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Author Topic: 10 Jahre EHEC: „Der Skandal wurde weder aufgeklärt noch wurden die Schwachstell  (Read 52 times)

Respererso

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Subject: foodwatch zu 10 Jahren EHEC: „Der Skandal wurde weder aufgeklärt noch wurden die Schwachstellen in der Lebensmittelüberwachung behoben“
Date: 2021-05-07 05:04
From: foodwatch Pressemitteilung <presse@foodwatch.de>
To: JensSpahn@Bundespfuscher.de

foodwatch zu 10 Jahren EHEC: „Der Skandal wurde weder aufgeklärt noch
wurden die Schwachstellen in der Lebensmittelüberwachung behoben“

_Berlin, 7. Mai 2021._ Durch den EHEC-Ausbruch vor zehn Jahren
erkrankten im Frühsommer 2011 mehr als 3.800 Menschen zum Teil schwer.
53 Menschen starben, weil sie sich mit dem besonders aggressiven Stamm
O104:H4 des Darmbakteriums E. coli infiziert hatten. Dazu erklärt
Andreas Winkler von der Verbraucherorganisation foodwatch:

_"Der EHEC-Ausbruch wurde weder aufgeklärt noch hat die Bundesregierung
die entscheidenden Schwachstellen in der Lebensmittelüberwachung
behoben. Die Bundesregierung hat die Öffentlichkeit mit der Behauptung
getäuscht, ägyptische Sprossen seien ‚mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit‘ die Ursache der EHEC-Krise. Dabei wurde die
Ursache des Ausbruchs nie wirklich gefunden. Denn 87 Prozent aller
gemeldeten EHEC-Fälle wurden ohne Klärung der Ansteckungsursache zu
den Akten gelegt – das hat das Robert Koch-Institut gegenüber
foodwatch bestätigt. Bei gerade einmal 13 Prozent aller
EHEC-Erkrankungen konnten die Behörden eine Verbindung zu
Bockshornkleesamen aus Ägypten nachweisen, die ein niedersächsischer
Sprossenerzeuger gekeimt und verkauft hatte._

_Wie so viele Lebensmittelskandale hat auch EHEC kaum zu Konsequenzen
geführt, nachdem die Krise aus den Schlagzeilen verschwunden war. Egal
ob EHEC, Pferdefleisch oder zuletzt der Listerien-Fall um Wilke-Wurst
– es sind immer die gleichen Schwachstellen, die längst behoben sein
müssten:_

    * _Erstens, wir brauchen politisch unabhängige Landesanstalten für
Lebensmittelüberwachung in jedem Bundesland, anstatt ein Durcheinander
von 400 kommunalen Kontrollbehörden, die unter dem politischen Einfluss
von Landräten stehen und deren Zuständigkeit an der Landkreisgrenze
endet._
    * _Zweitens muss die im EU-Lebensmittelrecht vorgeschriebene
Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln entlang der gesamten Lieferkette
endlich konsequent durchgesetzt werden. Nur so kann vermieden werden,
dass im Krisenfall lebenswichtige Zeit verloren geht, falsche Fährten
verfolgt werden und 400 Behörden gleichzeitig den Verbleib
zurückgerufener Produkte recherchieren müssen._
    * _Drittens müssen alle Lebensmittelbehörden per Gesetz dazu
verpflichtet werden, ausnahmslos alle Ergebnisse von
Lebensmittelkontrollen immer zu veröffentlichen._

_Solange Bund und Länder die systemischen Fehler in der
Lebensmittelüberwachung nicht beheben, kann ein Fall wie EHEC jederzeit
wieder passieren.“_

Mehr Informationen und Quellen:

Der EHEC-Ausbruch im Frühsommer 2011 gilt als der größte Ausbruch,
der je in Deutschland beschrieben wurde, weltweit waren noch nie zuvor
so viele Fälle des von EHEC-Bakterien ausgelösten
hämolytisch-urämischen Syndroms bei einem Ausbruch registriert worden.


    * foodwatch-Report zur EHEC-Krise 2011:
https://www.foodwatch.org/de/reports/2012/im-bockshorn/ [1]
    * Antwortschreiben des Robert-Koch-Instituts an foodwatch (2013):
https://www.foodwatch.org/fileadmin/foodwatch.de/news/2013-06-17_Antwort_RKI_geschwaerzt_02.pdf
[2]

Pressekontakt:

foodwatch e.V.
Andreas Winkler
E-Mail: presse@foodwatch.de
Mobil: +49 (0)174 / 3 75 16 89
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