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Author Topic: NZZ_BLOG_ARCHIV Albonico 13. April 2009 "Natürlich gemeinsam"  (Read 1652 times)

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Hans Ulrich Albonico

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›NZZ Votum
›Alles Placebo oder was?
13. April 2009, 22:01, NZZ Blogs
Eidg. Abstimmung vom 17. Mai - Komplementärmedizin
Natürlich gemeinsam
Synergien nutzen bringt weit mehr als eine Million

"Bund und Kantone sorgen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für die Berücksichtigung der Komplementärmedizin" - mit diesem neuen Verfassungsartikel will die Schweiz die Zusammenarbeit von Schul- und Komplementärmedizin fördern. Hier die Kernforderungen.

1. Die von  Ärztinnen und Ärzten seit Jahrzehnten erfolgreich angewandte Komplementärmedizin soll nach einem fairen Zulassungsverfahren wieder in die Grundversicherung aufgenommen werden, sofern sie von Medizinern mit FMH-anerkannter Ausbildung in Schul- und Komplementärmedizin praktiziert wird.

2. Für nichtärztliche Therapeutinnen und Therapeuten werden einheitliche, öffentlich anerkannte nationale Diplome geschaffen. Die Abrechnung erfolgt indessen unverändert über die privaten Zusatzversicherungen.

3. Die Arzneimittelvielfalt muss in der Schweiz erhalten bleiben, damit unsere Patientinnen und Patienten weiterhin individuell behandelt werden können.

4. Wenn ein Grossteil unserer Bevölkerung Komplementärmedizin in Anspruch nimmt, muss sichergestellt werden, dass die Ärzte in ihrer Ausbildung die Grundsätze der wichtigsten Heilmethoden kennenlernen.

Persönlich halte ich nach 25-jähriger Praxistätigkeit, 13-jähriger Patientenarbeit am Spital und 30-jähriger Erfahrung mit vier eigenen Kindern den Verfassungartikel für massvoll. Wir erhalten damit eine grossartige Chance für einen wichtigen Schritt in die Zukunft.

Hansueli Albonico

 
 Leser-Kommentare: 21 Beiträge

Olga Xid (1. Mai 2009, 20:11)
Als nächstes kommen die Hütchenspieler und wollen eine Qualitässicherung

Hütchenspieler sind keine so große Gefahr für das Leben der Menschen wie die Ärzte und Heilpraktiker, die Pfusch verüben.


Darum JA am 17.5. denn die eidgenössische Regelung dieser Berufe ist auch eine der Forderungen.

Mónica Heinz-Boxler (29. April 2009, 15:09)
Teure Ärzte oder Wirksamkeit
Ja, Herr NIklaus, sie haben (leider) recht mit Ihrem Kommentar vom 14.4. Auch ich finde, dass eine Methode entweder die WZW-Kriterien erfüllt oder nicht und dann spielt es keine Rolle, ob sie von einem Arzt oder einer entsprechend qualifizierten Fachperson ausgeübt wird. Es liegt aber nicht nur am "Portemonnaie" sondern vielmehr daran, dass es bisher für Therapeuten und Heilpraktiker/Naturärzte nur eine ungenügende Qualitätssicherung (über Registrierungsstellen wie EMR, SPAK oder ASKA) gibt. Darum JA am 17.5. denn die eidgenössische Regelung dieser Berufe ist auch eine der Forderungen.

ama ama (24. April 2009, 15:56)
zur wissenschaftlichen Medizin gibt es keine Alternative!
Christian U. Vogel fragt:
"Gibt es den Placebo-Effekt nur bei der Naturheilkunde? Sind die Schulmediziner alles kalte Monster, dass Heilungserfolge dank menschlicher Zuwendung nur in der Alternativmedizin vorkommen? Warum sind die mehreren Tausend ärztlichen und nicht-ärztlichen Anwender von Komplementär- und Alternativmedizin Träumer oder Scharlatane, wenn sie ihren eigenen Sinnen, ihren eigenen Wahrnehmungen vertrauen?"
---
Warum eine so lange, gewundene Frage? Die Antwort ist doch ganz einfach: Weil die "Alternativ""mediziner" fachlich nichts drauf haben. Weil sie Kranken esoterischen oder anderen Pfusch andrehen, der im besten Fall Placebo-Wirkung hat, oft genug aber eine schädlich, manches Mal sogar eine garantiert (!) tödliche!
Solches zwielichtige Volk hat sogar die Stirn, einen Bundesverband zu gründen:
http://www.doktor-tod.de
In Norwegen sind wieder Todesfälle aufgedeckt worden. In Deutschland wird ermittelt.



Alex Müller (22. April 2009, 13:02)
Gesetzesvorlage ist leider nur minimal vormuliert
Wir müssen kräftig ja stimmen. Warum? Weil die inhaltliche Ausgestaltung durch das Parlament gemacerfolgt. Die Pharma-Lobby wird viel Geld ( "Überzeugung") einsetzen, um möglichst wenig Substanz im Gesetz zu ermöglichen.
Der "Stadller-Blog" verrät das Nieveau.

Mónica Heinz-Boxler (21. April 2009, 18:07)
Integrative Medizin
Herr Albonico hat leider die wahrscheinlich fast wichtigste Kernforderung der Initiative nicht erwähnt - die Förderung einer integrativen Medizin, d.h. einer Zusammenarbeit von Schul- und Komplementärmedizin. Ich nehme an, dass diese Zusammenarbeit für ihn einfach eine Selbstverständlichkeit ist. Ich bin der selben Meinung, doch wenn ich die Kommentare in den Blogs lese ist da leider noch sehr viel Intoleranz auf beiden Seiten.


Lucien Michel (17. April 2009, 15:31)
Eigentlich Absurd
die ganze Diskussion um die paar Fränkli, die die Kassen für Chügeli etc. berappen müssten - im Gegensatz zu dem was die Pharma und med high tech einstreicht, geschützt in der Schweiz durch Importverbote, admin. Hürden etc., erreicht durch eifrige Lobbyings im Parlament und Departement, Parteienfinanzierung und dergleichen..

Marlise Herrmann (16. April 2009, 18:11)
Ausprobieren versus genau vorhersagen gilt für beide
@ Hans Martens
In der Psychotherapie wird mit Schulmedizin gearbeitet. Kein Therapeut und keine Therapeutin kann genau vorhersagen, welche Substanz bei welchem Patienten wie wirkt. Es ist ein Ausprobieren! Es gibt aber pflanzliche Substanzen, die gezielt eingesetzt werden können bei übersäuertem Magen bsp. Es ist eben komplex - je nach dem, was sie betrachten, kann man die gezielte Wirkung vorhersage oder nicht, auf beiden Gebieten, der Alternativ- wie der Schulmedizin.

Mike Meier (16. April 2009, 12:42)
Wirkung beim Patienten zählt!
Ich habe eine naturwissenschaftliche Ausbildung. Selbstverständlich war ich sprachlos als ich feststellte, dass mit der ersten Behandlung (klassische Homöopathie, hoch potenziertes Mittel, Behandlung durch FMH Mediziner) meine jahrelang von verschiedenen Fachärzten erfolglos behandelten Beschwerden aufhörten. Noch besser - im Zuge der weiteren Behandlung hat mein Körper aus der Speicheldrüse einen festen, kugelförmigen Körper "ausgestossen".
Deshalb kam ich zur Erkenntnis, dass diese Form der Behandlung bei mir wirksam war.
Seit Jahren versuche ich das seither, mit dem Wissen meiner naturwissenschaftlichen Ausbildung und allem was zu diesem Thema publiziert wird wenigstens in den Grundzügen nachzuvollziehen - erfolglos.
Aber die Wirkung war da, definitiv und unumkehrbar - interessant, nicht wahr.

Hans Martens (16. April 2009, 11:54)
Hijacker am Werk
@ Christian U. Vogel: Ich vermute, dass die AM-Spiritualisten eben selektiv und taktisch smart alle "soft-values" der Wissenschaft und Medizin für sich vereinnahmen. Die Kirchen tun dies als Teil ihres Business-Models systematisch: Die Psyche wird als "Seele", als irgend ein gasförmiges Wesen mysifiziert, wird "heilig" genannt, ist somit unantastbar, "gehört" exklusiv dem lieben Gott. Wer diesen Mist nicht glauben will, dem werden willkürlich Angst und Schuldgefühle verpasst. Befreiung kommt aber selten vor, da die Hirnverschmutzung schon in der Kindheit stattfindet und meistens lebenslang eingeprägt bleibt. Hirnwäsche, nebenbei bemerkt, würde das Hirn SAUBER und FREI machen. Sowas ist natürlich unerwünscht...

Christian U. Vogel (16. April 2009, 11:02)
Gleiche Fragen.
Uri Liebeskind weist auf die Selbstheilungskräfte hin und schreibt: "Wenn von mehreren 10'000 Pers. Homöop. einnehmen, werden unvermeidbar auch von diesen einige 1'000 gesund. Diese Pers. neigen verständlicherweise zu glauben, dass sie wegen der Homöop. gesund geworden sind. Wenn von mehreren 10'000 Pers. für etwas beten, wird bei einigen 1'000 der erbetene Wunsch erfüllen. Diese neigen verständlicherweise zu glauben, dass Gott ihr Gebet erhört hat." Dem ist voll zuzustimmen.
Aber: Warum werden solche Fragen nur an die Komplementärmedizin gestellt und nicht an die Schulmedizin? Gibt es den Placebo-Effekt nur bei der Naturheilkunde? Sind die Schulmediziner alles kalte Monster, dass Heilungserfolge dank menschlicher Zuwendung nur in der Alternativmedizin vorkommen? Warum sind die mehreren Tausend ärztlichen und nicht-ärztlichen Anwender von Komplementär- und Alternativmedizin Träumer oder Scharlatane, wenn sie ihren eigenen Sinnen, ihren eigenen Wahrnehmungen vertrauen?


Andreas Koch (16. April 2009, 08:48)
@Michèle Meyer
Frau Meyer: Der Vertreter dieser klassischen Homöopathie würde über Nacht zum Star.
Ein in der Vergangenheit oft durchgeführter Approach war, sich den vermuteten Krankheitserreger selbst zu applizieren. Im Falle HIV wäre das Experiment unter der Voraussetzung, dass man 24 Jahre HIV Erkenntnisse seit Montagnier und Gallo total ignoriert wie folgt: Vermeintliches HIV aus einer Zellkultur isolieren und sich in die Vene spritzen.... Frau Meyer, da kann ich nur sagen: Viel Mut!

Hans Martens (16. April 2009, 01:16)
Frage und Antwort
@ Marlise Herrmann: Sie sagen: "Wissenschaftliche Studien sind auch immer nur relativ, da sie eine bestimmte Fragestellung beantworten." So funktionniert sie, die Wissenschaft. Was damit relativ sein soll bleibt für mich im Nebel. Jedes Experiment ist letztlich eine Frage an die Natur. James Randi (Ja, der Mann mit der immer noch nicht abgeholten Million) stellt fest, dass der Vortest noch nie bestanden worden ist, meistens weil die Hunderten von Aspiranten nicht einmal ihren Heilungs-Anspruch sprachlich so formulieren konnten, dass man ein kontrolliertes Experiment hätte definieren können. Das belustigt mich einigermassen. Somit geben Sie Ihren lieben Tieren diese Chügeli, können aber vorher nicht genau sagen, was dank den Chügeli nachher besser werden soll. Es ist halt eben ganzheitlich. Ganzheitlicher Unsinn.

Michèle Meyer (15. April 2009, 23:29)
glaubwürdigkeit
@ andreas koch
zu ihrem punkt vier: man stelle sich vor, dort wird ihm von einem verterter der klassischen homöopathie nach hahnemann gelehrt, dass es hiv nicht gibt!
@ herrn albonico
ich würde gerne von ihnen wissen wie sie sich heute positionieren zur behandlung von hiv und aids, insbesondere aber auch zur frage nach der ursache von aids. im weitem web finden sich zahlreiche ältere links bei denen ihr name gehäuft gemeinsam mit aids-kritikern/disidenten erscheint.


Marlise Herrmann (15. April 2009, 22:28)
Wirdsmae Homöopathie in der Tiermedizin
Homöopathie wird von Tiermedizinern angewendet, da sie sich beispielsweise als wirksam in Fällen erwiesen hat, in denen mit Schulmedizin kein Erfolg beschieden war. Wissenschaftliche Studien sind auch immer nur relativ, da sie eine bestimmte Fragestellung beantworten. So ist eine Studie vom Grundsatz her falsch angelegt, die nach wirksamen Substanzen in den Globuli sucht, weil die Homöopathie nicht darauf beruht. Sie aktiviert die Selbstheilungskräfte. Dass viele Tiermediziner erfolgreich mit Homöopathie praktizieren, ist doch die überzeugendste Studie, dass die Methode funktioniert. Aus welchem Grund sollten sie sonst damit arbeiten?

Pascale Staub (15. April 2009, 13:41)
Meine Stimme für ein klares Ja ist sicher.
Herzlichen Dank für diesen Artikel.
Dem ist eigendlich nichts hinzuzufügen. Man könnte meinen, dass die Initiative jedem einleuchten sollte. Es erstaunt mich zu sehen, dass die Gegenstimmen dermassen vehement sind.
Der Artikel ist sachlich, intelligent & aufgeschlossen geschrieben. Davon könnten sich einige andere Herren in diesem Forum eine Scheibe abschneiden.
 

Max Blatter (15. April 2009, 10:33)
Echtes Miteinander ohne Verfassungsartikel
Der neue Verfassungsartikel zementiert gerade die unselige Trennung in Schul- und Komplementär-Medizin. Der Begriff Medizin ist ja nicht auf bestimmte Heilmethoden fixiert, sondern ist offen für alles, wenn es nur der objektiv-sachlich-wissenschaftlichen Diskussion zugänglich ist und sich dieser auch stellt. Letzteres ist in meinen Augen keine wirkliche Einschränkung, sondern eine selbstverständliche Voraussetzung für die Anerkennung kassenpflichtiger Heilmethoden. Wozu also die ganze Übung?

Hans Martens (15. April 2009, 09:49)
Faires Zulassungsverfahren

Ein faires Zulassungsverfahren ist beschrieben in
http://www.randi.org/site/index.php/1m-challenge.html

Damit kann z.B. die Homöopathie als Heilverfahren qualifiziert werden. An diesem Link wird das Zulassungsverfahren ausführlich erläutert, Beispiele werden auch im Detail wiedergegeben.

Uri Liebeskind (15. April 2009, 08:17)
Selbsttäuschung
Das Immunsystem kämpft bei Krankh. permanent gegen diese, evolutionsbedingt sehr effizient. Auch wenn wir gar kein Medik. einnehmen, wird ausser in ganz schweren Fällen, die Selbstheilung aktiv. Wenn von mehreren 10'000 Pers. Homöop. einnehmen, werden unvermeidbar auch von diesen einige 1'000 gesund. Diese Pers. neigen verständlicherweise zu glauben, dass sie wegen der Homöop. gesund geworden sind. Wenn von mehreren 10'000 Pers. für etwas beten, wird bei einigen 1'000 der erbetene Wunsch erfüllen. Diese neigen verständlicherweise zu glauben, dass Gott ihr Gebet erhört hat. Diese Bsp. zeigen, dass über Medikamentenwirksamkeit nicht anhand persönlicher und subjektiver Erfahrungen entschieden werden kann. Alternativmedizin-Gläubige versuchen ihre Methoden gegen systematische statistisch relevante nichtsubjektive Prüfmethoden zu schützen, mit der Begründung, diese funktionierten anders. Selbsttäuschung ist OK, der Täuschung anderer nicht.

Andreas Koch (14. April 2009, 17:47)
Schon im Namen geisterts
1. Was ist fair an einem Zulassungsverfahren, das die Kopfhautmassage meiner Coiffeuse und die Magnetmatte einer meiner Verwandten nicht berücksichtigt?
1) Erfolgreich angewandte Komplementärmedizin? Schon im Namen geisterts doch! Warum muss sich der Voodoo "komplementär" nennen?
3. Ich vermute, man meint die Disziplin der Pharmakogenomik.
4. Das stelle man sich mal vor: Da kommt ein Student der Medizin (nicht etwa der Medizingeschichte) direkt aus der Vorlesung zur antiviralen Therapie bei AIDS im Jahr 2009 um allen Ernstes ins 19. Jahrhundert zurück versetzt zu werden, zum Praktika "wie schütteln wir richtig".

Hans Martens (14. April 2009, 17:24)
Zuständig???
"Bund und Kantone sorgen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für die Berücksichtigung der Komplementärmedizin".
Dank der bewährten Trennung von Kirche und Staat sind weder Bund noch Kantone für Glaubensfragen zuständig. Der Artikel ist überflüssig!

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