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Das Überleben auf diesem Planeten / Gesunde Umwelt, gesunde Ernaehrung => Rettet die Natur! => Topic started by: ama on September 29, 2008, 07:43:30 AM

Title: Katastrophale Sauerstoffwerte in der Ems
Post by: ama on September 29, 2008, 07:43:30 AM
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WWF Presse-Newsletter 29.09.08

Katastrophale Sauerstoffwerte in der Ems
WWF-MESSUNGEN BELEGEN ÖKOLOGISCHE KRISE VOR DER ÜBERFAHRT DER
"CELEBRITY SOLSTICE"


Leer -  Der WWF hat während des Probestaus der Ems zwischen dem
Speerwerk Gandersum und Papenburg extrem niedrige Sauerstoffwerte
gemessen. Zudem sei der Boden des Flusses zeitweise mit einer bis zu
zwei Meter dicken Schlickschicht bedeckt. "Der Fluss ist auf einer
Strecke von über 30 Kilometer praktisch tot", erklärte
WWF-Expertin Beatrice Claus. Die katastrophalen Messergebnisse seien
vor allem auf die Baggerungen im Fluss zurückzuführen. Damit
hatten die Behörden in den letzten Wochen die Ems vertieft, um am
Wochenende die Überführung des XXL-Kreuzfahrtschiffes "Celebrity
Solstice" von der Papenburger Meyer Werft an die Nordsee zu
ermöglichen. Die Überführung des Schiffes hatte am Sonntagmittag
begonnen.  

Wegen der andauernd schlechten Sauerstoffwerte gebe es vermutlich
kaum noch Fische im Fluss. Darum sei aktuell auch kein Fischsterben
zu beobachten. Am Gewässerboden hat der WWF am Freitag und Samstag
Werte von weniger als einem Milligramm gemessen. Auch an der
Gewässeroberfläche lagen die Werte unter dem für das Leben im
Fluss kritischen Wert von vier Milligramm. Ein gesunder Fluss
enthält acht Milligramm Sauerstoff pro Liter.  

Auch das eindringende Salzwasser macht dem Fluss während des
Probestaus zu schaffen. Denn aus der Nordsee wird salzhaltiges
Wasser in die Ems gepumpt - auch in die Süßwasserbereiche des
Flusses. Der WWF hat in den Übergangsbereichen zwischen Salz- und
Süßwasser bereits am Sonntagmorgen bei Leer dreifach erhöhte
Salzwerte gemessen. Süßwasserarten können diesen plötzlichen
Salzschock nicht verkraften.  

Der WWF misst während des Probestaus parallel zur zuständigen
Behörde, dem Niedersächsischen Landesbetrieb für
Wasserwirtschaft, Küstenschutz und Naturschutz (NLWKN). Beim
letzten Probestau im August hatte der WWF erstmals die schlechten
Sauerstoffwerte am Boden der Ems nachgewiesen, die die Behörde
damals nicht erfasst hatte.  

"Die permanenten Eingriffe zerstören den Fluss", so WWF-Expertin
Beatrice Claus. Bis zum Jahr 2000 sei nur der Abschnitt zwischen
Papenburg und Leer von den massiven ökologischen Problemen
betroffen gewesen. Seitdem habe das Flusssterben auch den weiteren
Verlauf der Ems bis zum Speerwerk Gandersum erreicht. Der WWF
fordert Politik, Behörden und die Meyer-Werft auf, endlich
Konsequenzen aus der jahrzehntelangen Zurichtung der Ems für die
immer größer werdenden Schiffe der Werft zu ziehen. "Die Ems
muss umfassend ökologisch saniert werden. Und die Meyer-Werft muss
ernsthaft über Alternativen nachdenken. Eine ganze Region leidet
unter den Folgen der Ems-Zerstörung", so Claus.  

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