Krebsforum Lazarus

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Autor Thema: Ritualmedizin  (Gelesen 1208 mal)

Khan

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Ritualmedizin
« am: 08. November 2011, 04:32:09 »

aus dem TG-1, 4.11.2011, by ama


Ritualmedizin

Wenn der Doktor kommt, hat er einen roten Hut auf. Der ist dreieckig. An geraden Tagen. An ungeraden ist er rund. Sonntags, beim Notdienst, ist er flach und hat vier Ecken.

Seine Amtskleidung ist seiner würdig, streng gepflegt und gewaschen und gebügelt. Mit strammen Falten. Nichts würde ihm mehr mißfallen als Knitter. Oder Fussel und Krümel. Nein, sein Ornat ist einwandfrei. Er ist ein echter Herr.

Der Herr Doktor. Er geht kraftvoll und mit ruhigen Schritten. Er grüßt vornehm und zurückhaltend. Er ist ein Herr. Mit Würde.  Stilsicher. Niemals würde er gegen eines der ungeschriebenen Gesetze verstoßen. Niemals. Ist der Patient blond, nimmt der Doktor grüne Handschuhe. Bei roten Haaren sind sie schwarz und bei braunen sind sie blau. Alles ist geregelt, alles ist korrekt. Stets, immer, zu jeder Tages- oder Nachtzeit, immer alles peinlichst akkurat.  

Die Pillen, die der Herr Doktor verschreibt, sind noch genauer als genau: jede Farbe, jede Form, jede Größe hat ihre Bedeutung. Frauen, die stillen, kriegen kleine, eckige. Männer, die rauchen, blaßblaue, rund und riesengroß. Für Kinder gibt es ein ganzes Assortiment, von gelb bis dunkelrot, rechteckig, rund, oval.

Ist es vor 11 Uhr am Vormittag, verabreicht der Doktor die Pillen mit der linken Hand. Wie es sich gehört, auf die Sekunde genau. Um 11 Uhr und 1 Sekunde, auch das kommt vor, Wechsel in die andere Hand, Augen zu, 1x schnippsen, und erst dann die Pille in den Mund.

Ja, so ist er, der Herr Doktor, korrekt bis in das kleinste Detail.  Alle haben sie Respekt, erweisen ihm Ehre, ihm, dem Meister seines Fachs.

Und doch, wüßten sie, begriffen sie, welche Scharade er reitet, welcher simple Rübenzucker in ALLEN seinen Pillen ist, die niemals etwas anderes sind oder jemals waren als stupider, dämlicher, blöder, verdammter, lächerlicher Rübenzucker... würden sie ihn dann immer noch hofieren oder würden sie ihn als Hochstapler teeren und federn und aus der Stadt jagen?


http://www.aeha-buendnis.de/aktuell.php

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Globuli-Größen: Europäische Behörden ignorieren Bedürfnisse der Anwender

Die Europäische Behörde für Arzneimittelqualität EDQM mit Sitz in Straßburg informierte in ihrer Veröffentlichung Pharmeuropa, Vol. 22 No. 3 über geplante neue Regelungen zur Herstellung von Globuli als Träger homöopathischer Arzneimittel.

Die Bedürfnisse homöopathischer Ärzte und Heilpraktiker, die sich in einem europaweitem Konsensprozess abbilden in den von ECH und ECCH herausgegebenen "Joint Pharmacy Positions", werden weiterhin ignoriert. Homöopathische Praktiker haben das Bedürfnis, nach den von Hahnemann als Begründer der Homöopathie gegebenen Regeln praktizieren zu können.

Folgende Globuligrößen finden wir in der Primärliteratur:
für C-Potenzen Globuli mit einem Gewicht von ca. 0,3mg     1
für Q-Potenzen Globuli mit einem Gewicht von ca. 0,6mg     2

Das sind etwa mohnsamengroße Kügelchen, ausreichend groß zur sicheren Handhabung. Kleinere Globuli können durch die im Verhältnis zum Volumen größere Oberfläche gewichtsbezogen mehr aktive Arzneisubstanz aufnehmen als große Globuli. Deshalb schlagen die Verbände vor, auch die geringeren Globuligrößen in die Arzneibücher aufzunehmen. In den neuen Regelungen der EDQM fehlen diese.

Wir stellen fest, dass deutsche und europäische Behörden vorwiegend mit den Herstellern kommunizieren. Die eigentlich Betroffenen, nämlich Patienten und Anwender, werden bei Qualitätsfragen homöopathischer Arzneimittel in der Regel kaltgestellt. Wie schon bei den Anwendervorschlägen zum Homöopathischen Arzneibuch HAB. Homöopathischen Ärzten und Heilpraktikern bleibt die Möglichkeit, Arzneien solcher Hersteller zu verschreiben, die sich im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten an den Bedürfnissen der Homöopathie und der Anwender orientieren.

C. Classen

1 - Hahnemann S., Die Chronischen Krankheiten Bd. 1, S. 188
2 - Hahnemann S., Organon der Heilkunst 6. Auflage, § 270 4. Anm.
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Tand, Tand, Tand ist Werk von Menschenhand.
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