Phiola fordert: Stallpflicht für Homöopathen


23.10.2005

Im Zuge der Seuchenbekämpfung bezüglich Vogelgrippe, hat sich gestern die Bundesregierung dazu entschlossen sämtliche gefiederten Freunde, die in menschlicher Obhut stehen, in Ställen unterzubringen. Eine, wie ich finde, durchaus gelungene Entscheidung im Sinne der Prävention. Denn niemand, am wenigsten die Vögel, profitiert von großangelegten Massenschlachtungen, die im Falle eines Ausbruchs dieser Krankheit nötig werden.

Nun ist einmal erst getan, was momentan getan werden kann, denkt man sich so ein seinem jugendlichen Leichtsinn.

Sicher! Denn wer kommt schon auf die Idee, daß tief im Volke verwachsen eine absurde, esoterische Idee grassiert, gemäß deren Ideologie es gar keine Vogelgrippe gibt und es gar von Vorteil wäre großflächig Vogelgrippe zu züchten und zu verbreiten, weil man damit heilen könnte.

Wer sagt denn sowas, werden Sie nun anmerken, und vielleicht denken, ich wolle sie verkohlen. Aber Sie werden es nicht glauben:
Hahnemann hat das gesagt. Gleich in seiner Vorrede der 6. Auflage des Organon steht:

Mit dieser (der Homöopathik) ist es ganz anders. Sie kann jeden Nachdenkenden leicht überzeugen, daß die Krankheiten der Menschen auf keinem Stoffe, keiner Schärfe, d.i. auf keiner Krankheits-Materie beruhen, sondern daß sie einzig geistartige (dynamische) Verstimmungen der geistartigen, den Körper des Menschen belebenden Kraft (des Lebensprincips, der Lebenskraft) sind.

und mit ihm verfechten das bereits Generationen von Homöopathen.

Was sagt uns das zunächst einmal: Die Vögel kippen nicht wegen der Vogelgrippe um, sondern weil sie eine geistartige Verstimmung haben ...

Aha! Sie werden zugeben, daß es höchst beeindruckend ist, wie "geistartige Verstimmungen" zu Hauf vom Himmel fallen. Bei dieser"geistartigen Verstimmungen" scheint es sich um eine Massenpsychose des Federviehs zu handeln.

Wir wollen jetzt aber nicht lästerlich sein, und folgen den Homöopathen auf ihren Spuren, der Erfassung eine Phänomens:


Psycho-Chicken,

oder: Mein Homöopath legt goldene Eier

 

Zu Arbon in der Schweiz, finden wir einen Naturheilpraktiker, der uns eine Pandemieplanung vorlegt, die sicher eine der obskursten ist, die bisher veröffentlicht wurden.

 

http://bomholt.ch/VOGELGRIPPE.pdf
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Zitat:
Naturheilpraxis Bomholt, Jens E. Bomholt, kant. approb. Naturheilpraktiker _________Eichenstrasse 33 b, 9320 Arbon & Notkerstrasse 10, 9000 St. Gallen_________
18. Oktober 2005 VOGELGRIPPE
VORBEUGUNG und Behandlung mit Naturheilkunde, insbesondere mit KLASSISCHER HOMÖOPATHIE
Primär entscheidet sich die homöopathische Behandlung einer Krankheit nicht aufgrund der Eigenheiten des Krankheitserregers, sondern aufgrund des Krankheitsbildes in seiner typischen Symptomatik.

1. KEINE ANGST VOR DEN „KRANKHEITSERREGERN"
In der klassischen Homöopathie und vielen Richtungen der Naturheilkunde ist der Krankheitserreger nicht die zwingende Ursache des Krankheit, sondern „fakultativ pathogen" (nicht zwingend krankheitserregend), „Krankheits-Indikator", oder sogar „Heilungshelfer"!

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Klingt erstmal gut, wie alles bei Homöopathen gut klingt, wenn man nicht genau weiß, was Homöopathen damit meinen. Sie erklären es einem ja auch nicht gerne, weil das, wie schon öfter erwähnt, "Schaden über die Homöopathie" bringt.
Herr Bomholt will uns damit sagen, daß er die Symptome, die ein Krankheiterreger auslöst, braucht, damit er weiß was in unserem Körper nicht richtig tickt. Das sieht der Herr Bomholt an den Symptomen. 42° Fieber, Organversagen und rotglühendes Gesicht bedeutet "geistartige Verstimmung" die anderswo Grippe heißt, aber keine ist, weil es eben eine "geistartige Verstimmung" ist.
Kurz gesagt denkt der Homöopath: "Sind SIE blöd, daß Sie so einfach krank werden."
Mit "Heilungshelfer" beschreibt er, daß man beispielsweise Eitererreger homöopathisch verdünnen kann und diese dann wiederum eingesetzt werden um die "geistartigen Verstimmungen" zurecht zu rücken. Man darf also abwarten bis die Deutsche Homöopathie Union rumänisches Geflügel bestellt, um Vogelgrippe-Globuli zu erschaffen.

Beziehen wir das nun auf die Situation der Vogelgrippe, würde dies bedeuten, daß alle Vögel, die an Vogelgrippe gestorben sind, rein deshalb starben, weil sie unter der gleichartigen "geistigen Verstimmung" litten. Wir können also von einem Wunder ausgehen, daß die Zugvögel wenigstens noch den Weg nach Europa zurückgefunden haben, so wie die angeschlagen waren. Zudem scheint sich diese kollektive "geistige Verstimmung" unter den Vögeln herumzusprechen. Ausgehend von Südostasien, hat sich das langsam aber sicher bis Europa ausgebreitet. Sind "geistige Verstimmungen" in etwa ansteckend?

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Zitat:
Ob jemand krank wird, hängt keinesfalls nur vom Krankheitserreger ab, sondern zum grössten Teil davon, wie anfällig das „Opfer" ist.
Bei geschwächten Lebewesen können selbst die harmlosesten Krankheiten einen dramatischen bis tödlichen Verlauf nehmen. Die Opfer der viel zitierten Spanischen Grippe waren alle unterernährt, lebten unter katastrophalen wirtschaftlichen Bedingungen, und waren nach Jahren des bis dahin grausamsten und grössten Krieges in jeder Beziehung geschwächt und ausgelaugt. Den Krieg hatten sie gerade noch überlebt, aber die harten Nachkriegsjahre verkrafteten sie nicht mehr. Pandemien und Epidemien betreffen immer vor allem geschwächte Individuen.
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Merken Sie sich das einmal gut: Ob jemand krank wird hängt nicht vom Krankheitserreger ab.
Denn nun wird es vollends absurd. WIE jemand krank wird, hängt bei Homöopathen in Wirklichkeit nämlich auch nicht von der individuellen Lebenssituation ab, obwohl man eigentlich nicht krank wird, wenn man keine "geistartige" Verstimmung hat.

Das versteht kein Mensch, aber Homöopathen-Logik ist auch etwas ganz Besonderes.

Es folgt nun die einzigartige Erklärung des Phänomens, daß ein Huhn und ein Zugvogel trotz völlig unterschiedlicher Lebensweisen, von welchen eine bestimmt gesünder ist, als die andere, gleichermaßen umkippen, obwohl es das gemäß Homöopathie eigentlich gar nicht geben dürfte:

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Zitat:

Die Besonderheit der homöopathischen Behandlung von Infektionskrankheiten und Epidemien besteht darin, dass wir nicht mehr die individuelle Symptomatik des einzelnen Patienten zur Mittelfindung benötigen, sondern die Eigenart der Epidemie.
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Dieser Satz stammt von Hahnemann und bedeutet, daß alle diejeigen, die der selben Infektionskrankheit anheim fallen, eine gleichartige "geistige Verstimmung" haben. In jedem anderen Fall ist es ausgeschlossen, daß alle das gleiche homöopathische Mittel bekommen dürfen.


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Zitat:

Dies bedeutet, dass in der Homöopathie die Grippe im Jahr X mit ihren typischen Magen-Darm-Symptomen dem einem Mittel entspricht, im Jahr Y mit den dann typischen Bronchien-Lungen-Symptomen einem anderen Mittel, und im Jahr Z vielleicht aufgrund des typischen Kopfschmerzes einem dritten Mittel. Jede dieser ganz unterschiedlichen typischen Verlaufsformen sind als Krankheiten „bei genauer Untersuchung sehr abweichend von allen ehemaligen, fälschlich mit gewissen Namen (Anmerkung: „Grippe") belegten Seuchen" ... (Organon 6, § 100).

Es gilt nun, das genaue Bild der gegenwärtigen Seuche mit ihren Eigenheiten zu erforschen. Aus dem Verlauf bei mehreren Patienten kommt diese besondere Ausprägung klar zum Vorschein, „da jede solche Collectivkrankheit erst bei näherer Beobachtung mehrer Fälle den Inbegriff ihrer Symptome und Zeichen an den Tag legt". „Indessen kann der sorgfältig forschende Arzt schon beim ersten und zweiten Kranken dem wahren Zustande oft so nahe kommen, dass er eines charakteristischen Bildes davon inne wird - und dann schon ein passendes, homöopathisch angemessenes Heilmittel für sie ausfindet." ... (Organon 6, § 101). In § 102 wird dies noch weiter vertieft.
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Also nochmal langsam:

Da fliegt ein Zugvogel von Südostasien nach Europa. Kippt um und ist tot.
Da sitzt eine Ente, neben dem Zugvogel. Schnieft zwei Tage. Kippt um und ist tot.
Da läuft ein Huhn an der toten Ente vorbei, rennt zurück in den Stall. Legt noch ein Ei. Kippt um und ist tot.
Kurze Zeit später guckt der Bauer entsetzt: Alle Hühner im Stall sind tot

Diagnose: Geistartige Verstimmung.

Gemäß Homöopathie sollten wir nun in etwa Folgendes rekonstruieren: Der Zugvogel war in Wirklichkeit ein feindlicher Bomber, der einen Krieg mit der Ente angefangen hat, die daraufhin gestresst umgekippt ist. Das Huhn war durch die Rennerei bereits ausgemergelt, rannte in den Stall zurück, erzählte von der toten Ente. Sämtlichen Hühner verging der Appetit und sie starben kurz darauf an Unterernährung.

Und nicht etwa am Erreger!

Haben Sie eine bessere Erklärung?


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Zitat:

4. WELCHES IST DAS PASSENDE, HOMÖOPATHISCH ANGEMESSENE HEILMITTEL FÜR DIE VOGELGRIPPE?
Die Suche nach dem passenden Heilmittel wird dadurch erleichtert, dass bei kollektiven Krankheiten (Epidemien) weitgehend nur die Polychreste (Mittel mit vielen Symptomen, die bei vielen Versuchspersonen mehrheitlich aufgetreten sind) in Frage kommen.
Aus bisher publizierten Fällen des Vogelgrippe-Verlaufs hat der Autor Klarheit darüber gewonnen, welches homöopathische Mittel das Simile (= ähnlichstes Mittel) ist. Alle klassischen Homöopathen sind aufgerufen, ebenfalls und unvoreingenommen das Mittel für die Vogelgrippe zu suchen, um im Anschluss daran im kollegialen Austausch zweifelsfrei zu bestätigen, dass es dem typischen Verlauf charakteristisch (gemäss § 153 Organon) entspricht.
Dieses Simile ist jederzeit problemlos verfügbar und kann bei jeder homöopathischen Heilmittelfirma kurzfristig in gewünschter Potenzstufe, Zubereitung und beliebiger Menge bezogen werden.
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Ja, wir sehen das nun völlig richtig. Die Gemeinsamkeit der Homöopathen überprüft nun, welche "geistartige Verstimmung" da wütet und tobt, und welche nun so langsam getrost Massenpsychose genannt werden kann.
Eine Massenpsychose, die folgende Merkmale trägt:

Es kommt erschwerend hinzu: Die Suche nach der Wahrhaftigkeit einer "geistartigen Verstimmung" wird nicht etwa überprüft, sondern ausdiskutiert. Hunderte von Homöopathen beratschlagen welcher Blitz wohl die toten Vögel getroffen haben mag, daß diese so einfach ohne ihre Erlaubnis sterben.

 

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Zitat:

6. ZUSAMMENFASSUNG
Wie Sie sehen, besteht kein Anlass zu übertriebener Sorge oder gar Panik:
• Vor dem Krankheitserreger selbst müssen Sie keine Angst haben. (Abschnitt 1)
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Die befallen einen nur, wenn man eine Massenpsychose zugeflüstert bekam.


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Zitat:

Seuchen betreffen vorzugsweise geschwächte Menschen in Krisen- und Katastrophensituationen. (Abschnitt 3)
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Die Massenpsychose beruht auf einer Massenkrise, die in einer gleichförmigen Masse von Individuen entstanden ist (so etwas wie ein Krieg der Klone)

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Zitat:

Bei einer Epidemie benötigen wir nur ein einziges homöopathisches Mittel. Wir kennen bereits den typischen Verlauf der Vogelgrippe-Erkrankung und somit das passende homöopathische Mittel. Es steht jederzeit in beliebigen Mengen zur Verfügung. (Abschnitte 3, 4)
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Und weil alle gleich durchgedreht sind, reicht ein einziges homöopathisches Mittel, obwohl man unter normalen Umständen so keinen homöopathischen Unfug veranstalten kann.

Nein! Homöopathie ist nicht unlogisch. Das kommt Ihnen nur so vor... sagen die Homöopathen

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Stallpflicht für Homöopathen. Sofort!