverlag AG", Basel, einen Artikel von Claire-Anne Siegrist, Christoph Aebi, Daniel Desgrandchamps, Ulrich Heininger, Bernard Vaudaux.

Ein Artikel, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt.

Autoren und Verlag haben mir freundlicherweise die Wiedergabe erlaubt.

Die Web-Site des Verlags ist http://www.saez.ch

Das Original hat die URL http://www.saez.ch/pdf/2005/2005-25/2005-25-777.PDF
[...]
[*/quote*]

Die alte URL
http://www.saez.ch/pdf/2005/2005-25/2005-25-777.PDF
funktioniert nicht mehr:

"Seite nicht gefunden
Sie haben sich leider verlaufen."


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https://saez.ch/de/resource/jf/journal/file/view/article/saez/de/saez.2005.11302/2005-25-777.pdf/

In diesem Zusammenhang weitere wichtie Dokumente:

Ratgeber der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS)
«Impfen – Grundlagen für einen persönlichen Impfentscheid»
Stellungnahme des Bundesamtes für Gesundheit (BAG)

https://saez.ch/de/resource/jf/journal/file/view/article/saez/de/saez.2006.12207/2006-37-862.pdf/


Das dumme Geschwätz von Simonetta Sommaruga und Jacqueline Bachmann, den Verantwortlichen für das verlogene SKS-Pamphlet gegen das Impfen:

Impfungen – viele Fragen,
unterschiedliche Einschätzungen
Replik der Stiftung für Konsumentenschutz SKS auf die in der Schweizerischen Ärztezeitung Nr. 9/2005
von der Eidgenössischen Kommission für Impffragen unter der Federführung von Prof. Dr. med. C.-A. Siegrist
vorgebrachte Kritik am Ratgeber der SKS «Impfen: Grundlagen für einen persönlichen Impfentscheid»
Simonetta Sommaruga a , Jacqueline Bachmann b
https://saez.ch/de/resource/jf/journal/file/view/article/saez/de/saez.2005.11139/2005-14-364.pdf/


BAG (das Schweizer Bundesamt für Gesundheit) steht nicht alleine. Auch alle seriösen Schweizer Ärzte distanzieren sich entschieden von denlebensgefährlichen Lügen der Impfgegner. Hier das Editorial der SÄZ aus der Zeit der Auseinandersetzung mit den Impfgegnern (2005):

https://saez.ch/de/resource/jf/journal/file/view/article/saez/de/saez.2005.11227/2005-20-608.pdf/
[*quote*]
Editorial

Zur Frage der Impfungen in der Schweiz
In dieser Ausgabe veröffentlichen wir eine Stel-
lungnahme von Drs. Albonico und Hirte zum
Artikel von Frau Prof. Siegrist zur Frage der
Impfungen in der Schweiz [1].

Aus Gründen der Fairness, aber auch um eine
möglichst offene Diskussion über Impffragen zu
fördern, erschien es angebracht, diese Stellung-
nahme zu veröffentlichen. Auch wenn viele der
impfkritischen Argumente, die bereits im Impf-
ratgeber des Schweizerischen Konsumenten-
schutzes (SKS) dargelegt wurden, auch hier nicht
zu überzeugen vermögen, ist es dennoch denk-
bar, dass einzelne kritische und – zu beachtende –
selbstkritische Aussagen von Albonico und Hirte
interessante Diskussionen in Fachkreisen an-
regen können. Zudem gibt der insgesamt sach-
liche Tonfall der Autoren zur Hoffnung Anlass,
dass die fachliche Diskussion auf dem Boden
einer rationalen und gewissenhaften Argumen-
tationsweise geführt werden kann.

Es sei an dieser Stelle daran erinnert, dass
selbst in abwegig erscheinenden Meinungen, ja
vielleicht sogar im offensichtlichen Irrtum, ein
Körnchen Wahrheit enthalten sein kann, und
dass eine Redaktion auch die Publikation von
Standpunkten, die sie selbst nicht vertritt, ange-
messen berücksichtigen soll.

Um möglichen Missverständnissen vorzu-
beugen, muss gleichzeitig betont werden, dass
die Kritik von Frau Prof. Siegrist an den Impfrat-
geber des SKS dringend notwendig und voll-
umfänglich berechtigt ist. Es ist höchste Zeit,
dass die relevanten Informationen der Impf-
experten, die in der Eidgenössischen Kommis-
sion für Impffragen vertreten sind, einem brei-
ten Publikum zugänglich gemacht werden, um
einer durch Fehlinformationen genährten und
leider verbreiteten Verunsicherung der Bevölke-
rung entschieden entgegenzutreten.


Bei der Beratung zu Fragen der Impfungen
spielen die Kollegen in der Praxis die wichtigste
Rolle; sie geniessen bei der Bevölkerung das
grösste Vertrauen. Sie sind deshalb verpflichtet,
sich durch geeignete Fortbildung stets auf dem
aktuellen Stand des Wissens zu halten. Diese
schwierige Aufgabe können sie aber nur erfüllen,
wenn sie Unterstützung von den für die öffent-
liche Gesundheit verantwortlichen Behörden
und von anerkannten Experten erhalten. Selbst-
verständlich können auch andere Organisatio-
nen eine wichtige und verantwortungsvolle
Rolle spielen, wenn sie dazu beitragen, gültige
Informationen zu verbreiten. Diese Informatio-
nen müssen aber ausgewogen formuliert sein
und dürfen auf keinen Fall eine unnötige und
zum Schaden der «santé publique» führende
Verunsicherung verursachen.

Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft eine
bessere Zusammenarbeit auf dem Gebiet der
Impfungen stattfinden wird, als bisher beobach-
tet werden konnte.

Dr. med. Markus Trutmann

1 Siegrist CA, Aebi C, Desgrandchamps D,
Heininger U, Vaudaux B. Impfratgeber: Evidenz
anstelle von Behauptungen. Schweiz Ärztezeitung
2005;86(9):539-52.
2 Trutmann M, Bonfils P. Impffragen – ein weiter-
hin ungelöstes und hochaktuelles Problem.
Schweiz Ärztezeitung 2005;86(9):533-8.

Schweizerische Ärztezeitung / Bulletin des médecins suisses / Bollettino dei medici svizzeri •2005;86: Nr 20
Editores Medicorum Helveticorum
1167Editorial
[*/quote*]



Eine weitere seriöse Stellungnahme:

https://saez.ch/de/resource/jf/journal/file/view/article/saez/de/saez.2005.11265/2005-23-544.pdf/
[*quote*]
Medizinische Fachgesellschaften
Impfungen: Diskussionen und Scheindiskussionen

Stellungnahme der Fachgruppe Epidemiologie der Schweizerischen Gesellschaft für Prävention und Gesundheitswesen


C. Junker

* Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde in der Zwischenzeit veröffentlicht [3].

Korrespondenz:
Dr. med. Christoph Junker
Fachgruppe Epidemiologie der SGPG
Effingerstrasse 40
Postfach 8172
CH-3001 Bern
E-Mail: info@public-health.ch

Systematische durchgeführte Impfungen der je-
weils neuen Geburtsjahrgänge erlauben, die Aus-
breitung einzelner schwerwiegender Infektions-
krankheiten deutlich zu reduzieren oder gar zu
verhindern [1]. Auf dieser Tatsache aufbauend
gibt es im öffentlichen Gesundheitswesen der
Schweiz und anderer Länder seit langem Impf-
programme. Gestützt auf die eidgenössische
Kommission für Impffragen aktualisiert das Bun-
desamt für Gesundheit die Impfempfehlungen
für die Schweiz periodisch.
Seit vielen Jahren stellt eine Gruppe impf-
kritischer Ärzte diese Impfempfehlungen in
Frage. Seit fünf Jahren wird diese Gruppe durch
die Stiftung für Konsumentenschutz unterstützt.
Die Stiftung für Konsumentenschutz SKS ver-
treibt eine Broschüre der Gruppe als Ratgeber
über das Impfen für das breite Publikum.
Eine Untergruppe der Eidgenössischen Kom-
mission für Impfragen hat die Broschüre genau
unter die Lupe genommen. In ihrem Bericht be-
nennt sie ungefähr 30 falsche Aussagen und wei-
tere etwa 18 fragwürdige Argumentationslinien
[2]. Bei der Impfbroschüre der SKS handelt es sich
nicht wie vorgegeben um eine ausgewogene, den
gegenwärtigen Stand des Wissens wiedergebende
Information, sondern um eine relativ deutliche
Propagandaschrift gegen das Impfen. Eine un-
übersichtliche Mischung falsch wiedergegebener
Erkenntnisse, nicht belegter Behauptungen und
widersprüchlicher Aussagen sät gezielt Zweifel
an der Wirksamkeit einzelner Impfungen und
suggeriert, dass Impfen generell gefährlich und
wenn immer möglich zu vermeiden sei.
An dieser Stelle wollen wir nicht weiter auf
die Äusserungen dieser Gruppe eingehen. Deren
Stellungnahme zu den Vorwürfen ist noch nicht
veröffentlicht worden.*
Hier geht es viel mehr um die Haltung der
SKS, wie sie sehr deutlich in der Replik auf die
Kritik der Impfkommission zum Ausdruck
kommt [4]. Einigen Punkten dieser Replik kön-
nen wir voll und ganz zustimmen. Auch wir
glauben, dass über Fragen des Impfens diskutiert
werden soll und muss. Wir unterstützen die For-
derung nach einer gut informierten Konsumen-
tenschaft im Gesundheitsbereich. Ebenso be-
grüssen wir, dass Eltern und Patienten allgemein
ihrem Arzt Fragen stellen sollen. Wir finden es
richtig, wenn verlangt wird, dass offizielle Infor-
mationen angemessen und ausgewogen sein sol-
len. Wir stimmen mit der Einschätzung überein,
dass der Dialog schwierig ist.
In der Replik der SKS stellt sich die Stiftung
«vollumfänglich hinter die Autoren des Rat-
gebers», ohne auf ein einziges Argument ihrer
Kritiker einzugehen. Zitiert wird nur das, was
sich leicht verdrehen lässt, oder wo Einigkeit be-
steht. Wissenschaftlich legitime Fragen lassen
sich leider nicht durch demokratische Mehr-
heitsbeschlüsse beantworten. Es existieren klare
wissenschaftliche Regeln, wie offene Fragen be-
antwortet werden sollen [5–7]. Und manchmal
ist die Erkenntnislage genügend klar, um Ent-
scheide zu treffen, auch wenn noch einige Fra-
gen unbeantwortet sind.
Die Argumentationslinie der Impfgegner geht
hier gerade in umgekehrter Richtung: Bei der
Frage der Impfungen bei Säuglingen und Klein-
kindern gäbe es viele offene Fragen, weshalb ein
Entscheid besser vertagt werde. Dem können wir
nicht beistimmen. Die meisten wichtigen Fragen
bei den offiziell empfohlenen Impfungen sind
geklärt. Zurückgeblieben sind Zweifel genereller
Natur der Impfkritiker.
Anhand des Impfens könne man über den
Sinn der Medizin diskutieren. Ja, das kann man,
aber es wird sehr schwierig, wenn dabei Fakten
falsch zitiert werden. Zudem sind Impfungen ein
kompliziertes Beispiel für diese Sinndiskussion.
Denn der Entscheid für oder gegen eine Impfung
ist nicht ausschliesslich ein individualmedizi-
nischer. Selbstverständlich soll die Impfung den
Schutz der geimpften Person möglichst gut und
zuverlässig gewährleisten. Sie dient aber auch
dem indirekten Schutz der anderen Personen in
der Bevölkerung. Ebenso sind die unerwünsch-
ten Nebenwirkungen des Entscheids auf der in-
dividuellen wie auf der Bevölkerungsebene zu
betrachten.
Der Ratgeber der SKS leiste einen unabhängi-
gen, von wirtschaftlichen Interessen freien Bei-

Schweizerische Ärztezeitung / Bulletin des médecins suisses / Bollettino dei medici svizzeri •2005;86: Nr 23
Editores Medicorum Helveticorum
1398Medizinische Fachgesellschaften

trag zur Diskussion. Gerade die Unabhängigkeit
in der Beurteilung der vorhandenen Evidenz ist
es, die von uns und anderen als nicht gegeben
eingestuft wird.
Die Impfkommission sei verärgert und unge-
halten, dass die SKS einen Ratgeber zum Thema
Impfen publiziert. Das stimmt nicht. Das Pro-
blem liegt darin, das die SKS einen deutlich ein-
seitigen Ratgeber mit einer grossen Menge
schlecht fundierter Theorien publiziert.
Während Jahren seien Ärztinnen, Ärzte und
Eltern von offizieller Seite her sehr einseitig
und unausgewogen informiert worden. Darüber
muss man ehrlich und klar diskutieren. Verbes-
serungen in der Information sind immer mög-
lich. Aber dies rechtfertigt sicher nicht eine
unausgewogene, undifferenzierte Gegeninfor-
mation.

«Wenn sich der Kinderarzt nun bei uns be-
klagt, dass er wegen unseres Ratgebers noch eine
Beratung durchführen müsse, dann haben wir
dafür wenig Verständnis.» Das ist pure Demago-
gie. Eine kurze Beratung vor jeder Impfung ist
selbstverständlich. Wenn aber der impfende Arzt
auf die zu Unrecht geschürten Ängste bei den
Eltern und die vielen falschen oder irreführen-
den Behauptungen eingehen muss, wie die Impf-
kommission in der SÄZ Nr. 9, stellt das klar eine
unnötige Belastung des Gesundheitswesens dar.

Unseres Erachtens verletzt die Stiftung für
Konsumentenschutz mit der kritiklosen Unter-
stützung der Gruppe impfkritischer Ärzte ihre
unabhängige und neutrale Position und gefähr-
det damit ihr Ansehen. Es bleibt ihr allerdings
offen, gestützt durch das Recht auf freie Mei-
nungsäusserung, weiterhin ungenügend fun-
dierte Aussagen zu verbreiten. Wir sind trotzdem
der Hoffnung, dass die SKS nochmals über die
Bücher geht. Echter Konsumentenschutz inklu-
sive ausgewogener und gut fundierter Informa-
tion im Gesundheitsbereich ist nämlich drin-
gend nötig.


Literatur

1 Centers for Disease Control and Prevention. Ten
great public health achievements – United States,
1900–1999. MMWR Morb Mortal Wkly Rep 1999;
48:241-3.
2 Siegrist C-A, Aebi C, Desgrandchamps D,
Heininger U, Vaudaux B. Impfratgeber: Evidenz
anstelle von Behauptungen. Schweiz Ärztezeitung
2005;86(9):539-52.
3 Albonico HU, Hirte M. Impfungen – ein weiterhin
ungelöstes Problem. Schweiz Ärztezeitung 2005;
86(20):1202-15.
4 Sommaruga S, Bachmann J. Impfungen – viele
Fragen, unterschiedliche Einschätzungen. Schweiz
Ärztezeitung 2005;86(14):818-9.
5 World Medical Association. Declaration of
Helsinki – Ethical Principles for Medical Research
Involving Human Subjects. 2004. www.wma.net/
e/policy/b3.htm.
6 European Union. Directive 2001/20/EC of the EU
Parliament and of the Council on the approxi-
mation of laws, regulations and administrative
provision of the Member States relating to the
implementation of good clinical practice in the
conduct of clinical trials on medicinal products
for human use. 2001. www.efgcp.org/webitems/
act05_01directive.pdf.
7 Altpeter E, Burnand B, Capkun G, et al. Grund-
züge guter epidemiologischer Praxis. Ein Beitrag
zur Förderung der Qualität der epidemiologischen
Forschung in der Schweiz. Soz Präventivmed
2005;50:16-9. www.public-health.ch.

Schweizerische Ärztezeitung / Bulletin des médecins suisses / Bollettino dei medici svizzeri •2005;86: Nr 23
Editores Medicorum Helveticorum
1399
[*/quote*]


[*quote*]
Leserbriefe / Courrier du lecteur

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2005.11276
Veröffentlichung: 08.06.2005
Schweiz Ärzteztg. 2005;86(23):1383–1387
[*/quote*]
https://saez.ch/de/resource/jf/journal/file/view/article/saez/de/saez.2005.11276/2005-23-leserbriefe.pdf/


[*quote*]
Leserbriefe
2005;86: Nr 29/30 Leserbriefe / Courrier du lecteur

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2005.11380
Veröffentlichung: 20.07.2005
Schweiz Ärzteztg. 2005;86(2930):1769–1772
[*/quote*]
https://saez.ch/de/resource/jf/journal/file/view/article/saez/de/saez.2005.11380/2005-30-leserbriefe.pdf/

[*quote*]
Leserbriefe / Courrier du lecteur

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2005.11414
Veröffentlichung: 10.08.2005
Schweiz Ärzteztg. 2005;86(3233):1905–1907
[*/quote*]
https://saez.ch/de/resource/jf/journal/file/view/article/saez/de/saez.2005.11414/2005-33-leserbriefe.pdf/
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Steine kann man nicht essen!

Omegafant

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Re: Homöopathie = Betrügen mit Statistik
« Reply #4 on: July 03, 2018, 08:35:37 AM »

Christoph Aebi war an der Auseinandersetzung mti Impfgegnern beteiligt im Jahr 2005. Was ist vorher und nachher geschehen?

Über Christoph Aebi findet man einen brandheißen Artikel in Medinside:


Zitat:

[*quote*]
Christoph Aebi geht zurück zu seinen Wurzeln
Veröffentlicht am: 04. Mai 2018 11:34, von Claude Chatelain
Letzte Aktualisierung: 08. Mai 2018 14:04

«Als Teil eines grossen Spitals können wir günstiger produzieren», weiss Christoph Aebi, der zurückgetretene Direktor in der Kinderklinik des Berner Universitätsspitals.

Acht Jahre war Professor Christoph Aebi Direktor im Berner Kinderspital. Er erklärt, warum der ambulante Bereich unmöglich kostendeckend sein kann, und was die Vor- und Nachteile sind, keine eigenständige Kinderklinik zu sein.

Herr Aebi, Sie waren acht Jahre Direktor der Kinderklinik des Inselspitals in Bern. Warum haben Sie das Amt abgegeben?

"In den acht Jahren, in denen ich die Klinik führte, hat sich das Stellenprofil stark verändert. Und zwar von einem Direktor, der noch Einfluss hatte auf Patientenbetreuung, auf Inhalte der Forschung und auf Inhalte der Lehre hatte, zu einem CEO, der nur noch administrativ tätig war. Ich sehe mich vor allem als Arzt, als akademischer Forscher und weniger als Betriebswirtschafter. Für die restlichen zehn Jahre meiner beruflichen Tätigkeit wollte ich in mein angestammtes Gebiet zurückkehren."
[...]

Zudem werden reine Kinderspitäler eher Forschung betreiben als integrierte Kinderkliniken.

"Das sehe nicht so. Ich denke, in Bern oder Lausanne wird qualitativ wie quantitativ gleich gute Forschung betrieben wie in Zürich oder in Basel. Einen Nachteil haben wir womöglich in der Finanzierung, da reine Kinderspitäler als Marke auftreten können und somit im Fundraising einen Vorteil haben."
[...]

Christoph Aebi
Professor Christoph Aebi, geboren vor knapp 56 Jahren, leitete von 2010 bis Anfang 2018 die Kinderklinik am Inselspital. Nun kehrt der Facharzt für Pädiatrie und Infektiologie zurück zu seinen Wurzeln und will wieder vermehrt in Forschung und Lehre tätig sein. Von 1998 bis 2010 leitete er am Berner Kinderspital die Infektiologie. Vorher wirkte er während vier Jahren im Rahmen eines Fellowship an der Universität von Texas in Dallas. Christoph Aebi studierte in Fribourg und Bern.
[...]

Sie sagten, Teil einer Gruppe zu sein bringe wirtschaftliche Vorteile. Einer davon besteht wohl darin, dass die anderen Kliniken des Universitätsspitals ihre Defizite decken.
"Das mochte früher so gewesen sein. Doch mit der Einführung der neuen Spitalfinanzierung im Jahr 2012 werden Defizite nicht mehr durch die öffentliche Hand gedeckt. Wir haben den Auftrag, unsere Wirtschaftlichkeit zu verbessern."
[,,,]

--------------------------------------------

Kommentare

Hagen Thomas vor 2 Monaten
Noch vor wenigen Jahren galt die Karierrestufe des Klinikdirektors eine lebenslange Aufgabe mit Genugtuung bis zur Pensionierung. Heute scheint das nicht mehr so und ist gesellschaftlich hinterfragenswürdig. Ich wünsche einem verdienten akademischen Lehrer auf seinem weiteren Wege alles Gute!
[...]
[*/quote*]


Prof. Dr. med. Christoph Aebi (wieder) im Kinderspital:

http://www.kinderkliniken.insel.ch/de/kinderkliniken/kinderheilkunde/kikli-infektiologie/team/
[*quote*]
Universitätsklinik für Kinderheilkunde

Team Infektiologie

Akademische Mitarbeiter
Dr. med. Andrea Duppenthaler
Leitende Ärztin
(Fachärztin für Pädiatrie und Infektiologie FMH)

Prof. Dr. med. Christoph Aebi
(Facharzt für Pädiatrie und Infektiologie FMH)

Dr. med. Philipp Agyeman
Oberarzt Infektiologie (Facharzt für Pädiatrie und Infektiologie FMH)
[*/quote*]



Der Artikel von Medinside ist brandheiß. Der Kommentar von Hagen Thomas zeigt es:

[*quote*]
Noch vor wenigen Jahren galt die Karierrestufe des Klinikdirektors eine lebenslange Aufgabe mit Genugtuung bis zur Pensionierung.

Heute scheint das nicht mehr so und ist gesellschaftlich hinterfragenswürdig.[...]
[*/quote*]

Das sehe ich auch so, und zwar ganz entschieden. Warum hat jemand, der so entschieden gegen die Impfgegner auftritt, bei so etwas Idiotischem wie der "Studie" über die Wirkung von Homöopathie bei Mittelohrentzündung mitgemacht?

https://docplayer.org/docview/80/80971728/#file=/storage/80/80971728/80971728.pdf

Zitat:

[*quote*]
Lehre Universität Bern und Inselspital
Vorlesungen und Wahlpraktika Studium Humanmedizin

Im  Studium  Humanmedizin  ist  der  Fachbereich  Homöopathie  an  den  Lehrveranstaltungen  des IKOM in den Studienjahren 3 - 6 beteiligt. Zusätzlich wird in Zusammenarbeit mit der Fachrichtung Anthroposophisch  erweiterte  Medizin  ein  Wahlpraktikum  zur  kritischen  Beurteilung  von  wissenschaftlichen  Studien  am  Beispiel  von  Untersuchungen  zu  homöopathisch  potenzierten  Substanzen durchgeführt.

15.2.2017
Studienjahr 5 - SK1
Dr. Klaus von Ammon/Prof. Christoph Aebi
1
Einsatzmöglichkeiten der Klassischen Homöopathie in der Grundversorgung:
Akute und rezidivierende Otitis media bei Kindern

[*/quote*]

Im Interview sagt er:

"In den acht Jahren, in denen ich die Klinik führte, hat sich das Stellenprofil stark verändert. Und zwar von einem Direktor, der noch Einfluss hatte auf Patientenbetreuung, auf Inhalte der Forschung und auf Inhalte der Lehre hatte, zu einem CEO, der nur noch administrativ tätig war."

Das heißt, daß er auf die Inhalte der Forschung keinen Einfluß mehr hatte. Seine Aufgabe bestand nur noch im "Optimieren", also weniger Geld auszugeben und mehr Geld einzunehmen. Für mich stinkt das danach, daß man mit "Forschungsstipendien" (oder wie auch immer tituliert) Studien unterschiebt, die Geld einbringen, also angenommen werden müssen, auf deren Inhalte man jedoch keinen Einfluß hat. Mit anderen Worten: eiskalte Erpressung. An Aebis stelle wäre ich bei so etwas auch auf die Barrikaden gegangen.

Nach den mehr als nur dubiosen Praktiken in Kassel, wo Anthroposophen und Homöopathen mittels Stiftungslehrstuhl den Ruf der Universität ruiniert haben, haben sie anscheinend Blut geleckt und weiter ihre "Drittmittel" als Hebel eingesetzt. Geld um Betrug zu tarnen. Geld um sich das Image einer Universität zu stehlen. Geld um sich den Anschein von Wissenschaft zu geben. Die Carstens-Stiftung ist dabei nur ein Teil ihrer Werkzeuge. Auch das Homeopathy Research Institute HRI von Alexander Tournier in London gehört offensichtlich dazu. Letzteres wohl eher aus Eigeninteresse von Tournier und seinen Kollegen, aber dennoch wirksam als Werbemittel für den Verkauf von Homöopathika.

Die Sache stinkt zum Himmel. Um einen gestandenen Mann wie Professor Aebi zum Rücktritt zu bringen, muß EINIGES geschehen sein. Ich hoffe, daß er das Kinderspital frei von Homöopathen halten kann.
Logged
Steine kann man nicht essen!

Yulli

  • Jr. Member
  • *
  • Posts: 575
Richtlinien des Inselspitals
« Reply #5 on: July 04, 2018, 09:39:48 AM »

Es gibt eine Datei mit Richtlinien:

http://www.infektiologie.insel.ch/fileadmin/infektiologie/infektio_user/Pdf/Antibiotikarichtlinien_Inselgruppe_IFIK_2017_6.pdf
[*quote*]
Richtlinien für den Gebrauch
von antimikrobiellen Substanzen


Resistenzübersicht

2017
[*/quote*]


Diese Datei ist CREATED: "Wed 31 May 2017 07:57:36 AM CEST",

und MODIFIED: "Tue 06 Jun 2017 09:30:24 AM CEST"



[*quote*]
Richtlinien für den Gebrauch von antimikrobiellen Substanzen

Einleitung Allgemeine Bemerkungen


Zweck dieser Richtlinien ist ein optimaler Einsatz von antimikrobiellen S ubstanzen am
Inselspital. Optimaler Einsatz dieser Substanzen umfasst verschiedene qualitative und
ökonomische Aspekte:

•   Patientengerecht: An die Klinik angepasst, gezielt, sicher, mit korrekter Dosierung und Dauer
•   Reduktion der Resistenzproblematik
•   Reduktion der Kosten

Die Richtlinien sind gedacht als institutionell (Inselspital) akzeptierter Standard für die
Therapie von häufigen Infektionen. Sie sind kein Lehrbuch und ersetzen die sorgfältige
klinische Beurteilung der Patienten und die Anpassung der Therapie an besondere
Umstände nicht.

Die Richtlinien werden im Konsens mit allen Betroffenen implementiert. Positive Verän-
derungen lassen sich nur erzielen, wenn die Richtlinien von allen getragen werden, ihr
Wert offensichtlich ist und sie nicht als von oben verordnete Schikane empfunden wer-
den.

Rationale Antibiotikatherapie ist in Anbetracht der vielen verfügbaren Substanzen und
der sich verschärfenden Resistenzproblematik zu einer komplexen Herausforderung
geworden. Die Richtlinien sollen das fachliche Wissen von Ärzten fördern, und ihre
Implementierung sollte von einer kontinuierlichen Weiterbildung begleitet sein.

Wir sind allen Benutzern dankbar, wenn Sie uns auf Fehler, Lücken, Ungereimtheiten usw.
aufmerksam machen, damit diese verbessert werden können.


Die Richtlinien wurden von der Infektiologie (Inselspital Bern und Institut für Infektions-
krankheiten, Universität Bern) verfasst. Die ursprünglichen Richtlinien wurden allen Chef-
ärzten des Inselspitals zur Vernehmlassung vorgelegt und von der Arzneimittelkommis-
sion des Inselspitals verabschiedet. Wir möchten den Kollegen aus anderen Kliniken, die
zu den Richtlinien beigetragen haben, herzlich danken.

[Seite] 6


•   Die Wahl der empfohlenen antimikrobiellen Substanzen widerspiegelt neben wissen-
schaftlichen Erkenntnissen auch lokale Erfahrungen, regionale Resistenzmuster patho-
gener Erreger und Kostenüberlegungen.

•   Die Empfehlungen betreffen in erster Linie die empirische Therapie bei einer klinischen
Infektionsdiagnose. Nach dem Eintreffen der mikrobiologischen Befunde soll unter
Berücksichtigung des klinischen Verlaufs eine Neubeurteilung der Therapie erfolgen.
Dabei soll überprüft werden, ob der krankheitsverursachende Erreger gegen die ver-
wendete Substanz empfindlich ist, und ob die Therapie mit einer alternativen Substanz
mit engerem Wirkspektrum fortgesetzt werden kann.

•   Die Dosierungsangaben beziehen sich auf Einzeldosis und Dosierungsintervall.
Beispiel: «50 mg/kg KG q6h» oder «4u2 g i.v.» bedeutet, dass die Einzeldosis von
50 mg/kg KG Körpergewicht oder 2 g alle 6 Stunden verabreicht wird.

•   Die Berechnung der Dosis bei Medikamenten, die zwei Wirksubstanzen enthalten,
sind wie folgt vorzunehmen: die empfohlene Dosis/Gewichtseinheit bezieht sich auf die
primäre Wirksubstanz und nicht auf die Summe der beiden Wirksubstanzen zusammen
(Bsp. Amoxicillin/Clavulanat: 50 mg/kg KG/ Dosis = 50 mg/kg KG Amoxicillin).

•   Spiegelbestimmungen für Antibiotika sind v.a. für Aminoglykoside (Bsp. Amikacin, Gen-
tamicin, Tobramycin) sowie Vancomycin vorgesehen. Es handelt sich dabei um Talspie-
gel, d.h. die Bestimmung erfolgt unmittelbar vor erneuter Gabe. Bei Aminoglykosiden
sollen sie nicht nachweisbar oder unterhalb des Zielwertes sein. Dagegen sind beim
Vancomycin-Talspiegel, abhängig vom Erreger und des Infektionsortes, unterschiedliche
Werte anzustreben (entsprechend des Kapitels 1.G., Seite 81). In der Regel werden die
Talspiegel bei Aminoglykosiden vor der 3. Gabe und bei Vancomycin vor der 4. Dosis
bestimmt.

•   Bei postpuberalen Jugendlichen sind Richtlinien für Erwachsene zu verwenden.
Ausnahme: Fluorochinolone, z.B. Ciprofloxacin, sind bis zum Alter von 18 Jahren nur
bei den in den pädiatrischen Richtlinien festgelegten Indikationen zu verwenden.

[Seite] 7
[*/quote*]


Seiten 110 und 111:



gross:
http://www.transgallaxys.com/~aktenschrank/homoeopathen_wahn/ANTIBIOTIKA_RICHTLINIE_INSELSPITAL_JUNI_2017.png


Der Text:

[*quote*]
Akute Otitis media S. pneumoniae
H. influenzae
M. catarrhalis
Gruppe A
Streptokokken Analgesie und klinische Reevaluation nach 24h (< 2 Jahre) bzw. nach 48h (≥ 2 Jahre), falls AZ erhalten und keine Risikofaktoren (Trommelfell-
perforation, beidseitiger Befund, HNO-Fehlbildungen, Immundefizienz, «otitis prone Child») oder Anzeichen für Komplikationen (beginnende
Mastoiditis, Fazialisparese etc.) vorhanden.
unkompliziert Amoxicillin    
25 mg/kg KG q12h p.o.
5 (–10*)
2 g
Fieberpersistenz >72h
Rezidiv innert 4 Wo Amoxicillin-
Clavulanat    
40–45 mg/kg KG q12h p.o.
5 (–10*)
2 g
Orale Verabreichung
nicht möglich Ceftriaxon    
50 mg/kg KG q24h im/i.v.
1 (–3)
1 g
Penicillinallergie Cefuroxim-
Axetil    
15 mg/kg KG q12h p.o.
5
1 g
S. pneumoniae
Gruppe A
Streptokokken
S. aureus
(P. aeruginosa) Amoxicillin-
Clavulanat    
50 mg/kg KG q8h i.v.
14
6.6 g
Hals, Nase, Ohren
Purulente Rhinitis
Mastoiditis
110
25 mg/kg KG q12h p.o.
Chronische Gruppe A Streptokokken Rhinitis
Amoxicillin    
25 mg/kg KG q12h p.o.u5d
oder
Penicillin V    
50‘000 E/kg KG q12h p.o.u5d
2 g
2 Mio
> 2 J.
Ciproxin HC   2u3 Tr.
2 g
HNO-Konsilium
* «otitis prone Child», Immundefizienz,
Fehlbildung
* «otitis prone Child», Immundefizienz,
Fehlbildung
Clarithromycin    7.5 mg/kg KG q12h p.o. 1 g
Cefuroxim     50 mg/kg KG q8h i.v. 4.5 g
[*/quote*]


Das ist doch mal eine klare Ansage. Antibiotika: Ja! Homöopathie: Nein! Homöopathie steht da nicht drin!




[*quote*]
Herausgeber:   

ifik, Institut für Infektionskrankheiten
Universitätsklinik für Infektiologie, Inselspital Bern

Editoren:   
   
Dr. med. Christoph Hauser
Dr. med. Philipp Jent
PD Dr. med. Parham Sendi

Autoren Ausgabe 2017:   

Prof. Dr. med. Christoph Aebi
Dr. med. Philipp Agyeman
Dr. med. Claudia Brun del Re
Dr. med. Charles Béguelin
Dr. pharm. Sara Droz
Dr. med. Andrea Duppenthaler
Prof. Dr. med. Hansjakob Furrer
Dr. med. Christoph Hauser
Dr. med. Cédric Hirzel
Dr. med. Philipp Jent
Dr. med. Andreas Kronenberg
Prof. Dr. med. Stephen Leib
PD Dr. med. Jonas Marschall
Prof. Dr. med. Andri Rauch
PD Dr. med. Parham Sendi
Dr. med. Rami Sommerstein
Dr. med. Cornelia Staehelin
Dr. med. Christine Thurnheer
PD Dr. med. Stefan Zimmerli

© ifik, Institut für Infektionskrankheiten und
Universitätsklinik für Infektiologie, Inselspital Bern, 2017
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Eine klare Aussage, an der es nichts zu rütteln gibt.
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