21.08.2003
Die U.S. Securities and Exchange Commission teilte am 18.08.2003 mit, dass sie gegen den Internet Service Provider Going Platinum und dessen Eigentümer Alan H. Catalan vor dem Bezirksgericht Pennsylvania eine Zivilklage eingereicht hat. Die Behörde bezeichnet Going Platinum als Pyramidensystem und beklagt, Catalan und sein Unternehmen hätten ihre Investoren in betrügerischer Weise um geschätzte 2,4 Millionen Dollar erleichtert.
Die SEC erhebt den Vorwurf, dass Catalan und Going Platinum zwischen Mai 2000 und August 2001 die grenzenlose Weite des Internet dazu nutzten, von nahezu 100.000 Geldgebern geschätzte 2,4 Millionen Dollar in der Art eines Pyramiden- oder Ponzi-Systems abzukassieren. Die Klageschrift führt aus, dass Catalan und sein Unternehmen mit betrügerischen Renditeversprechen, falschen Aussagen zum technischen und finanziellen Hintergrund die Menschen köderten und die Einzahlungen von neuen Investoren in Höhe einer Million Dollar dazu genutzt wurde, bisherigen Teilnehmern die zugesagten Rekrutierungsprovisionen auszuzahlen.
Die Anklage führt weiterhin aus, die Beklagten hätten Einsteiger mit falschen und irreführenden Präsentationen geködert einschließlich des Versprechens riesiger Einkommen von bis zu 160.000 Dollar pro Monat bei einer Investition von nur 25 Dollar. Zusätzlich seien neben falschen Darstellungen zum Unternehmen und zur Beteiligung von Beratern auch die finanziellen Ressourcen und der finanzielle Hintergrund des Unternehmens betrügerisch dargestellt worden. Going Platinum war nicht viel mehr als eine leere Hülle, neben den Investoren-Einzahlungen gab es keine nennenswerten Einkünfte.
Die Klageschrift erhebt den Vorwurf, dass Alan H. Catalan und Going Platinum sowohl gegen die Secutity Acts von 1933 als auch gegen den Securities Exchange Act von 1934 verstoßen haben. Die Klage fordert neben einer einstweiligen Verfügung und einem dauerhaften Verbot auch zivilrechtliche Strafen für Going Platinum und Alan H. Catalan in Höhe von 120.000 Dollar pro Verstoß.
Der 37-jährige Firmeninhaber bestreitet derzeit noch die Vorwürfe der Behörde und bezeichnet sie als als "lächerlich", sie entbehrten aller Grundlagen. Eine kleine Gruppe von Gegnern habe sich mit Hunderten von Beschwerde-Emails zu Wort gemeldet, um einen Erfolg seines Unternehmens zu vereiteln.
Jedenfalls verzeichnet das Unternehmen derzeit monatliche Verluste von 20.000 Dollar, zudem schuldet es, neben weiteren Verpflichtungen, einem Großgrundbesitzer 1,2 Millionen Dollar.
Das System von Going Platinum fördert das Rekrutieren neuer Mitglieder, dafür werden den rekrutierenden Mitgliedern Prämien gezahlt. Mit dem Anwerben weiterer Mitglieder steigen die Sponsoren nach und nach in der Hierarchie auf, bis sie den höchsten Level - Platinum - erreicht haben. Was Going Platinum aber als "Mitgliedschaft" bezeichnet und dafür von jedem Einsteiger 25 Dollar kassiert, bezeichnet die SEC als "Investment-Vertrag".
weitere Informationen:
Veröffentlichung
der SEC
http://www.sec.gov/litigation/litreleases/lr18239.htm
Klageschrift
der SEC:
http://www.sec.gov/litigation/complaints/comp18239.htm
Bericht
von Lancaster Online vom 26.08.2003
http://www.lancasteronline.com/articles/3552.shtm
(im Online-Archiv)
Dokument ergänzt: 01.09.2003