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Apoptose
Selbstvernichtungsprogramm der Zelle

Die Lebensdauer unserer Zellen ist begrenzt. In unserem Körper sterben jede Sekunde ca. 10 Millionen Zellen, und ebenso viele entstehen neu durch Zellteilung. Der programmierte Zelltod ist der Preis dafür, dass wir – im Gegensatz zum unsterblichen Einzeller - ein hochdifferenzierter Mehrzeller sein dürfen. Dieser muss sich während seiner begrenzten Lebensdauer ständig erneuern. Nach etwa 50 Teilungen muss die Zelle sich selbst umbringen. Dafür sorgen die Endstücke (Telomere) an den Chromosomen. Sind sie verbraucht, wird die Apoptose automatisch eingeleitet.

Abb. 6: Chromosom mit Telomeren.

Quelle: Gesundes Leben - Fachzeitschrift für Naturheilkunde 5/97.

Die apoptotische Selbstvernichtung beginnt mit wilden Zappelbewegungen der Zelle, die Zellmembran verformt sich. Gleichzeitig zerhacken Schneideenzyme das im Zellkern eingelagerte Erbgut. Die abgesprengten Zelltrümmer werden von den Fresszellen entsorgt.

Abb. 7: Eine Zelle im Prozess der apoptotischen Selbstbvernichtung.

Quelle: GEO Nr. 11/97

Da die Krebszelle wegen der Außerkraftsetzung der Mitochondrien nur noch als – unsterblicher - Einzeller weiterleben kann, blockiert sie mit Hilfe ihrer Gene die Apoptose. Zu diesem Zweck versiegelt sie die Telomere mit Hilfe des Enzyms Telomerase. Außerdem arretiert sie den Genschalter NF-kappaB-Faktor im Zellkern. Dieser müsste, wenn er seine Aufgabe im Rahmen der Prüfkaskade defekter Zellen erfüllt hat, den Zellkern wieder verlassen und seine Warteposition im Zellplasma einnehmen. Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin, Berlin, haben entdeckt, dass der NF-kappaB-Faktor bei Krebszellen im Zellkern verbleibt und damit den Zelltod blockiert.

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