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Der Hochstapler, Fälscher und Betrüger Isaac Goiz Durán"

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Author Topic: NZZ_BLOG_ARCHIV Albonico 19. April 2009 "Nicht teurer als Schulmedizin"  (Read 1373 times)

ama

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Hans Ulrich Albonico

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›NZZ Votum
›Alles Placebo oder was?
19. April 2009, 17:52, NZZ Blogs
Eidg. Abstimmung vom 17. Mai - Komplementärmedizin
Nicht teurer als Schulmedizin
Pro Arzt deutlich billiger

Die seriösen Kostenstudien machen klar: Komplementärmedizin verteuert das Schweizer Gesundheitswesen nicht. Im konzilianten Miteinander von Schul-und Komplementärmedizin können sogar Kosten gespart werden.

Der Gegenvorschlag von Ständerat Büttiker hat bereits Klarheit geschaffen: Um viel Geld geht es so oder so nicht. Nur gerade die ärztliche Komplementärmedizin, welche von schulmedizinisch ausgebildeten Ärztinnen und Ärzten mit gültigem FMH-Facharzttiel und zusätzlichem FMH-anerkannten Fähigkeitsausweis praktiziert wird, soll wieder von der Grundversicherung übernommen werden. Damit ist die Qualitätslatte hoch angesetzt.

Gemäss Statistik des BAG beliefen sich diese Kosten vor dem Ausschluss (2004) auf gerade mal 25 Mio Franken jährlich, entsprechend 0.134 (Null Komma eins drei vier) Prozent der Gesamtkosten der Grundversicherung. Das macht monatlich 30 Rappen pro Versicherten.

Nebst verschiedenen spekulativen Schätzungen gibt es auch sorgfältige Kostenstudien. Im nationalen Programm Evaluation Komplementärmedizin PEK wurden die beforschten Praxis- und Patientenprofile mit den Kostendaten der santésuisse verlinkt. In einer äusserst kritischen statistischen Auswertung unter der fachlichen Leitung von Prof. Eichenberger der Universität Fribourg wurden die Daten von 262 zertifizierten komplementärmedizinischen Ärzten mit jenen von 172 schulmedizinischen Kollegen verglichen. Resultat: die gesamten Behandlungskosten pro Patient sind im komplementärmedizinischen Setting nicht höher. (A. Busato, R. Eichenberger, B. Künzi: BMC Health Services Research 2006;6:132) Das spricht auch gegen eine kostenrelevante Parallel-Nutzung.

Auf den Arzt bezogen, sind die Kosten sogar wesentlich tiefer. Im Vergleich von 249 komplementärmedizinischen mit 168 schulmedizinischen Praxen beliefen sich die gesamten Konsultationskosten pro Jahr gerade mal auf die Hälfte (416'000 vs. 835'000 Franken). (Schlussbericht PEK 2005, Homepage BAG)

Das PEK-Forschungsprogramm ergab dazu interessante Facts: Die Patienten in den komplementärmedizinischen Praxen sind insgesamt schwerer krank und haben häufiger chronische Leiden. Zwar brauchen die komplementärmedizinischen Ärzte mehr Zeit für ihre Patienten (29 vs. 18 Minuten pro Konsultation), dafür liegen die Konsultationskosten pro Zeit tiefer (22 vs. 34 Franken pro 5 Minuten). Komplementärmediziner brauchen weniger apparative Untersuchungen und verordnen kostengünstigere Medikamente. Dazu kommen noch Einsparungen zufolge seltenerer Überweisungen an Spezialärzte und Veranlassung kürzerer Spitalaufenthalte.

Mein persönliche Erfahrung ist diese: Wenn ich gut auf die Bedürfnisse meiner PatientInnen eingehe, mit ihnen sorgfältig bespreche, welche Abklärungen wirklich nötig sind, sodann einen optimalen Behandlungspfad suche, kann ich Parallelbehandlungen durchaus vermeiden und mit der Anwendung komplementärmedizinischer Therapien wesentlich Kosten sparen.

Hansueli Albonico.

 
 Leser-Kommentare: 10 Beiträge

Olga Xid (4. Mai 2009, 20:25)
Weg mit dem parasitären Plunder!

Hansueli Albonico schreibt:
"kann ich Parallelbehandlungen durchaus vermeiden und mit der Anwendung komplementärmedizinischer Therapien wesentlich Kosten sparen."

Umgekehrt wird ein Schuh daraus!

Der Parasit "Komplementärmedizin" (ein komplementäre Medizin gibt es im übrigen nicht und kann es auch nicht geben) lebt davon, daß die Kranken geheilt werden durch die wissenschaftliche Medizin. ("Schulmedizin" ist ein Kampfbegriff der Homöopathen.)

Und nun sollen die Kosten für die böse wissenschaftliche Medizin gespart werden. Weil die "Komplementärmedizin" billiger ist.

Gar keine Medizin ist noch billiger. Sie ist auch volkswirtschaftlich sehr effektiv: man nennt es sozialverträgliches Frühableben.



John Brändli (28. April 2009, 22:06)
@ ama ama
aus Ihren hiesigen Beiträgen wird Ihre Vehemenz gegen die KM ersichtlich. Aber was Sie da schreiben, ist einfach unglaublicher Schmarren.
Der Beitrag von Dr. Albonico ist sachlich, fundiert und informativ! Danke!

ama ama (24. April 2009, 01:51)
Das Recht der Kranken auf einwandfreie Diagnose wird mit Füßen getreten
Uri Liebeskind schreibt:
"Seine Aussage ist doch ein unverblümter Hinweis auf eingebildete Krankheiten"

Das wäre ja noch harmlos. Tatsache ist aber, daß tausende von Patienten mit organischen Erkrankungen als eingebildete Kranke psychiatrisiert und mit nutzlosem Zuckerzeug oder auch Psychopharmaka vollgestopft werden. Über Jahre werden sie auf diese Weise schikaniert und ihre Gesundheit runiniert. Wechseln diese Kranken dann den Arzt, werden sie als "Arztwechsler" - und damit wieder als Psychopathen - niedergemacht.

Homöopathie ist der Inbegriff der organisierten Kriminalität und der infektiösen Geisteskrankheit ... der Homöopathen.


Uri Liebeskind (23. April 2009, 23:33)
Bedürfnisse
Albonico schreibt, dass er gut auf die Bedürfnisse seiner Patienten eingeht. Also wenn jemand eine ernsthafte Krankheit hat, dann muss diese behandelt werden. Was hat das mit der Befriedigung von Bedürfnissen zu tun? Seine Aussage ist doch ein unverblümter Hinweis auf eingebildete Krankheiten. Der Herr Doktor soll uns ein einziges Beispiel einer solchen Abklärung im Detail aufzeigen. Welche Fragen und welche Antworten von ihm konkret wie interpretiert werden und warum er dann was verschreibt. Er hätte ja noch mehr gespart, wenn er den Patienten einfach so mit gut Zureden beruhigt und diesen dann nach Hause geschickt hätte.

ama ama (23. April 2009, 16:08)
Eine Behandlung ohne Diagnose

Hansueli Albonico schreibt:
"... kann ich Parallelbehandlungen durchaus vermeiden und mit der Anwendung komplementärmedizinischer Therapien wesentlich Kosten sparen."

Damit sagt er nichts anders als daß er ausschließlich mit den angeblich "komplementären" "Therapien" behandelt.

Also behandelt er OHNE DIAGNOSE. Homöopathie kennt bekanntlich keine Diagnose, weil bei der Homöopathie die Ursache der Krankheit schon feststeht: die "Verstimmung der Lebenskraft".
Eine Behandlung ohne Diagnose ist Pfusch!



Marlise Herrmann (21. April 2009, 08:26)
Komplexität braucht viel Zeit
@ Daniel Niklaus u. Max Blatter
Was heisst "mehr Zeit haben-schneller auf die Beine"? Sie stellen die Behandlung mit einem Kaffeetratsch auf eine Stufe, was falsch ist; der Individualität wird Zeit eingeräumt, aber auf eine systematische professionelle Art um herauszufinden, wie die/der Patient/in beschaffen ist (Muskulatur, Nervensystem etc.- bei jedem Menschen verschiedene Ausprägungen). Um einen Menschen, der dermassen komplex aufgebaut ist, zu erfassen, braucht es natürlich Zeit! Vielleicht hat eine/ein Leser/in positive Erfahrung mit der Behandlung von Blutdruck mit Naturmedizin?

Max Blatter (20. April 2009, 17:58)
Eigene Erfahrung
Vielleicht ist im Zusammenhag mit dier Diskussion um "Heilung" oder "Dauerbehandlung" eine eigene Erfahrung wertvoll: Ich hatte an horrendem Bluthochdruck gelitten, der erst entdeckt wurde, nachdem Herz, Lunge und Nieren unter der Belastung zu "murren" anfingen. Die Organveränderungen regenerierten rasch; der Bluthochdruck muss aber durch permanente Medikamenteneinnahme korrigiert werden, was bestens funktioniert. So profitiere ich von den Fortschritten der "Schul-"medizin, während noch einer meiner Grossväter aus vermutlich ähnlichem Grund mit wenig über 50 Jahren an einem Schlaganfall starb. - Da kann Komplementärmedizin kaum etwas beitragen!

Daniel Niklaus (20. April 2009, 16:20)
Immer wieder beobachtet
Oft gibt es Doppelbehandlungen und mehrmals beobachte ich, dass die Naturärzte wie die "normalen" Ärzte die Genesung ihrer eigenen Behandlung zuschreiben. Das kann zu verzehrter Wahrnehmung mit schlimmen Auswirkungen führen. Zum Beispiel vereinzelte Naturärzte die angeblich Krebs und Aids "heilen" können. Trotzdem ist für mich Ihr Resultat glaubwürdig. Aber ob wir hier von einem kausalen Zusammenhang (Naturmedizin/Genesung) oder von einer Korrelation sprechen (Arzt mit mehr Zeit, Patient kommt schneller auf die Beine), steht auf einem ganz anderen Blatt.

Hansuli Anderegg (20. April 2009, 11:27)
Behandlungserfolg
Aus Praxiskosten und Patientenprofilen lässt sich kein Preis-/Leistungsverhältnis ableiten. Und das will ich wissen. Dazu muss der Behandlungserfolg an objektiven Diagnosen gemessen werden. Allzu oft müsste die Diagnose vielleicht "eingebildete Krankheit" heissen. Ich kenne einige Leute, die sich jahrelang mit alternativer Medizin behandeln lassen. Auf die Frage "Bist Du jetzt geheilt?" kommt nur ein unverständliches Brummeln. Chronische Leiden an heilbaren Krankheiten? Eine Auswertungen von Krankenkassendaten ergab seinerzeit, dass alternative Medizin meistens zusätzlich zur Schulmedizin konsumiert wurde.
Von mir aus: Alternativmedizin und psychologische Behandlung in der Grundversicherung, wenn sich der Versicherte einer straffen Kontrolle der Krankenkasse unterwirft mit einem extensiven Gesundheitspass.

Thomas Widmer (20. April 2009, 11:19)
30 Rp. / Monat !?
Ein einfacher Plausibilitätscheck zeigt, dass die Kosten nicht nur 30 Rp. pro Versicherten sein können. Dann wäre nämlich die Initiative nicht nötig, denn eine Zusatzversicherung, welche nur 1 Fr. pro Monat Kosten (mit 200% Marge!), ist für keine Einkommensgruppe ein Problem.
Dazu kommt, dass die Kosten alleine nicht relevant sind. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist relevant: wenn Komplementärmediziner unheilbar chronisch Kranke mit billigen, nachweisbar wirkungslosen Pülverchen für "nur" Fr. 400'000 im Jahr behandeln, dann ist das immer noch viel zu teuer.
 
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« Last Edit: May 18, 2009, 04:26:12 PM by ama »
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