Über Mäuseschüttler, Dieseltester und die ganzheitliche Bedeutung von Coca Cola

 

Am Anfang war die Arzneimittelprüfung am Gesunden, kurz AMP genannt. Sie ist die Grundlage jedes Arzneimittelbildes der Homöopathie. Ein einfaches Prinzip, das man mit wenigen Worten erklären kann, wie überhaupt alles in der Homöopathie, welches jedoch enorm an Bedeutung gewinnen kann, wenn es um Ihr Seelenheil geht.

 

§ 108

Es ist also kein Weg weiter möglich, auf welchem man die eigenthümlichen Wirkungen der Arzneien auf das Befinden des Menschen untrüglich erfahren könnte - es giebt keine einzige sichere, keine natürlichere Veranstaltung zu dieser Absicht, als daß man die einzelnen Arzneien versuchsweise gesunden Menschen in mäßiger Menge eingiebt, um zu erfahren, welche Veränderungen, Symptome und Zeichen ihrer Einwirkung jede besonders im Befinden Leibes und der Seele hervorbringe, das ist, welche Krankheits-Elemente sie zu erregen fähig und geneigt sei 1),

Organon der Heilkunst, 6. Auflage
Samuel Hahnemann

Generationen von Homöopathen beschäftigt die Frage: "Was löst diese oder jene Substanz beim Gesunden aus, wenn sie eingenommen wird"

Hahnemann machte seine ersten Arzneimittelprüfungen noch mit unverdünnten Substanzen. Nachdem es ihm, dank ausreichender Giftigkeit einiger Wirkstoffe, zu gefährlich wurde, begann er die Mittel auch zu Prüfzwecken zu verdünnen. So heißt es im seinen "Organon der Heilkunst"

§ 128

Die neuern und neuesten Erfahrungen haben gelehrt, daß die Arzneisubstanzen in ihrem rohen Zustande, wenn sie zur Prüfung ihrer eigenthümlichen Wirkungen von der Versuchs-Person eingenommen worden, lange nicht so den vollen Reichthum der in ihnen verborgen liegenden Kräfte äußern, als wenn sie in hohen Verdünnungen durch gehöriges Reiben und Schütteln potenzirt zu dieser Absicht eingenommen worden; durch welche einfache Bearbeitung die in ihrem rohen Zustande verborgen und gleichsam schlafend gelegnen Kräfte bis zum Unglaublichen entwickelt und zur Thätigkeit erweckt werden. So erforscht man jetzt am besten, selbst die für schwach gehaltenen Substanzen in Hinsicht auf ihre Arzneikräfte, wenn man 4 bis 6 feinste Streukügelchen der 30sten Potenz einer solchen Substanz von der Versuchs-Person täglich, mit ein wenig Wasser angefeuchlet, oder vielmehr in einer größern oder geringern Menge Wasser aufgelöset und wohl zusammengeschüttelt, nüchtern einnehmen und dies mehrere Tage fortsetzen läßt.

 

Eine heute gebräuchliche Prüfsubstanz kommt üblicherweise in einer Verdünnung von C30 daher. Daß heißt, sie enthält

einen Teil Wirkstoff zu 1.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000 Teilen Lösung
oder auch einfach ausgedrückt: Nichts

Und so beginnt es, das fröhliche Prüfen.

Zu guter Letzt haben wir ein Arzneimittelbild mit den Symptomen: Ekzem, meist im Gesicht; Angst, schlechter wenn süß; Alpträume.. usw. usw... je nachdem, was den Prüflingen noch so alles einfiel.

A propos Alpträume...
Die kann man auch leicht bekommen, wenn man sieht was alles geprüft wird

Maus:
http://www.homoeopathie-wichmann.de/frame_start.htm

Koalabär:
http://www.homoeopathie-wichmann.de/provings/koala.htm

Schleiereule:
http://www.homoeopathie-wichmann.de/provings/Tyto%20alba%20AMP.PDF

AIDS:
http://www.hominf.org/aids/aidsfr.htm

Ein Wanderfalke:
http://www.hominf.org/falc/falcfr.htm

Kondomgummi:
http://www.hominf.org/rubber/rubbod.htm

Stubenfliege:
http://www.nyhomeopathy.com/provings.htm

Sperma:
http://www.planetware.de/aktuell/archiv/potenz.html


Da staunen Sie, nicht wahr?
Schicken Sie einem Homöopathen ranzige Fettreste aus Ihrer Bratpfanne, die Sie zwei Wochen nicht gespült haben... Ihr Homöopath macht aus jedem Dreck ein Wunder.

Ein Blick in eine Datenbank über die Arzneimittelprüfungen der letzten Jahre, bringt wahrhaft homöopathische Schätze zu Tage:

http://www.dynamis.edu/cgi-bin/db.cgi?db=provings&uid=default&view_records=1&ID=*&nh=11

Einen derartig selbstloser Einsatz, der Probanden bei einer Arzneimittelprüfung für die Homöopathie, kann man gar nicht genug würdigen.
Bei dieser erlesenen Auswahl der Zutaten, nimmt es auch nicht weiter Wunder, daß die Homöopathen ihren Testern lieber nur den lateinischen Namen des Präparates präsentieren:

http://www.arscurandi.de/service-therap1.html
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Bezeichnung des Mittels

Es sollte möglichst der (die) lateinische(n) Namen der Ausgangssubstanz gebraucht werden.

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</zitat>

Wer möchte schon eine Materia Medica, die von Margenproblemen dominiert wird, weil die Tester verstehen, was sie da schlucken sollen.

So, nun haben wir es beieinander unser Hexengebräu. Es wird Zeit, daß wir zum Patienten schreiten, und der Reperterror beginnt.

Bevor ich es jedoch vergesse: Ein Homöopath wollte uns noch etwas mitteilen, zu den Arzneimittelprüfungen.

http://www.homoeopathisches-aerztehaus.de/Media/PDFs/KHWWW3.pdf
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Arzneimittelprüfung

Eine Arzneimittelprüfung ist die Methode, mit der man ein sogenanntes -->Arzneimittelbilder erhält. Dabei nehmen die gesunden Prüfer ein ihnen unbekanntes homöopathisches Mittel ein und notieren alle ihrem Organismus entstehenden Veränderungen, die sie bisher bei sich in dieser Form nicht kannten.
(...)
(wenn in einem homöopathischen Mittel kein wirksames Prinzip enthalten wäre, würde sich bei gesunden Prüfern auch keine Veränderung einstellen. Die Teilnahme an einer Arzneimittelprüfung kann also auch für Skeptiker eine Möglichkeit sein, sich von der Wirksamkeit der homöopathischen Zubereitung zu überzeugen!)
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</zitat>

Was dieser Arzt uns da erzählen will, ist ein großer Schwindel, und eigentlich müßte er das als Arzt auch wissen. Er mag es uns aber nicht ehrlich sagen, weil das großen Schaden über die Homöopathie bringt, und er womöglich wieder als ehrlicher Arzt arbeiten müßte, der nicht so viele Privatstunden mit Repertorisieren abrechnen kann.

Ich möchte den sehen, der keine Symptome hat, wenn er dreimal täglich ein unbekanntes Mittel eingeflößt bekommt, das womöglich aus Pferdeurin gemacht wurde, und der nun akribisch seinen Körper beobachten soll, um irgendwas auf ein Blatt Papier zu bringen.
Gestern machte ich mir mal den Spaß, allerdings ohne ein homöopathisches Mittel zu nehmen. Bei "Symptom" 20 brach ich den Selbstversuch ab, um nicht der Hypochondrie anheim zu fallen.
Eine Arzneimittelprüfung dieser Art ist ein psychischer Ausnahmezustand.

 

Zum Weiterlesen:
Hundescheiße als Arzneimittel --> http://www.ariplex.com/ama/ama_hund.htm
Schwerer Pfusch "Arzneimittelprüfung" --> http://www.ariplex.com/ama/ama_amp.htm