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Author Topic: Die Skeptikker vermasseln es mal wieder gründlichst  (Read 1491 times)

Thymian

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Die Skeptikker vermasseln es mal wieder gründlichst
« on: October 27, 2017, 09:01:56 PM »

Fast auf den Tag genau vor 10 Jahren postete Ama am 22.Oktober 2007

http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=3018.msg6287#msg6287

Aus reinstem Vergnügen kopiere ich das gute Stück hier rüber:

[*quote*]
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ama
SOS - Esoteriker von Boot gerammt - ZDF-Forum säuft ab - SOS
« Reply #12 on: October 22, 2007, 01:41:01 AM »

http://www.transgallaxys.com/~aktenschrank/Esoteriker_im_Krieg_gegen_die_Wahrheit_im_ZDF/20071021/msg1357346.htm

[*QUOTE*]
Re: Studie zur Wirksamkeit der Homöopathie - kompakt
von: UlrichBoot
Erstellt am: 21.10.07, 03:45

ute maria hat geschrieben:

> Eine D1 als auch eine D3 gilt nach heutiger
> Definition als Homöopatikum, ganz egal ob's Ihnen
> nun gefällt oder nicht.

"Nach heutiger Definition", wie überaus interessant. Demnach nicht nach Hahnemann? Aber war es nicht Samuel Hahnemann, der die Homöopathie fand? Dessen Definition gilt nun nicht mehr? Aber wenn Hahnemanns Definition nicht gilt, dann ist, was heute betrieben wird, keine Homöopathie, denn für die gilt unmißverständlich Hahnemanns Definition!

Damit wäre nun endlich festgestellt, daß das, was die an anderer Stelle "genuine Homöopathen der alten Schule" genannten Damen und Herren heute tun, keinesfalls den Forderungen Samuel Hahnehmanns entspricht. Das beruhigt mich, denn Hahnemann wäre ganz sicher nicht einverstanden mit dem, was hier an anderer Stelle über die "genuinen Homöopathen der alten Schule" gesagt wurde.

Ich rekapituliere: ein "genuiner Homöopath der alten Schule"
- soll unwissenschaftlich sein,
- soll die Ausbildung vernachlassigen und
- soll Pfuschern jeder Couleur immer freundlich zustimmen. Kritik ist verboten.
-soll Kritik zensieren und ein Schreibverbot für die Kritiker verhängen.

Nun fallen zwei weitere Grundlagen von Hahnemanns Homöopathie: die Dynamisierung und die Arzneimittelprüfung.
Dazu zitiere ich noch einmal diese Zusammensetzung:

[Zitatanfang]
100 g Salbe enthalten: 5,0 g Condurango Ø; 1,0 g Agnus castus Ø; 1,0 g Hydrastis D4; 0,5 g Pulsatilla D4; 0,5 g Lilium tigrinum Ø.

Konservierung: 100 mg Parabene E214, E216, E218 mit Phenoxyethanol.
[Zitatende]



Eine Urtinktur wird in der Homöopathie doch nicht als Arznei verabreicht, sondern dient der Arzneimittelprüfung!

Aber in der "heutigen Definition" gilt das nicht mehr. Auf die Dynamisierung wird heute gleichfalls verzichtet. Mit anderen Worten: von der Homöopathie des Herrn Hahnemann ist überhaupt nichts mehr übrig.

Woraus man vier Dinge sieht:

Erstens machen die "genuinen Homöopathen der alten Schule" in Wahrheit keine Homöopathie. Was, bitteschön, machen sie dann!?

Zweitens macht jeder, was er will, und nennt das Homöopathie.

Drittens ist Kritik verboten, so daß jedwede Methode, die zur Homöopathie erklärt wird, von den anderen "genuinen Homöopathen der alten Schule" weder kritisiert wird noch jemals kritisiert werden darf.

Viertens folgen diejenigen, die Herrn Bublaths Sendung kritisieren, offenkundig den Regeln dieses hier gezeigten Binnenkonsenses. Wären sie mit Denken und Handeln Homöopathen im Sinne der einzig wahren Homöopathie, das heißt der von Samuel Hahnemann, würden sie niemals im Leben solchem Frevel folgen, ihn niemals aktiv unterstützen, nein, ihn noch nicht einmal stillschweigend billigen.

Was uns hier und heute als Homöopathie offeriert wird, ist blanke Beliebigkeit, schlimmer noch als Kaffeesatzleserei. Mich beunruhight dabei vor allem die Haltung der Heilpraktikerverbände und der Ärzte, die die "Gegendarstellung" zur Sendung erzwingen wollen. Jede einzelne der dahinter stehenden Personen demonstriert damit sogar öffentlich, daß sie Hahnemann und die Homöopathie mißbraucht. Auf wen kann sich dann ein Kranker heute noch verlassen, wenn der Name Homöopathie so wertlos geworden ist? Das ist ein unerträglicher Zustand. Ich hatte gehofft, daß die Patientenverbände sich hierzu äußern würden. Doch selbst die begreifen die Situation nicht oder sind, was ich inzwischen befürchte, ebenfalls in diese Vorgänge involviert.

Ulrich Boot
[*/QUOTE*]

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[*/quote*]



Ama postete vor 10 Jahren ein Zitat. Die Quelle war das Forum des ZDF, in dem eine Diskussion so heiß tobte, daß auch andere Foren im WWW mitmischten. Die Fetzen flogen und die Homöopathen bezogen ordentlich Dresche.

Den wesentlichen Part habe ich in dem Zitat rot gefärbt. Es geht um eine als homöopathisch verkaufte Salbe, die, man staune, Urtinkturen enthält. Die sind mit dem Zeichen "Ø" (für "Urtinktur") versehen.

Die Zutatenliste:

[Zitatanfang]
100 g Salbe enthalten: 5,0 g Condurango Ø; 1,0 g Agnus castus Ø; 1,0 g Hydrastis D4; 0,5 g Pulsatilla D4; 0,5 g Lilium tigrinum Ø.

Konservierung: 100 mg Parabene E214, E216, E218 mit Phenoxyethanol.
[Zitatende]


5 Gramm Condurange und 1 Gramm Agnus castus, und 0,5 Gramm Lilium tigrinum auf 100 Gramm Salbe, das sind 5 Prozent, 1 Prozent und 0,5 Prozent Wirkstoffanteil. Das sind keine Verdünnungen jenseits von Herrn Avogadro, sondern pharmazeutisch wirksame Dosierungen.

Daß Homöopathen unverdünnte Urtinkturen als homöopathisch ausgeben, tolldreist ist das. Vor allem sind es Hersteller! Die machen das. Hersteller! Also die Leute, die beim Bfarm ihren Persilschein abholen. Die sind vom Fach und wissen was sie tun. Und diese Leute tun genau das: Urtinkturen als homöopathisch deklarieren.

Ein Hammer ist das, ein echter Hammer. Wie gesagt: die Sache flog vor 10 Jahren auf und wurde in mehreren Foren diskutiert. Wenn ich mich nicht irre, kam das auch im Forum von Ökotest zur Sprache. Überall waren Skeptiker dabei. Und hier, im TG-1, ist das seit damals öffentlich archiviert. Ich sag's nochmal: 10 Jahre ist das her.

Thymian

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Re: Die Skeptikker vermasseln es mal wieder gründlichst
« Reply #1 on: October 27, 2017, 09:32:44 PM »

Die Gemische verschiedener homöopathischer Stubstanzen werden als "Komplexhomöopathie" bezeichnet. Die Hersteller brauchen dafür jeweils einen Persilschein vom Bfarm.

Während die hochverdünnten Substanzen natürlich nicht wirken, haben die Gemische mit ihren hohen Anteilen in tatsächlich pharmazeutisch wirksamen Dosierungen tatsächlich eine spürbare Wirkung.

Es handelt sich um eine pharmazeutische Wirkung und nicht um den Placebo-Effekt!

Ist es da ein Wunder, daß sich dieses Zeug besser verkaufen läßt als das völlig wirkungslose? Natürlich nicht!

Wirksame Dosierungen, das ist der Grund, warum 2012 die deutschen Homöopathika-Hersteller von ihren 453 Millionen Euro Umsatz mehr als die Hälfte davon mit Komplexmitteln machten.

Das ist kein kleiner Schwindel, oh nein, das sind mehr als 250 Millionen Euro für echten Betrug. Und das nur in 2012. Was ist mit den anderen Jahren? Wieviel ist es jetzt, in 2017?


2010, vor 7 Jahren, hat Putnam Groove das Thema in seinem Blog aufgegriffen und schrieb:

http://ariplex.com/folia/archives/167.htm

[*quote*]
Folia lib.
21. August 2010

Was ist Homöopathie?
Posted by Putnam Groove

Ohne Wenn und Aber: Homöopathie ist Pfusch! Die Frage “Was ist Homöopathie?” muß man dennoch stellen, und zwar zur Klassifizierung.

Ist das, was als Homöopathie BEHAUPTET wird, tatsächlich Homöopathie? Was ist zum Beispiel mit folgendem Angebot?:

    http://hortus-med.de/Homöopathie/Mensch/Komplexmittel/Abnehm-Globuli

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Ist etwas homöopathisch, bloß weil es 1x verdünnt wurde?

Homöopathen haben fachlich nichts zu bieten, also schmücken sie sich mit lateinischen Ausdrücken, um die Kundschaft zu beeindrucken. Einfachste, zusammengeschüttete Gemische werden hochtrabend zu “Komplexmittel” hochstilisiert. Ein typisches Verhalten von Hochstaplern…

Bei den “Komplex-Mitteln” (das sind nichts anderes als zusammengerührte Gemische!) werden Substanzen eingesetzt, die teilweise nur 1:10 verdünnt (“D1”) sind, ja sogar in “D0”, also gar nicht verdünnt (das ist die reine “Urtinktur”). Ist das noch Homöopathie? Nein, das ist keine Homöopathie, sondern ein Etikettenschwindel. Mit “der” Homöopathie nach Hahnemann haben diese Dinge nicht das mindeste zu tun.

Genau hier liegt das Problem. Was ist Homöopathie – und was nicht? Diese Frage MUSS entschieden werden, denn leider ist Homöopathie von einem intellektuell sehr überforderten und von der Sekten-Lobby betrogenen Gesetzgeber durch Ausnahmeregeln geschützt: Während Medikamente der wissenschaftlichen Medizin ihre Wirksamkeit durch Studien beweisen müssen, kleben die Hersteller von homöopathischen Mitteln sich lediglich das Etikett auf – und fertig. Keine Studien, keine Nachweise der Wirksamkeit.

Was von alledem, was als Homöopathie bezeichnet wird, ist tatsächlich Homöopathie?

Was von alledem, was als Homöopathie bezeichnet wird, wird von den Ausnahmeregeln der Gesetze tatsächlich erlaubt?

Unter Umgehung fast sämtlicher Vorschriften der Wissenschaft und der Medizin werden von Homöopathen Mittel verkauft und eingesetzt, die gar nicht die Vorgaben der Homöopathie erfüllen. Diesem Betrug an Kranken muß ein Ende gesetzt werden.

Warum nur, so muß man sich fragen, sind diese Dinge nicht schon längst aufgedeckt und in Arbeit genommen worden? Die Homöopathen selbst MÜSSEN das doch wissen. Die Homöopathen, zumindest SIE, müßten doch für Klarheit sorgen.

In der Tat, diese Dinge sind bekannt, aber sie werden durch einen Binnenkonsens der Esoteriker geschützt: Kritik ist schlicht und einfach verboten. Mit großer Aggression werden Kritiker und Abweichler bekämpft. Während die Esoteriker der Ärzteschaft vorwerfen “Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.”, sind sie selbst noch viel schlimmer, denn sie selber tun exakt das, was sie der Ärzteschaft vorwerfen.
.

Ist dieser Binnenkonsens der Esoteriker bekannt? Weiß die Ärzteschaft davon? Durchaus. Doch niemand tut etwas dagegen.

Wir haben eine Parallelgesellschaft mit eigenen Regeln, die sich über die Gesetzgebung hinwegsetzen kann. Eine Parallelgesellschaft, in der Binnenkonsense und die Regeln von Straßengangs herrschen.

Eine Parallelgesellschaft, die nicht nur geduldet, sondern sogar hofiert wird.

Eine Parallelgesellschaft, in der Kranken sogar Hundekot als Medikament verkauft wird.
(siehe http://www.ariplex.com/ama/ama_hund.htm)

Wir leben im tiefsten Mittelalter.
.

Hundekot als Medizin, wir leben im tiefsten Mittelalter



http://www.transgallaxys.com/~aktenschrank/dumm_wie_ein_Deutscher/komplementaer_Ursubstanzen.jpg
[*/quote*]

Thymian

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Re: Die Skeptikker vermasseln es mal wieder gründlichst
« Reply #2 on: October 27, 2017, 10:28:01 PM »

Gewisse Skeptiker haben sich in Grüppchen, Gruppierungen und sogar Vereinen zusammengeschlossen. Gewisse Grüppchen und so weiter machen sogar Flugblätter, die, so wünschen sie, in der Arztpraxis ausgelegt werden sollen.

Dies ist so eins, ganz frisch von jetzt und heute aus dem Internet:

https://www.inh-shop.de/wp-content/uploads/2017/10/INH_SBKG_Praxisflyer_V4_Download.pdf

[*quote*]
Wir haben ein offenes Ohr für Sie – ganz ohne Globuli ?

Warum es keine Homöopathie in unserer Praxis gibt

Worum es uns geht

Liebe Patientinnen, liebe Patienten,

viele von Ihnen interessieren sich für die Mittel und Methoden
der Homöopathie. Vielleicht haben Sie schon viel Gutes dar-
über gehört. Doch die Homöopathie ist nachweislich – und
ihrer Beliebtheit zum Trotz – ein Verfahren, das im klaren
Widerspruch zu gesicherten wissenschaftlichen Grundlagen
steht und das nie einen Wirkungsnachweis erbringen konnte.
Wir bieten die Homöopathie in unserer Praxis deshalb ganz
bewusst nicht an und möchten Sie mit diesem Flyer über die
Gründe informieren.
Eine hochwertige Medizin beruht auf wissenschaftlich validier-
ten, objektiv begründeten und nachvollziehbaren Regeln, aus-
gerichtet am Wohlergehen unserer Patienten. Dies ist die Ziel-
setzung unserer Praxis. Homöopathie hat darin keinen Platz.
Wir brauchen sie nicht – weder Sie als Patient, noch wir auf der
ärztlichen Seite.

Gesellschaft zur wissenschaftlichen
Untersuchung von ­Parawissenschaften (GWUP)
Informationsnetzwerk Homöopathie
Deutscher Konsumentenbund e. V.
Arheilger Weg 11, 64380 Roßdorf

Ein Wort an die Eltern

Unsere Kinder brauchen selbstverständlich ebensowenig
homöopathische Mittel (Globuli oder Tropfen) wie wir selbst.
Lassen Sie sich von Ihrer Umgebung nicht verunsichern.
Die häufige Gabe homöopathischer Mittel bei Bagatellen im
­Alltag der Kinder birgt die Gefahr, sie an den Zusammenhang
von jedem kleinen Unwohlsein und der Einnahme irgendwel-
cher Mittel zu gewöhnen. Verzichten Sie hierauf. Trösten und
Zuwendung sind genauso wirksam. Und im Zweifel holen Sie
sich ärztliche Hilfe und Unterstützung.
Tipps und Informationen für Eltern, Onkel und Tanten, Paten,
Omas und Opas hält das schlaue Susannchen bereit, das
keine Globuli braucht.
http://www.susannchen.eu

Eine Initiative des ­Informationsnetzwerks ­Homöopathie

Medizin mit Herz und ­Verstand

Wir haben ein offenes Ohr und helfen Ihnen gerne.

Wir bieten Ihnen ehrliche und nach dem Stand der Wissen-
schaft wirksame Medizin. Dazu brauchen wir Sie, liebe Patien-
tinnen und Patienten. Ohne ein Vertrauensverhältnis zwischen
Arzt und Patient kann es keine „ärztliche Kunst“ geben.
Wir bemühen uns, Sie und Ihr gesundheitliches Anliegen auf
allen Ebenen zu erfassen: körperlich, emotional und psychisch.
Das ist ganzheitliche Medizin. Meinen Sie selbst, dass Ihre
Beschwerden mehr als nur körperliche Ursachen haben könn-
ten? Bitte helfen Sie uns, indem Sie vertrauensvoll mit uns dar-
über sprechen.
Therapieentscheidungen treffen wir auf der Grundlage der
medizinischen Leitlinien, unserer ärztlichen Erfahrung und Ihrer
Individualität als Patient. Homöopathie gehört nicht hierher.
Lieber raten wir Ihnen bei kleineren Gesundheitsstörungen zu
einem verantwortlichen Abwarten, als Sie mit Scheinmedi-
kamenten zu vertrösten. Ehrlichkeit und Aufklärung sind die
selbstverständliche Basis jeder Entscheidung, die wir gern mit
Ihnen gemeinsam treffen.
Die medizinischen Leitlinien werden von der Arbeitsgemein-
schaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaf-
ten (AWMF) herausgegeben und bei neuen Erkenntnissen über-
arbeitet und angepasst. Sie enthalten die jeweils bewährtesten
Therapieansätze für verschiedenste Krankheitsbilder. Auf der
Seite der AWMF können Sie auch eine Reihe von für Patienten
verfasste Leitlinien einsehen – die Webadresse finden Sie auf
der Rückseite.

Wenn Sie bisher gedacht haben, Homöopathie hätte Ihnen geholfen ...

... dann hoffen wir, Sie darüber aufgeklärt zu haben, was wirk-
lich dahintersteckt: Der Placeboeffekt mit all seinen Neben-
erscheinungen und vor allem die Selbstheilungskräfte Ihres
­Körpers. Diese Kräfte nutzen wir als Patient und Arzt gemein-
sam, auch ganz ohne das Drumherum der Homöopathie. Ihren
Anspruch, als medizinische Arzneimitteltherapie zu gelten, kann
die Homöopathie nicht einlösen. Als Methode ist sie wirkungs-
los, ihre Mittel sind inhaltsleer, ihre Grundgedanken überholt
und widerlegt. Ein Festhalten an der Homöopathie kann auch
die Gefahr bergen, dass wirksame Behandlungen nicht oder
nicht rechtzeitig eingeleitet werden.

Wissenschaftliche Medizin hat sich ununterbrochen weiter-
entwickelt und lernt kontinuierlich dazu – auch aus Fehlern.
­Homöopathie nicht. Da sich das medizinische Wissen­unserer Zeit innerhalb weniger Jahre komplett erneuert, wohl kaum ein Argument, das für sie spricht.

Nichts drin – nichts dran. Dieser einfache Satz beschreibt
gut den Grund dafür, warum es keine Homöopathie in unserer
­Praxis gibt.
in

Sie möchten mehr erfahren? Nutzen Sie diese Angebote:
Informationsnetzwerk Homöopathie – INH
Sachliche und allgemeinverständliche Informationen rund um
die Homöopathie:
http://www.netzwerk-homoeopathie.eu
Homöopedia
Informationsplattform für alle, die sich vertieft und
­quellenbasiert über die Homöopathie, deren Grund­lagen und
Methoden informieren möchten:
http://www.homöopedia.eu
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizini-
schen Fachgesellschaften (AWMF)
Medizinische Leitlinien für Patienten:
http://www.awmf.org/leitlinien/patienteninformation.html

Homöopathie ist ...

... eine Scheintherapie
Sie konnte nie einen belastbaren Wirkungsnachweis nach
wissenschaftlichen Kriterien erbringen. Daher ist sie wissen-
schaftlich nicht anerkannt und in vielen Ländern aus dem
öffentlichen Gesundheitswesen ausgeschlossen.

... keine Naturheilkunde
Sie versteht sich als eine Arzneimittellehre und nutzt als Aus-
gangssubstanzen keineswegs nur Stoffe, die üblicherweise
als natürlich angesehen werden. Naturheilkundliche Elemente
wie Pflanzenextrakte, Sonnenlicht, Luftveränderung oder
Ernährungsumstellung können selbstverständlich einen posi-
tiven Effekt auf die Gesundheit zeigen, haben aber nichts mit
der Homöopathie zu tun.

... als Arznei unwirksam
In den meist verwendeten sogenannten Hochpotenzen befin-
det sich keinerlei Wirkstoff mehr. Bei Niedrigpotenzen (D4,
höchstens D6) ist der Wirkstoff entweder unspezifisch oder
reicht für eine therapeutische Wirkung nicht aus.


... wirksam nur durch unspezifische Effekte
Was wirkt, sind Placeboeffekt
(aus der Erwartung, es möge
einem besser gehen), Konditionierung (die Erwartung,
die sich aus vorangegangenen Erfahrungen speist) und
­Suggestion (die Veränderung der Selbstwahrnehmung).
Diese Phänomene hängen nicht ursächlich mit der Homöo-
pathie zusammen, werden aber von ihr als „Erfolge“ vorge-
wiesen. Keiner dieser Effekte kann heilen.

Der Placeboeffekt tritt auch und gerade bei den besonders
für feine Signale empfänglichen Babys und Kleinkindern
auf, nämlich durch die Übertragung der positiven Erwar-
tung des oder der Betreuenden. Gleiches gilt auch für
Tiere. Auch dieser Effekt ist bestens erforscht, man nennt
ihn Placebo-by-proxy.
[*/quote*]



Seltsam, seltsam. Da sind sie nun, die großen Aufklärer, nicht wenige davon mit Diplom oder Dissertation, vielleicht auch der eine oder andere Herr Professor dabei, und was kriegen sie zusammen?

Das:


[*quote*]
Nichts drin – nichts dran. Dieser einfache Satz beschreibt
gut den Grund dafür, warum es keine Homöopathie in unserer
­Praxis gibt.
[*/quote*]


[*quote*]
Homöopathie ist ...
[...]
... als Arznei unwirksam
In den meist verwendeten sogenannten Hochpotenzen befin-
det sich keinerlei Wirkstoff mehr. Bei Niedrigpotenzen (D4,
höchstens D6) ist der Wirkstoff entweder unspezifisch oder
reicht für eine therapeutische Wirkung nicht aus.

[*/quote*]

[*quote*]
Homöopathie ist ...
[...]
... wirksam nur durch unspezifische Effekte
Was wirkt, sind Placeboeffekt

[*/quote*]


Aber, aber! D4? Wer redet denn von D4? Außerdem ist auch dieses D4 gar nicht so harmlos, wie getan wird.

Mit Tunnelblick wird nur erwähnt, was sich kinderleicht verklickern läßt. Und die Komplexmittel? Werden unter den Tisch gekehrt. Mehr als die Hälfte der verkaufen Homöopathika wird einfach unter den Tisch gekehrt. Es wird getan, als gäbe es die nicht. Als seien die gar nicht da.

Natürlich, das Beweisstück steht nicht umsonst in voller Länge da, nichts habe ich da weggelassen. Nein, hab ich nicht. Da ist absolut gar nichts aus dem Kontext gerissen. Nein, ist nicht.

Wie man hier sieht, kommt es bei so vielen Texten nicht nur darauf an, was drin steht, sondern auch darauf, was nicht drin steht. Und bei Skeptikers fällt mehr als die Hälfte der verkauften Homöopathika nolens-volens unter den Tisch! Mehr als 250 Millionen Euro pro Jahr. Steht einfach nicht drin!

Gewisse Skeptiker haben sich in Grüppchen, Gruppierungen und sogar Vereinen zusammengeschlossen. Ja, die Speerspitze der Aufklärung! Die Speerspitze der Auflärung hat das Flugblatt gemacht. Sie klopfen sich gegenseitig auf die Schulter und finden sich in ihren Foren und Blogs ganz toll.

Die Speerspitze der Aufklärung. Und läßt einfach die Komplexhomöopathie unter den Tisch fallen.

Selbstverständlich ist Komplexhomöopathie ein Betrug. Selbstverständlich kann man ihn ebenso zerlegen wie jeden anderen Pfusch, der als Homöopathie verkauft wird. Wobei Komplexhomöopathie mit ihren wirksamen Mischungen ein Werkzeug ist um die anderen, unwirksamen Mittel zu verkaufen. Denn eins ist doch klar: die Leute auf der Straße wollen was für sich oder ihre Kinder. Denen ist egal, ob das nun diese oder jene Homöopathie ist, die wissen ja nicht einmal, daß es diese oder jene Homöopathie gibt! Wenn Homöopathie draufsteht, ist für die Homöopathie drin. So leicht sind die zu täuschen.

Homöopathie ist Betrug. Nichts als Betrug. Da wird gelogen,was das Zeug hält. Da wird gelogen und betrogen. 2012 für 453 Millionen Euro. Das ist kein Pappenstiel. Dieses Jahr sollen es sogar 750 Millionen Euro sein.

Hunderte Millionen Euro pro Jahr, ein Riesenbetrug, und die Skeptiker lassen die Hälfte einfach unter den Tisch fallen. Ja, Skeptiker, das sind die wahrhaft großen Experten. Die wissen alles...

Wie sehr haben Skeptiker auf dem Kinderarzt Ralf Behrmann herumgehackt, wie sehr haben sie gegen ihn und ihm Nahestehende gepöbelt. Tun sie immer noch. Aber Ralf hatte recht. Er hat sie durchschaut.


[Buchstaben an den richtigen Platz gestellt. ET]
« Last Edit: October 28, 2017, 02:41:25 AM by el_Typo »
Logged

FRAUENPOWER

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Re: Die Skeptikker vermasseln es mal wieder gründlichst
« Reply #3 on: October 28, 2017, 12:32:10 PM »

Diese Breitseite war überfällig. Ralf sei mit Euch!
Logged

Krokant

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Die Ärztekammer sollte sie rauswerfen!
« Reply #4 on: March 10, 2018, 08:32:27 PM »

Ich werde nicht aus dem Zusammenhang reißen. Nein ganz bestimmt nicht. Dies ist das Corpus Delicti:


http://www.muensteraner-kreis.de/homoeopathie.html

[*quote*]
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Ein Statement der interdisziplinären Expertengruppe „Münsteraner Kreis“ zur Abschaffung der Zusatzbezeichnung Homöopathie

Manfred Anlauf* · Norbert Aust* · Hans-Werner Bertelsen · Juliane Boscheinen · Edzard Ernst · Daniel R. Friedrich · Natalie Grams · Hans-Georg Hofer · Paul Hoyningen-Huene · Jutta Hübner* · Peter Hucklenbroich · Claudia Nowack* · Heiner Raspe · Jan-Ole Reichardt · Norbert Schmacke* · Bettina Schöne-Seifert* · Oliver R. Scholz · Jochen Taupitz · Christian Weymayr*

*federführende Autoren


Korrespondenzadresse:

Dr. Christian Weymayr

c/o Lehrstuhl für Medizinethik · Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin ·

Universität Münster · Von Esmarch-Str. 62 · D-48149 Münster

christian.weymayr@web.de


Februar 2018


Der Münsteraner Kreis ist ein informeller Zusammenschluss von Expertinnen und Experten, die sich kritisch mit der komplementären und alternativen Medizin (KAM) auseinandersetzen. Er besteht seit Juni 2016 und geht auf eine Initiative von Dr. Bettina Schöne-Seifert, Professorin und Lehrstuhlinhaberin für Medizinethik an der Universität Münster, zurück. Ein erstes Projekt war die Veröffentlichung des Münsteraner Memorandums Heilpraktiker.



1. Einführung

Beim bevorstehenden 121. Deutschen Ärztetag vom 08. bis 11.05.2018 in Erfurt soll die Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer novelliert werden. Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, darauf hinzuweisen, dass einige Zusatzbezeichnungen – zumindest in Teilen – der wissenschaftlichen Medizin widersprechen. Eine Durchleuchtung aller Verfahren auf ihre wissenschaftliche Haltbarkeit halten wir deshalb grundsätzlich für erforderlich. Besonders die Homöopathie steht mit ihren Grundannahmen sicheren wissenschaftlichen Erkenntnissen fundamental entgegen.

Wir möchten den 121. Deutschen Ärztetag ersuchen, die Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ ersatzlos zu streichen.


Begründung:


Die Homöopathie ist eine unwissenschaftliche Heilslehre: Homöopathische Arzneien liegen nach der Lehre Hahnemanns bereits ab dem ersten Dynamisations-Grad in so starker Verdünnung vor, dass es vollkommen unerheblich ist, welche Einzelsubstanz, welche Pflanze oder welches Tier als Ausgangsmaterial verwendet wird. Die Homöopathie führt die Wirkung ihrer „Arzneien“ deshalb auch nicht auf pharmakologische Mechanismen zurück, sondern auf den heilsamen Einfluss immaterieller, geistartiger Wirkkräfte. Wenn die Musterweiterbildungsordnung für die Vergabe der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ den Erwerb einer „fachlichen Kompetenz in Homöopathie“ fordert, dann fordert sie nichts anderes als eine „Kompetenz“ im Umgang mit geistartigen Kräften. Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus wäre es dann ebenso gerechtfertigt, eine Zusatzbezeichnung „Gesundbeten“ für die „Kompetenz“ zu vergeben, welche Gebete zu welchen Heiligen bei welchen Krankheiten zur Anwendung kommen sollen.

Dass die Homöopathie – überwiegend mit Hilfe von Stiftungsgeldern – trotzdem in der wissenschaftlichen Welt präsent ist und ihre vermeintliche Wirksamkeit in klinischen Studien beforscht wird, darf nicht zu dem Fehlschluss führen, dass sie auch wissenschaftlich fundiert sei.

(Die Unwissenschaftlichkeit der Homöopathie, aus der sich alle weiteren Begründungen ergeben, wird im Anschluss an diese Einführung ausführlich erörtert.)


Die Ärzteschaft bekennt sich zur Wissenschaftlichkeit: Die Ärzteschaft hat sich wiederholt zur Wissenschaftlichkeit bekannt. So beschloss beispielsweise der 119. Deutsche Ärztetag zum Masterplan Medizinstudium 2020: „… Förderung der Praxisnähe bedeutet auch Stärkung des wissenschaftlichen Grundverständnisses. Vor diesem Hintergrund sollten die wissenschaftlichen Kurse ausgebaut werden, um die wissenschaftliche Kompetenz der Studierenden in der Breite anzuheben. So kann gewährleistet werden, dass die späteren Ärzte ihre Patienten fundiert und evidenzbasiert behandeln. …“ Es ist ein eklatanter Widerspruch, wenn auf der einen Seite der medizinische Nachwuchs zu Wissenschaftlichkeit angehalten wird, und auf der anderen Seite mit der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ eine offizielle, fachliche Anerkennung für eine mit Wissenschaftlichkeit unvereinbare Heilslehre vergeben wird.


Das Vertrauen der Patientinnen und Patienten in die wissenschaftliche Medizin wird untergraben: Dass Teile der Ärzteschaft überhaupt Homöopathie anbieten, widerspricht bereits jedem wissenschaftlichen Anspruch an das ärztliche Handeln. Die von der Ärztekammer verliehene Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ gibt dieser Lehre zusätzlich den Anstrich wissenschaftlicher Seriosität, den Patientinnen und Patienten als Beleg für die Wirksamkeit der Homöopathie missverstehen können, wenn nicht gar müssen. Die Grenzen zwischen wissenschaftlich fundierter Medizin und Esoterik werden somit verwischt.


Die Homöpathie kann die Probleme der wissenschaftlichen Medizin nicht ausgleichen: Auch wenn die Zufriedenheit mit dem deutschen Gesundheitssystem im Allgemeinen groß ist, beklagen Patientinnen und Patienten auch Defizite in der Praxis der wissenschaftlichen Medizin, wie etwa fehlende Empathie, Zeitmangel und Übertechnisierung im Versorgungsalltag. Die Homöopathie dagegen wird von Patientinnen und Patienten sehr häufig als zugewandter erlebt, sie nimmt sich in der Erstanamnese sehr viel Zeit und sie setzt keine Technik ein. Im Versorgungsalltag wird die Homöopathieziffer vielfach als Ersatz für eine mangelnde Abrechenbarkeit der ärztlichen Kommunikation genutzt. Dies verschleiert das notorische Zeitproblem von Ärztinnen und Ärzten. Mehr noch: Patienten gewöhnen sich daran, dass der redende Arzt der Homöopath oder Naturheilkundler ist. Wir sind jedoch der Ansicht, dass die Probleme der wissenschaftlichen Medizin über die Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ nicht von einer unwissenschaftlichen Parallelwelt scheinbar „repariert“ werden dürfen. Sie müssen vielmehr innerhalb der wissenschaftlichen Medizin gelöst werden.


Unwirksame Verfahren und Placebos sind mit ärztlicher Ethik unvereinbar: Es ist aus unserer Sicht ethisch nicht vertretbar, dass Ärztinnen und Ärzte systematisch Verfahren empfehlen und einsetzen (dürfen), die in der Wissenschaftlergemeinschaft als erwiesenermaßen unwirksam gelten. Auch ihre Verabreichung als verdeckte Plazebos ist abzulehnen, weil sie das Recht der Patienten auf ehrliche Aufklärung verletzt und zugleich eine 'Parallelmedizin' adelt und unterhält.


2. Die Homöopathie widerspricht sicheren wissenschaftlichen Erkenntnissen

Die vor 200 Jahren von Samuel Hahnemann erdachte Homöopathie (Hahnemann 2005) hat inzwischen vielfache, divergierende und sich oft widersprechende Weiterentwicklungen erfahren. Gemeinsam sind diesen Varianten jedoch die beiden Grundlagen des Potenzierens und des Simile-Prinzips. Beide widersprechen sicheren wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Homöopathie beruft sich nicht auf pharmakologisch und physiologisch plausible Wirkstoffe, sondern auf immaterielle, geistartige Wirkkräfte. Sie muss demnach der Esoterik zugerechnet werden. So hielt das European Academies’ Science Advisory Council (EASAC) 2017 fest: „… we conclude that the claims for homeopathy are implausible and inconsistent with established scientific concepts (EASAC 2017).“

Die Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ widerspricht somit dem Bekenntnis der Ärzteschaft zur Wissenschaftlichkeit.


2.1. Potenzieren

Ausgangsmaterialien werden potenziert, indem sie verdünnt sowie dynamisiert, das heißt verrieben und geschüttelt, werden.


2.1.1. Verdünnen

Ausreichend verdünnt, werden auch schwerste Gifte unwirksam, wie schon Paracelsus („Nur die Dosis macht das Gift“) weit vor Hahnemann erkannte. Ein pharmakologisches Präparat, das diese Dosis-Wirkungs-Beziehung nicht erfüllt, hat keine Chance auf eine Zulassung. Die Homöopathie verkehrt das Dosis-Wirkungs-Prinzip in sein Gegenteil – je stärker verdünnt eine Arznei ist, desto stärker soll sie wirken.

Beim Herstellen eines homöopathischen Präparats aus einer festen Ursubstanz wird diese zunächst verrieben und dann mehrmals nacheinander in 10er-, 100er-, oder 50.000er-Schritten verdünnt. Homöopathische Verdünnungen werden dann D-, C- oder LM-(auch Q-)Potenzen genannt. Eine Zahl hinter den großen Buchstaben gibt die Anzahl der Verdünnungsschritte an. Selbst die stärksten Gifte müssen in einer gewissen Mindestkonzentration eingenommen werden, um im Organismus in so nennenswerten Mengen an die Zielorte zu gelangen, dass sie dort eine wahrnehmbare Wirkung erzielen können. Bereits bei sehr niedrigen Potenzen nimmt der Patient nur außerordentlich geringe Wirkstoffmengen zu sich: Dreimal fünf Globuli pro Tag ergeben schon in der Verdünnungsstufe C1 eine Tagesdosis von nur 0,01 mg, die damit beispielsweise deutlich unterhalb der Menge Cyanid oder Arsen liegt, die man mit dem Trinkwasser ohne gesundheitliche Folgen täglich aufnimmt.


2.1.2. Reiben und Schütteln

Hahnemann war sich bewusst, dass Verdünnen die pharmakologisch wirksame Ausgangssubstanz reduziert. Um dennoch eine positive Wirkung zu erhalten, nahm er an, man könne durch Reiben und Schütteln eine geistartige Kraft freisetzen, die im flüssigen Medium erhalten bleibe und die sich auf Zuckerkügelchen übertragen lasse. Er sah die Wirkung als etwas Immaterielles an, was ihm auch erstrebenswert erschien, da Krankheit für ihn ebenfalls etwas Immaterielles war: „Nur durch geistartige Einflüsse der krankmachenden Schädlichkeit kann unsere geistartige Lebenskraft erkranken, und so auch nur durch geistartige (dynamische) Einwirkungen der Arzneien wieder zur Gesundheit hergestellt werden“ (Organon, §16).

Damit die immateriellen Heilinformationen der Ausgangssubstanzen auf die homöopathischen Präparate übertragen werden können, müssen die Lösemittel in der Lage sein, die Informationen zu speichern, also Strukturen mit einer gewissen Stabilität aufweisen. Dies wird oft als „Wassergedächtnis“ bezeichnet. Die Wasser-Forschung zeigt jedoch unzweifelhaft, dass sich Flüssigkeiten auch im atomaren Bereich viel zu dynamisch verhalten, um irgendeine Information speichern zu können (Bergmann 2011).


2.2. Simile-Prinzip

In Hahnemanns Vorstellung sollte das bei Krankheit „dynamisch verstimmte Lebensprinzip“ durch die homöopathischen Mittel von einer etwas „stärkern, ähnlichen, künstlichen Krankheits-Affektion ergriffen“ werden. Die Folge: Der Lebenskraft „entschwindet dadurch das Gefühl der natürlichen (schwächeren) dynamischen Krankheits-Affektion, die von da an nicht mehr für das Lebensprinzip existiert“. Das Lebensprinzip werde dann nur noch von der Arzneikrankheit beherrscht, „die aber bald ausgewirkt hat und den Kranken frei und genesen zurück lässt“ (Organon, §29).

Für dieses so genannte Simile-Prinzip gibt es keinerlei belastbare Hinweise. Tausende Studien haben vielmehr gezeigt, dass das von Hahnemann abgelehnte Prinzip des „contraria contrariis“, eine Krankheit heilen zu können, indem man ihren Ursachen entgegenwirkt, zutrifft. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass Homöopathen ausgerechnet Impfungen meist kritisch sehen. Denn Impfungen sind eine der ganz wenigen Ausnahmen, die dem Simile-Prinzip zumindest nahekommen, weil man mit Impfstoffen einer Krankheit vorbeugen kann, indem man Gesunden etwas gibt, das die Symptome der Krankheit hervorruft.


2.3. Weitere Aspekte

Sowohl das Potenzieren als auch das Simile-Prinzip für sich genommen würden völlig ausreichen, die Homöopathie als unwissenschaftliche, esoterische Lehre zu kennzeichnen. Dennoch sind einige weitere Aspekte für ein etwas umfassenderes Bild von der Homöopathie relevant.


2.3.1. Verunreinigungen

1 Kilogramm reinster Milchzucker enthält neben vielen anderen Elementen 1 Mikrogramm Blei, 1 Liter reinster Alkohol enthält 100 Mikrogramm Blei und 1 Liter reinstes Wasser 0,015 Mikrogramm Blei (Hopff 1991). Blei wird jedoch auch als homöopathisches Arzneimittel „Plumbum metallicum“ verwendet. Bei jeder Arzneimittelherstellung müsste also auch die Heilkraft von Blei freigesetzt und potenziert werden – neben den Heilkräften aller anderen Verunreinigungen.


2.3.2. Arzneimittelprüfung an Gesunden

Die Arzneiprüfung, wie die Homöopathie sie betreibt, geht davon aus, dass die wahrgenommenen Symptome ursächlich auf die eingenommene Substanz zurückgehen. Hahnemann empfahl, für eine Arzneiprüfung über mehrere Tage „4 bis 6 Kügelchen der 30sten Potenz“ zu sich zu nehmen (Organon, §128). Hahnemann führt etwa für Kochsalz C30 insgesamt 1349 Symptome auf, die zwar einen Blick auf den mitunter erschreckenden Gesundheitszustand der Prüfer offenbaren, aber gewiss nichts mit dem nicht mehr vorhandenen Kochsalz zu tun haben (Hahnemann 2011).

Auch die Einnahme realer Mengen von Wirkstoffen schützt nicht vor Fehldeutungen: So registrierte Hahnemann nach der Einnahme von Chinin, dass sein Körper von Fiebern geschüttelt wurde. Dazu schreibt der Pharmakologe Wolfgang H. Hopff: „Von den toxischen Eigenschaften des Chinins wissen wir, dass eine Untertemperatur erzeugt wurde, welche einen ‚Schüttelfrost‘ zur Folge haben mag. Was auch immer Hahnemann fühlte, es kann sich nicht um Fieber gehandelt haben.“ So war bereits die Mutter aller homöopathischen Arzneimittelprüfungen, die die Geburtsstunde der Homöopathie einläutete, ein Irrtum.


2.3.3. Heterogenität der Lehren

Hahnemann bekämpfte nicht nur die von ihm Allopathie genannte damalige Schulmedizin, sondern auch andere Homöopathen, die seine Lehre abänderten. Dennoch findet sich heute eine Fülle verschiedener Varianten (Informationsnetzwerk Homöopathie). Dabei wird zum Beispiel auf die ausführliche Anamnese verzichtet, es werden mehrere Mittel gleichzeitig gegeben, jedem Menschen für alle Krankheiten nur eine einzige Substanz zugewiesen, oder es werden keine Globuli verabreicht, sondern nur Zeichen auf erkrankte Körperpartien gemalt. Anders als in der wissenschaftlichen Medizin, in der sich diejenige Vorstellung durchsetzt, für die es die beste Evidenz gibt, koexistieren alle Varianten der Homöopathie nebeneinander, weil keine für sich irgendeine spezifische Evidenz geltend machen kann. Es ist dann eine bloße Frage des Glaubens, welche Richtung man bevorzugt. Die Musterweiterbildungsordnung fordert für Ihren „Kompetenz-Nachweis“ Kurse, die von den zuständigen Ärztekammern anerkannt sind. Die Ärztekammern kämen jedoch in vollständige Erklärnöte, wollten sie wissenschaftlich fundiert begründen, warum ausgerechnet die von ihnen anerkannten Kurse die „richtige“ Homöopathie vermitteln.


2.3.4. Historischer Kontext

Als Hahnemann die Homöopathie erdachte, kannte man zwar den „Makrokosmos Mensch“ mit seinen Knochen, Muskeln, Sehnen und Blutgefäßen aus Anatomiestudien bis in erstaunliche Details, aber warum das Herz schlägt, wozu man atmet, wie man sehen, tasten und fühlen kann, wie der Mensch also funktioniert, war ein großes Rätsel. So wusste Hahnemann nicht, dass Lebewesen aus Zellen bestehen, dass es Bakterien und Viren gibt, dass körperliche Merkmale vererbt werden können, dass das Immunsystem uns vor Krankheitserregern schützt und dass wir verschiedene Blutgruppen haben. Auch lagen heute selbstverständliche Errungenschaften wie Röntgenstrahlen, Insulin, Narkosemittel, Penicillin und viele andere noch in weiter Ferne (Weymayr 2007).

Die damalige Medizin war entsprechend mehr von Mythen als von Fakten und mehr von den Dogmen der antiken Ärzte als von nachprüfbaren Erkenntnissen geprägt. Die Ärzte zeigten zudem ein von Medizinhistorikern oft „heroisch“ genanntes Draufgängertum: Sie ließen die Patienten bei jeder Gelegenheit zur Ader, zwangen sie zu Durchfällen, Schweißausbrüchen und Erbrechen, flößten ihnen Quecksilber und andere Gifte ein und brannten ihre Wunden aus. Im Vergleich dazu war Hahnemanns unbeabsichtigter Nihilismus ein Segen für die Patienten. Das verleitete ihn zu dem Fehlschluss, dass seine Homöopathie eine effektive Heilmethode sei.


2.3.5. Auf Konfrontation zur wissenschaftlichen Medizin

Homöopathie und wissenschaftliche Medizin stehen in so eklatantem Widerspruch, dass sie in der Patientenversorgung unvereinbar sind. Hahnemann verbat sich vehement jede Vermischung der Homöopathie mit der Allopathie und schloss dies auch für die Zukunft kategorisch aus (Organon, §52): „Jede steht der anderen gerade entgegen und nur wer beide nicht kennt, kann sich dem Wahne hingeben, dass sie sich je einander nähern könnten oder wohl gar sich vereinigen ließen, kann sich gar so lächerlich machen, nach Gefallen der Kranken, bald homöopathisch, bald allopathisch in seinen Kuren zu verfahren; dies ist verbrecherischer Verrat an der göttlichen Homöopathie zu nennen!“ Hahnemann ging so weit, zu behaupten, dass ein allopathisch misshandelter Organismus für homöopathische Wohltaten weniger empfänglich sei. Auch heute noch neigen viele Homöopathen zu einer feindlichen Haltung gegenüber der wissenschaftlichen Medizin. Deren Maßnahmen schwächten oder blockierten gar die wohltätigen Wirkungen der Homöopathika.


3. Studien liefern keine Hinweise für eine Wirksamkeit der Homöopathie

Homöopathie wird vielfach beforscht, zum Beispiel mit Geldern der Carstens-Stiftung, zu deren expliziten Zielen die Verankerung der Homöopthie in der akademischen Medizin zählt (Carstens-Stiftung). Auch werden an Universitäten Stiftungslehrstühle mit Geldern der alternativen Pharmaindustrie eingerichtet. Diese Präsenz im Wissenschaftsbetrieb hebt die Homöopathie dennoch nicht in den Rang einer wissenschaftlich fundierten Heilslehre, die eine Zusatzbezeichnung rechtfertigen würde.


3.1. Einzelfallbeobachtung

Wie Hahnemann selbst berufen sich auch heutige Homöopathen in erster Linie auf Einzelfälle (Riker, 2017/2018). Einzelfälle können jedoch nur eine Koinzidenz beobachten, aber keine Kausalität nahelegen. Als Ausnahmen hiervon gelten nur dramatische Effekte, wenn beispielsweise jeder, der ein Mittel einnimmt, eine ansonsten immer tödliche Krankheit überlebt. Vor einem Einsatz der Homöopathie in solchen Fällen hat jedoch auch Hahnemann abgeraten – er hatte erkannt, dass für einen Heilerfolg der Homöopathie die Patienten ausreichend vital sein müssten. Da Homöopathie überwiegend bei Bagatellerkrankungen eingesetzt wird, die ohnehin ganz ohne äußeres Zutun heilen, machen Ärzte und Patienten zwangsläufig oft die Erfahrung, dass die Homöopathie scheinbar wirkt.

In Verbindung mit der unter 2.3.5 genannten Skepsis gegenüber der wissenschaftlichen Medizin können solche vermeintlich positive Erfahrungen Patienten und Ärzte dazu verleiten, sich auch in gefährlichen Situationen eher für einen ersten Versuch mit Homöopathie oder vergleichbaren nicht-evidenzbasierten Verfahren zu entscheiden.


3.2. RCTs und Reviews

Die randomisierte, kontrollierte klinische Studie (RCT) gilt in der Evidenz-basierten Medizin (EbM) als Goldstandard, um Nutzen und in beschränktem Maße auch Schaden einer medizinischen Maßnahme zu ermitteln. Sie ist, sofern sie hohen Qualitätsstandards genügt, in der Lage, vielfältige Verzerrungspotentiale (Bias) anderer Studienarten auszuschließen. Besondere Beweiskraft (Evidence) wird Übersichtsarbeiten (Reviews) zugestanden, die in Metaanalysen mehrere Studien zusammenfassend auswerten. Um nicht, wie so oft in der Medizingeschichte, Trugschlüssen und Vorurteilen aufzusitzen, misstrauen Verfahren der EbM wie RCTs dem „gesunden Menschenverstand“. RCTs setzen deshalb keine physikalisch oder physiologisch plausiblen Wirkmechanismen voraus, das heißt, sie verlangen bewusst ein naiv beobachtendes Naturverständnis und betrachten den Menschen unter anderem wegen der hohen Komplexität seiner bio-psycho-sozialen Systeme als Black Box.

Dies wurde in den letzten Jahren von Vertretern einer „Science-based Medicine“ kritisiert. Sie bezeichnen die beschriebene Haltung als „blinden Fleck der EbM“ (Novella et al, Gorski & Novella 2014) und argumentieren, dass die A-priori-Plausibilität einer Maßnahme in der Interpretation einer Studie berücksichtigt werden müsse. Da die A-priori-Plausibilität der Homöopathie gleich Null ist, seien auch die Ergebnisse der Studien ohne Aussagekraft.

Anderen gilt die A-priori-Plausibilität als Vorurteil, das zwar theoretisch begründet sein mag, aber den Einsatz von bzw. den Verzicht auf bestimmte Heilmittel nicht ausreichend rechtfertige. Schließlich kann der Erfolg von Mittel A in Fällen von Krankheit B nicht die Richtigkeit oder Falschheit eines ganzen Heilkundesystems beweisen. In erster Linie legt er den Einsatz von A in einem Fall von B nahe. Unbestreitbar besteht dennoch eine evolutionär-dialektische Beziehung zwischen den Erkenntnissen z.B. aus RCTs einerseits und heilkundlichen Modellvorstellungen andererseits.

Zur Homöopathie wurden hunderte klinische Studien und etliche Reviews durchgeführt. Hieraus ergaben sich für die Homöopathie zusammenfassend negative Beurteilungen nationaler und internationaler Gremien. So stellte 2015 die australische Regierungsinstitution National Health and Medical Research Council (NHMRC) fest: „Based on the assessment of the evidence of effectiveness of homeopathy, NHMRC concludes that there are no health conditions for which there is reliable evidence that homeopathy is effective“ (Weitere Zitate siehe Anlauf et al. 2015, Ernst 2017.

Soweit auch positive Studienergebnisse publiziert wurden zeigte sich, dass die meisten sich verlieren, wenn man angemessene Maßstäbe an die Qualität der Studien, an relevante Effektstärken und an Reproduzierbarkeit anlegt (Aust 2013). Dies betrifft insbesondere die Methodik der statistischen Beweisführung (Beispiele und weitere Literaturhinweise u.a. in Homöopedia).


4. Fazit

Auch wenn Homöopathie im Wissenschaftsbetrieb präsent ist, ist sie nicht wissenschaftlich fundiert. Ihre Grundlagen Potenzieren und Simile-Prinzip widersprechen sicheren wissenschaftlichen Erkenntnissen, die Homöopathie ist demnach der Esoterik zuzurechnen. Auch sieht die internationale Wissenschaftlergemeinschaft in klinischen Studien keine ausreichenden Belege für eine Wirksamkeit der Homöopathie. Einer esoterischen Heilslehre mit einer Zusatzbezeichnung einen scheinbar seriösen Anstrich zu geben, widerspricht dem Anspruch der Ärzteschaft auf eine wissenschaftliche fundierte Versorgung, und schwächt durch eine Verwischung der Grenzen zwischen Wissenschaft und Glauben das Ansehen der wissenschaftlich begründeten Medizin. Defizite der wissenschaftlichen Medizin sind intern zu lösen und können nicht auf unwissenschaftliche Heilslehren abgewälzt werden (Anlauf et al. 2015). Eine Abschaffung der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ halten wir deshalb für dringend geboten.


5. Literatur


    Anlauf, Manfred et al: Komplementäre und alternative Arzneitherapie versus wissenschaftsorientierte Medizin; GMS German Medical Science, 2015
    Aust, Norbert: In Sachen Homöopathie; Verlag 1-2-Buch, 2013
    Bergmann, Helge: Wasser, das Wunderelement?: Wahrheit oder Hokuspokus
    Carstens-Stiftung: Naturheilkunde und Homöopathie, http://www.carstens-stiftung.de
    European Academies’ Science Advisory Council (EASAC): Homeopathic products and practices: assessing the evidence and ensuring consistency in regulating medical claims in the EU, 2017
    Ernst, Edzard: http://edzardernst.com/2017/04/official-verdicts-on-homeopathy/
    Gorski, David H; Novella, Steven P: Clinical trials of integrative medicine: Testing whether magic works? Trends mol. med.  20 (9), 473-476, 2014
    Hahnemann, Samuel: Hahnemanns Arzneimittellehre, Narayana Verlag, 2011
    Hahnemann, Samuel: Organanon der Heilkunst; matrixverlag, 2005, nach der Ausgabe Leipzig, 1921
    Hopff, Wilhelm H.: Homöopathie kritisch betrachtet, Thieme, 1991
    Informationsnetzwerk Homöopathie: Homöopedia – Informationen zur Homöopathie; http://www.homöopedia.eu
    Informationsnetzwerk Homöopathie: http://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Statistische_Signifikanz
    Informationsnetzwerk Homöopathie: http://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Systematische_Reviews_zur_Homöopathie_-_Methodik
    Novella, Steven et al: Science-Based Medicine; https://sciencebasedmedicine.org
    Riker, Ulf; Evidenz und Erfahrung; in: Homöopahie, Winter 2017/2018
    Weymayr, Christian: Hippokrates, Dr. Röntgen & Co., Bloomsbury, 2007

© Christian Weymayr
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[*/quote*]



Es handelt sich um ein "Ein Statement der interdisziplinären Expertengruppe „Münsteraner Kreis“ zur Abschaffung der Zusatzbezeichnung Homöopathie"

Verantwortlich sind laut ihren eigenen Angaben

"Manfred Anlauf* · Norbert Aust* · Hans-Werner Bertelsen · Juliane Boscheinen · Edzard Ernst · Daniel R. Friedrich · Natalie Grams · Hans-Georg Hofer · Paul Hoyningen-Huene · Jutta Hübner* · Peter Hucklenbroich · Claudia Nowack* · Heiner Raspe · Jan-Ole Reichardt · Norbert Schmacke* · Bettina Schöne-Seifert* · Oliver R. Scholz · Jochen Taupitz · Christian Weymayr*"

Diese Damen und Herren stellen sich also hin und erklären lauthals: "Die Homöopathie ist eine unwissenschaftliche Heilslehre"


Dann erklären sie:

[*quote*]
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Die Homöopathie ist eine unwissenschaftliche Heilslehre: Homöopathische Arzneien liegen nach der Lehre Hahnemanns bereits ab dem ersten Dynamisations-Grad in so starker Verdünnung vor, dass es vollkommen unerheblich ist, welche Einzelsubstanz, welche Pflanze oder welches Tier als Ausgangsmaterial verwendet wird. Die Homöopathie führt die Wirkung ihrer „Arzneien“ deshalb auch nicht auf pharmakologische Mechanismen zurück, sondern auf den heilsamen Einfluss immaterieller, geistartiger Wirkkräfte.
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Das haben sie geschrieben. Oder lügt ihr Server? Nein, nein,

"Manfred Anlauf* · Norbert Aust* · Hans-Werner Bertelsen · Juliane Boscheinen · Edzard Ernst · Daniel R. Friedrich · Natalie Grams · Hans-Georg Hofer · Paul Hoyningen-Huene · Jutta Hübner* · Peter Hucklenbroich · Claudia Nowack* · Heiner Raspe · Jan-Ole Reichardt · Norbert Schmacke* · Bettina Schöne-Seifert* · Oliver R. Scholz · Jochen Taupitz · Christian Weymayr*"

haben geschrieben

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Die Homöopathie ist eine unwissenschaftliche Heilslehre: Homöopathische Arzneien liegen nach der Lehre Hahnemanns bereits ab dem ersten Dynamisations-Grad in so starker Verdünnung vor, dass es vollkommen unerheblich ist, welche Einzelsubstanz, welche Pflanze oder welches Tier als Ausgangsmaterial verwendet wird. Die Homöopathie führt die Wirkung ihrer „Arzneien“ deshalb auch nicht auf pharmakologische Mechanismen zurück, sondern auf den heilsamen Einfluss immaterieller, geistartiger Wirkkräfte.
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[*/quote*]


Da laß ich die nicht mehr raus. Mir reicht es nämlich, aber sowas von!

Es gibt "Komplex-Homöopathie" und es gibt schwache Verdünnungen durchaus bis D3 oder schwächer bei Einzelmitteln.


Entweder

"Manfred Anlauf* · Norbert Aust* · Hans-Werner Bertelsen · Juliane Boscheinen · Edzard Ernst · Daniel R. Friedrich · Natalie Grams · Hans-Georg Hofer · Paul Hoyningen-Huene · Jutta Hübner* · Peter Hucklenbroich · Claudia Nowack* · Heiner Raspe · Jan-Ole Reichardt · Norbert Schmacke* · Bettina Schöne-Seifert* · Oliver R. Scholz · Jochen Taupitz · Christian Weymayr*"

haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht und wissen gar nichts von den nur schwach verdünnnten homöopathischen Mitteln und wissen gar nichts von den Komplexmitteln. Oder aber sie wissen sehr wohl von den nur schwach verdünnten Mitteln und den Komplexmitteln. In dem Fall lügen sie der Ärztekammer die Hucke voll.

Laut eigenen Angaben von bezahlten Hilfsknechten der Homöopathikahersteller, eingesetzt in "Bosch-Stiftung" (oder wie die offiziel firmieren mag) oder in anderen Gremien, machen die deutschen Homöopathika-Hersteller schon seit 2012 (und wohl auch schon lange vorher) mehr als die Hälfte ihres Umsatzes mit Komplexmitteln.

Wollen

"Manfred Anlauf* · Norbert Aust* · Hans-Werner Bertelsen · Juliane Boscheinen · Edzard Ernst · Daniel R. Friedrich · Natalie Grams · Hans-Georg Hofer · Paul Hoyningen-Huene · Jutta Hübner* · Peter Hucklenbroich · Claudia Nowack* · Heiner Raspe · Jan-Ole Reichardt · Norbert Schmacke* · Bettina Schöne-Seifert* · Oliver R. Scholz · Jochen Taupitz · Christian Weymayr*"

das leugnen? Etwa mit Unwissenheit? Das geht schlecht, denn es wurde ihnen bereits links und rechts um die Ohren gehauen.

Die berühmt-berüchtigte Auseinandersetzung um die Bublath-Sendung vor über 10 Jahren ging durch die Medien und durch die Webforen. Unter anderem im Forum des ZDF wurde heftigst gestritten. Heilpraktiker drohten mit Klagen. (Oder haben sogar geklagt.)

Das war vor 10 Jahren!

Thymian hat im Oktober 20127 diesen Thread begonnen mit diesem Posting, das ich hier wiederhole:



Thymian schrieb:

[*quote*]
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Fast auf den Tag genau vor 10 Jahren postete Ama am 22.Oktober 2007

http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=3018.msg6287#msg6287

Aus reinstem Vergnügen kopiere ich das gute Stück hier rüber:

[*quote*]
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ama
SOS - Esoteriker von Boot gerammt - ZDF-Forum säuft ab - SOS
« Reply #12 on: October 22, 2007, 01:41:01 AM »

http://www.transgallaxys.com/~aktenschrank/Esoteriker_im_Krieg_gegen_die_Wahrheit_im_ZDF/20071021/msg1357346.htm

[*QUOTE*]
Re: Studie zur Wirksamkeit der Homöopathie - kompakt
von: UlrichBoot
Erstellt am: 21.10.07, 03:45

ute maria hat geschrieben:

> Eine D1 als auch eine D3 gilt nach heutiger
> Definition als Homöopatikum, ganz egal ob's Ihnen
> nun gefällt oder nicht.

"Nach heutiger Definition", wie überaus interessant. Demnach nicht nach Hahnemann? Aber war es nicht Samuel Hahnemann, der die Homöopathie fand? Dessen Definition gilt nun nicht mehr? Aber wenn Hahnemanns Definition nicht gilt, dann ist, was heute betrieben wird, keine Homöopathie, denn für die gilt unmißverständlich Hahnemanns Definition!

Damit wäre nun endlich festgestellt, daß das, was die an anderer Stelle "genuine Homöopathen der alten Schule" genannten Damen und Herren heute tun, keinesfalls den Forderungen Samuel Hahnehmanns entspricht. Das beruhigt mich, denn Hahnemann wäre ganz sicher nicht einverstanden mit dem, was hier an anderer Stelle über die "genuinen Homöopathen der alten Schule" gesagt wurde.

Ich rekapituliere: ein "genuiner Homöopath der alten Schule"
- soll unwissenschaftlich sein,
- soll die Ausbildung vernachlassigen und
- soll Pfuschern jeder Couleur immer freundlich zustimmen. Kritik ist verboten.
-soll Kritik zensieren und ein Schreibverbot für die Kritiker verhängen.

Nun fallen zwei weitere Grundlagen von Hahnemanns Homöopathie: die Dynamisierung und die Arzneimittelprüfung.
Dazu zitiere ich noch einmal diese Zusammensetzung:

[Zitatanfang]
100 g Salbe enthalten: 5,0 g Condurango Ø; 1,0 g Agnus castus Ø; 1,0 g Hydrastis D4; 0,5 g Pulsatilla D4; 0,5 g Lilium tigrinum Ø.

Konservierung: 100 mg Parabene E214, E216, E218 mit Phenoxyethanol.
[Zitatende]



Eine Urtinktur wird in der Homöopathie doch nicht als Arznei verabreicht, sondern dient der Arzneimittelprüfung!

Aber in der "heutigen Definition" gilt das nicht mehr. Auf die Dynamisierung wird heute gleichfalls verzichtet. Mit anderen Worten: von der Homöopathie des Herrn Hahnemann ist überhaupt nichts mehr übrig.

Woraus man vier Dinge sieht:

Erstens machen die "genuinen Homöopathen der alten Schule" in Wahrheit keine Homöopathie. Was, bitteschön, machen sie dann!?

Zweitens macht jeder, was er will, und nennt das Homöopathie.

Drittens ist Kritik verboten, so daß jedwede Methode, die zur Homöopathie erklärt wird, von den anderen "genuinen Homöopathen der alten Schule" weder kritisiert wird noch jemals kritisiert werden darf.

Viertens folgen diejenigen, die Herrn Bublaths Sendung kritisieren, offenkundig den Regeln dieses hier gezeigten Binnenkonsenses. Wären sie mit Denken und Handeln Homöopathen im Sinne der einzig wahren Homöopathie, das heißt der von Samuel Hahnemann, würden sie niemals im Leben solchem Frevel folgen, ihn niemals aktiv unterstützen, nein, ihn noch nicht einmal stillschweigend billigen.

Was uns hier und heute als Homöopathie offeriert wird, ist blanke Beliebigkeit, schlimmer noch als Kaffeesatzleserei. Mich beunruhight dabei vor allem die Haltung der Heilpraktikerverbände und der Ärzte, die die "Gegendarstellung" zur Sendung erzwingen wollen. Jede einzelne der dahinter stehenden Personen demonstriert damit sogar öffentlich, daß sie Hahnemann und die Homöopathie mißbraucht. Auf wen kann sich dann ein Kranker heute noch verlassen, wenn der Name Homöopathie so wertlos geworden ist? Das ist ein unerträglicher Zustand. Ich hatte gehofft, daß die Patientenverbände sich hierzu äußern würden. Doch selbst die begreifen die Situation nicht oder sind, was ich inzwischen befürchte, ebenfalls in diese Vorgänge involviert.

Ulrich Boot
[*/QUOTE*]

--------------------------------------------------------------------------
[*/quote*]



Ama postete vor 10 Jahren ein Zitat. Die Quelle war das Forum des ZDF, in dem eine Diskussion so heiß tobte, daß auch andere Foren im WWW mitmischten. Die Fetzen flogen und die Homöopathen bezogen ordentlich Dresche.

Den wesentlichen Part habe ich in dem Zitat rot gefärbt. Es geht um eine als homöopathisch verkaufte Salbe, die, man staune, Urtinkturen enthält. Die sind mit dem Zeichen "Ø" (für "Urtinktur") versehen.

Die Zutatenliste:

[Zitatanfang]
100 g Salbe enthalten: 5,0 g Condurango Ø; 1,0 g Agnus castus Ø; 1,0 g Hydrastis D4; 0,5 g Pulsatilla D4; 0,5 g Lilium tigrinum Ø.

Konservierung: 100 mg Parabene E214, E216, E218 mit Phenoxyethanol.
[Zitatende]


5 Gramm Condurange und 1 Gramm Agnus castus, und 0,5 Gramm Lilium tigrinum auf 100 Gramm Salbe, das sind 5 Prozent, 1 Prozent und 0,5 Prozent Wirkstoffanteil. Das sind keine Verdünnungen jenseits von Herrn Avogadro, sondern pharmazeutisch wirksame Dosierungen.

Daß Homöopathen unverdünnte Urtinkturen als homöopathisch ausgeben, tolldreist ist das. Vor allem sind es Hersteller! Die machen das. Hersteller! Also die Leute, die beim Bfarm ihren Persilschein abholen. Die sind vom Fach und wissen was sie tun. Und diese Leute tun genau das: Urtinkturen als homöopathisch deklarieren.

Ein Hammer ist das, ein echter Hammer. Wie gesagt: die Sache flog vor 10 Jahren auf und wurde in mehreren Foren diskutiert. Wenn ich mich nicht irre, kam das auch im Forum von Ökotest zur Sprache. Überall waren Skeptiker dabei. Und hier, im TG-1, ist das seit damals öffentlich archiviert. Ich sag's nochmal: 10 Jahre ist das her.
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[*/quote*]


"5 Gramm Condurange und 1 Gramm Agnus castus, und 0,5 Gramm Lilium tigrinum auf 100 Gramm Salbe, das sind 5 Prozent, 1 Prozent und 0,5 Prozent Wirkstoffanteil. Das sind keine Verdünnungen jenseits von Herrn Avogadro, sondern pharmazeutisch wirksame Dosierungen."

UNVERDÜNNTE ROHTINKTUREN werden eingemischt. UNVERDÜNNTE ROHTINKTUREN!

Schon vor mehr als 10 Jahren wurde öffentlich gemacht, daß in Homöopathjika unverdünnte Rohtinkturen enthalten sind.

Trotzdem behaupten

"Manfred Anlauf* · Norbert Aust* · Hans-Werner Bertelsen · Juliane Boscheinen · Edzard Ernst · Daniel R. Friedrich · Natalie Grams · Hans-Georg Hofer · Paul Hoyningen-Huene · Jutta Hübner* · Peter Hucklenbroich · Claudia Nowack* · Heiner Raspe · Jan-Ole Reichardt · Norbert Schmacke* · Bettina Schöne-Seifert* · Oliver R. Scholz · Jochen Taupitz · Christian Weymayr*"


[*quote*]
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Die Homöopathie ist eine unwissenschaftliche Heilslehre: Homöopathische Arzneien liegen nach der Lehre Hahnemanns bereits ab dem ersten Dynamisations-Grad in so starker Verdünnung vor, dass es vollkommen unerheblich ist, welche Einzelsubstanz, welche Pflanze oder welches Tier als Ausgangsmaterial verwendet wird. Die Homöopathie führt die Wirkung ihrer „Arzneien“ deshalb auch nicht auf pharmakologische Mechanismen zurück, sondern auf den heilsamen Einfluss immaterieller, geistartiger Wirkkräfte.
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[*/quote*]


Wäre ich bei denen Student, ich würde mit dem Megaphon in der Vorlesung erscheinen und denen die Leviten lesen, aber rauf und runter. Wie können die sich erdreisten, der Öffentlichkeit so einen Schwachsinn zu erzählen!?

Für wie blöde halten die denn die Bürger und ihre Kollegen in der Ärztekammer? Das ist der Gipfel der Frechheit.



In dem Text sind noch mehr knüppelhageldicke Fehler. Die kommen auch noch dran...

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Ayumi

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Re: Die Skeptikker vermasseln es mal wieder gründlichst
« Reply #5 on: May 05, 2018, 10:35:08 PM »

Krokant schrieb:

"Wäre ich bei denen Student, ich würde mit dem Megaphon in der Vorlesung erscheinen und denen die Leviten lesen, aber rauf und runter. Wie können die sich erdreisten, der Öffentlichkeit so einen Schwachsinn zu erzählen!?

Für wie blöde halten die denn die Bürger und ihre Kollegen in der Ärztekammer? Das ist der Gipfel der Frechheit."


Krokant kann das Megaphone bereit legen. Der "Münsteraner Kreis" ist noch dümmer als ich befürchtet hatte. In der Ärztezeitung vom 4.5.2018 melden sich zwei der Gruppe wieder zu Wort:

https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/special-arzt-patient/article/963215/contra-homoeopathie-wissenschaft-statt-mogelpackung.html?wt_mc=socialmedia.Twitter&text=Wissenschaft

[*quote*]
Ärzte Zeitung online, 04.05.2018
CONTRA Homöopathie
Wissenschaft statt Mogelpackung!

Von Bettina Schöne-Seifert und Christian Weymayr

Wissenschaft statt Mogelpackung!

Es geht dem Münsteraner Kreis nicht etwa darum, die Homöopathie abzuschaffen. Er dringt vielmehr darauf, dieser 200 Jahre alten "Heilkunde" endlich das Mäntelchen der Seriosität abzunehmen, das ihr mit der ärztlichen Zusatzbezeichnung verliehen wird. Die Homöopathie-Lehre ist wissenschaftlicher Unsinn: Bloßen Zuckerkügelchen eine spezifische und immaterielle Heilkraft zuzugestehen, die sie durch Verdünnen und Schütteln von Ausgangssubstanzen erlangt haben sollen, ist ähnlich absurd wie der Glaube, man könne sein Heil durch Vergraben ritueller Gegenstände bei Mondschein finden.

Wohl wahr: Es gelten hierzulande, zum Glück, Glaubensfreiheit und Respekt vor der Selbstbestimmung von Patienten. Patienten können sich Heilern anvertrauen, und Ärzte dürften im Namen der Therapiefreiheit sogar Voodoo-Rasseln schwingen. Es kann aber doch nicht unser Ernst sein, mit einer Art amtlicher Prüfplakette den Eindruck zu erwecken, es gäbe bei der Homöopathie eine ärztlich seriöse und erlernbare Behandlungsqualität.

Just das tut aber die Musterweiterbildungsordnung: Die Zusatzbezeichnung Homöopathie darf erst führen, wer sechs Monate Weiterbildung oder 100 Stunden Fallseminare sowie 160 Stunden Kurs-Weiterbildung nachweisen kann. In dieser kostbaren Zeit büffelt der angehende Homöopath, wie er etwa Küchenzwiebeln durch Verdünnen und Schütteln geistartige Wirkkräfte entlocken und welche Malaisen aus dem Katalog der homöopathischen Parallelwelt er damit behandeln kann.

Warum sollte es für Patienten auch nur den allergeringsten Unterschied machen, ob der homöopathische Arzt 100 Stunden oder eine Minute lang Fälle studiert hat?

Der Ärztetag hat immer wieder betont: Das moderne Verständnis guter Medizin ist wissenschaftsorientiert. Es geht darum, wissenschaftliche Einsichten über die jeweils besten bekannten Möglichkeiten der Heilung, Linderung, Vorbeugung in den Dienst des Patientenwohls zu stellen. Idealerweise heißt das: Was sich innerhalb unserer immer komplexer werdenden Erkenntnis von Krankheitsentstehung und Krankheitsbehandlung als theoretisch plausibel herausstellt, wird weiter verfolgt. Und was sich dann in aufwendigen klinischen Studien als wirksam, als überlegen erweist, wird angeboten – und umgekehrt.

Stichwort Evidenzbasierte Medizin: Nach diesen Maßstäben, darin sind sich international sämtliche damit befassten unabhängigen Wissenschaftsgremien einig, ist an der Homöopathie nicht mehr dran als Zuwendung und Plazebowirkungen. Nur die Lobby der Homöopathen bestreitet das.

Dann aber ist es mit Blick auf Transparenz und auf das Budget der öffentlichen Hand unverantwortlich, wenn in Deutschland homöopathische Ärzte mit amtlicher Prüfplakette geadelt werden und die Krankenkassen deren Behandlungen aus Gefälligkeit zu einem großen Teil erstatten. Oder sollte die Wissenschaftsorientierung, die wir im Klimaschutz, in der Flugsicherheit oder beim Brückenbau für selbstverständlich halten, ausgerechnet vor der Medizin haltmachen? Die Delegierten des Ärztetags sollten die Zusatzbezeichnung Homöopathie schleunigst weg-schütteln.
[*/quote*]


Soweit das ungekürzte Original. Es kann Einem schlecht werden bei so viel Unfähigkeit.

Gehen wir das Stück kurz durch.

[- PUNKT 1 -]
[*quote*]
Ärzte Zeitung online, 04.05.2018
CONTRA Homöopathie
Wissenschaft statt Mogelpackung!

Von Bettina Schöne-Seifert und Christian Weymayr

Wissenschaft statt Mogelpackung!
[*/quote*]

Bettina Schöne-Seifert und Christian Weymayr gehören zu den Machern des "Münsteraner Kreis".

Der erste Satz:

[- PUNKT 2 -]
[*quote*]
Es geht dem Münsteraner Kreis nicht etwa darum, die Homöopathie abzuschaffen.
[*/quote*]

Der erste Satz ist das Letzte.

Warum soll der lebensgefährliche Betrug Homöopathie nicht abgeschafft werden?


http://www.muensteraner-kreis.de/homoeopathie.html

[- PUNKT 3 -]
[*quote*]
Der Münsteraner Kreis ist ein informeller Zusammenschluss von Expertinnen und Experten, die sich kritisch mit der komplementären und alternativen Medizin (KAM) auseinandersetzen. Er besteht seit Juni 2016 und geht auf eine Initiative von Dr. Bettina Schöne-Seifert, Professorin und Lehrstuhlinhaberin für Medizinethik an der Universität Münster, zurück. Ein erstes Projekt war die Veröffentlichung des Münsteraner Memorandums Heilpraktiker.
[*/quote*]

Medizinethiker wollen einen Betrug nicht abschaffen?


[- PUNKT 4 -]
[*quote*]
Er dringt vielmehr darauf, dieser 200 Jahre alten "Heilkunde" endlich das Mäntelchen der Seriosität abzunehmen, das ihr mit der ärztlichen Zusatzbezeichnung verliehen wird.
[*/quote*]

Nur die Zusatzbezeichnung für Ärzte soll weg. Warum? Sorgen sich die "Medizinethiker" lediglich um das Image ihres Berufsstands?


[- PUNKT 5 -]
[*quote*]
Die Homöopathie-Lehre ist wissenschaftlicher Unsinn: Bloßen Zuckerkügelchen eine spezifische und immaterielle Heilkraft zuzugestehen, die sie durch Verdünnen und Schütteln von Ausgangssubstanzen erlangt haben sollen, ist ähnlich absurd wie der Glaube, man könne sein Heil durch Vergraben ritueller Gegenstände bei Mondschein finden.
[*/quote*]

Homöopathie ist Unsinn. Warum dann nicht abschaffen?


[- PUNKT 6 -]
[*quote*]
Wohl wahr: Es gelten hierzulande, zum Glück, Glaubensfreiheit und Respekt vor der Selbstbestimmung von Patienten.
[*/quote*]

Selbstbestimmung? Ist das der Weg zu neuen beruflichen Perspektiven? Erfinden wir schnell ein paar Blödheiten. Wie wäre es mit Minipyramiden als Hut? Aus dem Bullshit-Bingo-Baukasen 50 bis 100 wirre Heilversprechen herausgesucht und angepaßt und schon haben wir die Minipyramiden-Therapie "MiPyThera". Im Schneeballsystem werden Pyramide und Lehrgang zum Selbststudium Heilpraktikern und Ärzten schmackhaft gemacht. Als PR-Maßnahme zur Darstellung der Seriosität wird noch vor dem Verkauf des ersten Exemplars ein Bundesverband gegründet.

Das ist nur ein erfundenes Beispiel. Aur die echten Fällen können wir gerne zu sprechen kommen.
 

[- PUNKT 7 -]
[*quote*]
Patienten können sich Heilern anvertrauen, und Ärzte dürften im Namen der Therapiefreiheit sogar Voodoo-Rasseln schwingen.
[*/quote*]

"Glaubensfreiheit""Selbstbestimmung von Patienten" und "Therapiefreiheit" Sind aber nicht grenzenlos.

Im Zuge des Binnenkonsens ist es ein Leichtes, einen Doktor der Klangschalentherapie oder einen Doktor der Kozyrev-Therapie zu kreieren, universitär zu verankern und als eigenständige "Therapierichtung" zu etablieren. Wer das nicht glaubt, sollte sich mit dem Stichwort "Viadrina" auf die Suche machen.


[- PUNKT 8 -]
[*quote*]
Es kann aber doch nicht unser Ernst sein, mit einer Art amtlicher Prüfplakette den Eindruck zu erwecken, es gäbe bei der Homöopathie eine ärztlich seriöse und erlernbare Behandlungsqualität.
[*/quote*]

Aber selbstverständlich geht das! So wie es die Meistergrade beim Reiki gibt, kann und wird man jederzeit beliebig viele Zertifizierungen erfinden und vergeben können.


[- PUNKT 9 -]
[*quote*]
Just das tut aber die Musterweiterbildungsordnung: Die Zusatzbezeichnung Homöopathie darf erst führen, wer sechs Monate Weiterbildung oder 100 Stunden Fallseminare sowie 160 Stunden Kurs-Weiterbildung nachweisen kann. In dieser kostbaren Zeit büffelt der angehende Homöopath, wie er etwa Küchenzwiebeln durch Verdünnen und Schütteln geistartige Wirkkräfte entlocken und welche Malaisen aus dem Katalog der homöopathischen Parallelwelt er damit behandeln kann.
[*/quote*]

Wer sich die Mühe des Lernens gemacht hat, wird doch wohl sagen dürfen, daß er es tat. Und er wird ebensosicher die Zeugnisse in seiner Praxis und in seiner Homepage aushängen dürfen. Schließlich gibt es in Deutschland Gewerbefreiheit.


[- PUNKT 10 -]
[*quote*]
Warum sollte es für Patienten auch nur den allergeringsten Unterschied machen, ob der homöopathische Arzt 100 Stunden oder eine Minute lang Fälle studiert hat?
[*/quote*]

Der Patient wünscht die zu wissen. Auf den Patienten und seine Wünsche ist einzugehen! Das ist sein verbrieftes Recht. Ich bitte Sie, das sagen die Medizinethiker doch selbst.


[- PUNKT 11 -]
[*quote*]
Der Ärztetag hat immer wieder betont: Das moderne Verständnis guter Medizin ist wissenschaftsorientiert. Es geht darum, wissenschaftliche Einsichten über die jeweils besten bekannten Möglichkeiten der Heilung, Linderung, Vorbeugung in den Dienst des Patientenwohls zu stellen. Idealerweise heißt das: Was sich innerhalb unserer immer komplexer werdenden Erkenntnis von Krankheitsentstehung und Krankheitsbehandlung als theoretisch plausibel herausstellt, wird weiter verfolgt. Und was sich dann in aufwendigen klinischen Studien als wirksam, als überlegen erweist, wird angeboten – und umgekehrt.
[*/quote*]

Das entspricht aber in keinster Weise den Wünschen der Patienten. Die Esoterik eröffnet den Patienten völlig neue Welten und Heilungsmöglichkeiten. Die darf man ihm nicht verwehren.

"Glaubensfreiheit""Selbstbestimmung von Patienten" und "Therapiefreiheit". So ist es doch, zumindest laut Stellungnahme der Medizinethiker.


[- PUNKT 12 -]
[*quote*]
Stichwort Evidenzbasierte Medizin: Nach diesen Maßstäben, darin sind sich international sämtliche damit befassten unabhängigen Wissenschaftsgremien einig, ist an der Homöopathie nicht mehr dran als Zuwendung und Plazebowirkungen. Nur die Lobby der Homöopathen bestreitet das.
[*/quote*]

"ist an der Homöopathie nicht mehr dran als Zuwendung und Plazebowirkungen." Am 4. Mai 2018 behauptet der Münsteraner Kreis das immer noch?


[- PUNKT 13 -]
[*quote*]
Dann aber ist es mit Blick auf Transparenz und auf das Budget der öffentlichen Hand unverantwortlich, wenn in Deutschland homöopathische Ärzte mit amtlicher Prüfplakette geadelt werden und die Krankenkassen deren Behandlungen aus Gefälligkeit zu einem großen Teil erstatten.
[*/quote*]

Die Krankenkassen handeln in eigener Regie und Verantwortung. Homöopathie aufzunehmen war deren freie Entscheidung.


[- PUNKT 14 -]
[*quote*]
 Oder sollte die Wissenschaftsorientierung, die wir im Klimaschutz, in der Flugsicherheit oder beim Brückenbau für selbstverständlich halten, ausgerechnet vor der Medizin haltmachen? Die Delegierten des Ärztetags sollten die Zusatzbezeichnung Homöopathie schleunigst weg-schütteln.
[*/quote*]

Den Begriff Feng-Shui haben die Münsteraner Medizinethiker demnach noch nie gehört?


Grob aufgeteilt in 14 Punkte ist die neue Äußerung des Münsteraner Kreises Punkt für Punkt ein Armutszeugnis. Jeder dieser Punkte bedarf einer radikalen Lektion. Wer so stockstur faktenresistent ist wie der Münsteraner Kreis, darf nie im Leben an einer Universität unterrichten.
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Thymian

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Re: Die Skeptikker vermasseln es mal wieder gründlichst
« Reply #6 on: November 22, 2018, 11:41:26 PM »

Da haben sie es mal wieder vermasselt.

https://www.ndr.de/info/podcast4124.html

https://www.ndr.de/info/sendungen/redezeit/Streit-um-die-Homoeopathie,sendung834628.html

https://mediandr-a.akamaihd.net/download/podcasts/podcast4124/AU-20181121-2205-5500.mp3

[*quote*]
Redezeit
Streit um die Homöopathie

Mittwoch, 21. November 2018, 21:05 bis 22:00 Uhr, NDR Info
Homöopathische Globuli in einer Flasche. © Fotolia.com Foto: Wolfilser

Wie sinnvoll sind Globuli?

Der Streit um die Homöopathie ist heftig wie nie. Die ersten Krankenkassen wollen die Globuli nicht mehr auf ihre Kosten erstatten. Gesundheitsminister Spahn fordert eine Reform der Heilpraktikerordnung. Im Netz streiten sich Befürworter und Gegner und nutzen den strittigen Hashtag #Globukalypse.

Helfen Globuli bei Erkrankungen? Wie sieht die medizinische Forschung aus? Was ist mit dem vielbeschworenen Placebo-Effekt? Und warum schwören trotzdem Millionen von Bundesbürgern auf die zuckrigen Kügelchen?

Redezeit-Moderator Andreas Kuhnt begrüßt als Gäste:

Dr. Jens Behnke
zuständig für das Referat Homöopathie in Forschung und Lehre an der Carstens-Stiftung

Dr. Norbert Aust
Netzwerk Homöopathie

Hinnerk Feldwisch-Drentrup
freier Wissenschaftsjournalist, im Team von Medwatch
[*/quote*]


Was für ein Trauerspiel. Aber das bin ich bei denen schon so gewohnt.

Julian

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Re: Die Skeptikker vermasseln es mal wieder gründlichst
« Reply #7 on: December 08, 2018, 03:30:58 AM »

Es rauscht im Koniferenwald:


https://twitter.com/NatalieGrams/status/1070574729986273282

[*quote*]
Natalie Grams @NatalieGrams

Natalie Grams Retweeted Don Sebo

1. Wer heilt, hat recht: wer nachweisen kann, dass er ursächlich für die Heilung verantwortlich war, hat recht. Homöopathie kann das nicht.
2. Mir hat es aber geholfen: n=1 ist kein Beweis, viele andere Faktoren können Ursache sein und man weiß nie, was ohne passiert wäre. (1/5)

Natalie Grams added,
Don Sebo
 @don_sebo
Weihnachtszeit rückt näher und wenn die Skeptiker dann vom Klimawandel überzeugt sind wendet sich das Tischgespräch oft anderem Hokuspokus zu. @NatalieGrams, können Sie eine Top10-Argument-samt-Debunk zur Homöopathie für die diesjährige Festtags-Saison empfehl…
11:04 PM - 5 Dec 2018

3. Ich bilde mir Placebo nicht ein: Placebo hat nichts mit Einbildung/Einreden zu tun. Sehr subtile und unterbewusste Suggestion, die bei 90% aller Behandlungen u Menschen aufritt, Homöopathie hat nicht mehr zu ,bieten‘ als das.
4. Kinder u Tiere kenenn kein Placebo: doch. (2/5)
4 replies 8 retweets 87 likes

Natalie Grams @NatalieGrams
Dec 5

5. Aber es gibt auch positive Studien: ja, aber die sind schlecht oder ihre Ergebnisse werden viel zu positiv dargestellt.
6. Ich will eben keine Chemie: alles Leben ist Chemie. Homöopathie ist C12H22O11. (3/5)
2 replies 10 retweets 90 likes

Natalie Grams @NatalieGrams
Dec 5

7. Aber ich will was Sanftes, Natürliches: Homöopathie ist keine Naturheilkunde und Naturheilkunde ist nicht immer sanft, man denke an Tollkirsche (Belladonna).
8. BigPharma ist einfach nur gegen Homöopathie: Globuli werden von BigPharma hergestellt und genauso vertickt (4/5)
2 replies 12 retweets 97 likes

Natalie Grams @NatalieGrams
Dec 5

9. Homöopathie-Gegner werden nur bezahlt: Ja, von ihrem Arbeitgeber für ihre Arbeit, Aufklärung über #Homöopathie machen sie in ihrer Freizeit.
10. Ich glaub aber weiter dran: Frohe Weihnachten! (5/5)

4 replies 8 retweets 113 likes
[*/quote*]


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Moses2

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Re: Die Skeptikker vermasseln es mal wieder gründlichst
« Reply #8 on: December 08, 2018, 12:26:14 PM »

Autsch! Was die Grams da phantasiert, ist sowas von peinlich.


https://www.spektrum.de/kolumne/die-quecksilberbombe-in-der-plombe/1607242

[*quote*]
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    Grams' Sprechstunde
    09.11.2018
    Lesedauer ca. 5 Minuten
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Grams' Sprechstunde: Die Quecksilberbombe in der Plombe
Wenn etwas feststeht, dann doch eins: Amalgam gehört raus aus dem Mund, weil: Quecksilbertodesgefahr! Oder doch nicht?
von Natalie Grams
Plombenschau beim Dentisten
© asbe / Getty Images / iStock (Ausschnitt)

»Amalgam ist doch voll gefährlich für den Körper«, meinte neulich eine gute Freundin, eine Apothekerin, voller Überzeugung, »das ist doch bewiesen!« »Nein«, gab ich zurück – mitnichten. »Von allen Alternativen zur Zahngesunderhaltung ist Amalgam die unschädlichste – und die am besten erforschte.« Daraufhin war die Stimmung etwas eisig, wie so oft, wenn Faktenwissen und gefühltes Wissen kollidieren – und wenn man sich auch selbst vor lauter Mythen und Märchen erstmal verorten muss.
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Gefühltes Wissen findet man beim Thema Amalgam ähnlich oft wie beim Thema Impfen: So hartnäckig wie der Glaube an eine Unzahl (merkwürdigerweise bisher unerkannter) Impfschäden hält sich der Glaube an die (unerhörte) Gesundheitsgefahr durch Amalgam. Im Internet findet man unter dem Suchbegriff »Amalgam« genau wie unter »Impfen« seitenlang Warnungen, Horrormeldungen und Halbwahrheiten, die es Laien schwer machen, zum tatsächlich aktuellen Stand des Wissens vorzudringen. Die Amalgam-Angst scheint in der Zahnheilkunde ein ähnlicher Dauerbrenner zu sein wie die längst widerlegte und trotzdem weiter grassierende Autismus-Impflüge in der Medizin.

Aber der Reihe nach: Wenn ein Zahn kaputt zu gehen droht – meist durch Karies –, dann muss er erhalten und versorgt werden. Allerdings ist es bisher nicht möglich, verlorene Zahnsubstanz durch wirklich natürliches Material zu ersetzen. Nun kommt Amalgam ins Spiel, ein nicht besonders ansehnlicher, aber kostengünstiger Metallgemengefüllstoff. Amalgam ist lange haltbar, leicht zu verarbeiten und schrumpft nicht zusammen – das stoppt Mikrorisse, an deren Rändern neue Zahnfäule entstehen kann. Zudem ist es leicht antibakteriell, so dass es das Wiederentstehen von Karies verhindern hilft. Außerdem können es Zahnärzte in der Praxis herstellen, statt wie beim Goldinlay extra ein Zahnlabor bemühen zu müssen – das macht es recht günstig, und bei den Kassen im Gegensatz zu anderen Alternativen zuzahlungsfrei. Nur: Neben Silber, Zinn und Kupfer besteht Amalgam zur Hälfte aus Quecksilber. Quecksilber?

Da gehen nun alle Alarmglocken an: Wenn überhaupt etwas »chemisches Allgemeinwissen« ist, dann dies: Quecksilber ist Gift! Böse Chemie! Todesgefahr! Quecksilber ist giftig, das weiß jeder, und das stimmt natürlich auch – irgendwie. Und obwohl auch beim Quecksilber die Regel »Die Dosis macht das Gift« gilt, kurbelt gefühltes Wissen nun eine imposante Angst- und Mythenmaschinerie an, die das viel verwendete Amalgam fest ins Visier nimmt.
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Nun liegt das Quecksilber im Amalgam allerdings gar nicht in freier Form vor, sondern ist fest in einer Legierung gebunden – fein verteilt in einer homogenen, festen Masse metallischer Bestandteile. Moderne Amalgamlegierungen werden ständig weiterentwickelt – und schon lange kann sich keine relevante Menge freies Quecksilber mehr daraus freisetzen. Tatsächlich nehmen wir mit der Nahrung oft (vor allem als Fan von gut zubereiteten Seefischen) mehr Quecksilber auf, als aus dem Füllmaterial Amalgam freigesetzt werden. Auch passionierte Fischesser bekommen dabei im Regelfall Konzentrationen weit unter den Grenzwerten für eine Gesundheitsgefährdung mit.

Und so gibt es bis heute keine seriöse Untersuchung, die einen konkreten Schaden durch Amalgam belegt. Ein Positionspapier der Bundeszahnärztekammer fasst die die Lage im Juni 2018 zusammen: »Es konnte bisher jedoch keine Studie nachweisen, dass Amalgamfüllungen in einem ursächlichen Zusammenhang mit degenerativen Krankheiten, anderen Krankheiten oder sonstigen unspezifischen Symptomen stehen.« Aber was was liest man über Amalgam, sobald man das Internet aufmacht? »Bombe in der Plombe«! Der »Feind in deinem Mund«! Mein Mund soll »metallfrei bleiben«! Krebs, Depression, chronische Müdigkeit, Kopfschmerzen und Unfruchtbarkeit, und noch viel mehr soll es zudem auslösen, das Amalgam. Und leider liest man das nicht nur auf unseriösen Seiten und Schwurbelblogs, die Verunsicherung von Ratsuchenden zum Geschäftsmodell gemacht haben: Auch so manche Zahnarztseite beteiligt sich an derlei Irreführung.

Damit muss ich auch vor mir selbst den stillen Vorwurf revidieren, den ich meiner Apothekerfreundin gemacht hatte, die es doch eigentlich besser wissen müssen. Schon gar nicht sind ratsuchenden Menschen »Schuld daran«, dass sie fehlinformiert werden. Tatsächlich kennt die Medizin die »psychogene Amalgamintoleranz«, ein typisches Nocebo-Krankheitsbild, bei denen die Patienten durch ihren unbedingten Glauben an die Amalgammythen körperliche Symptome fast jeglicher Art entwickeln – auf Grund von Mythen! Ist das nicht tragisch? Sie erinnern sich vielleicht daran, dass ich Ihnen schon einmal erzählt habe, dass nur deshalb nach neuen Impfzusatzstoffen geforscht wird, weil die Impfraten aus lauter unbegründeter Angst der Menschen vor den Mythen über die verwendeten Zusatzstoffe sinken. Hier ist es nicht anders.
Dabei kann man Amalgam durchaus durch Alternativen wie Gold, Keramik oder Kunststoff ersetzen. Keramik und insbesondere Kunststoff müssen allerdings zum Beispiel mit Spezialklebern – einem »Bonder« – in den Zahn geklebt werden, damit sie nicht gleich wieder herausfallen. Der Bonder enthält nun Stoffe, über deren potenzielle Schädlichkeit sehr viel weniger bekannt ist: Zu Amalgam liegen, wegen des ja wirklich giftigen Quecksilbers, weit mehr Daten aus internationalen Studien vor als zu jedem anderen Füllmaterial. Gerade Komposit-(Kunststoff)-Füllungen bestehen aus einer solchen Vielzahl von Einzelsubstanzen, dass eine Gesamtbeurteilung der Toxizität bislang noch gar nicht möglich ist.

Bekannt ist dagegen, dass Kunststoffkleber Bisphenol A enthalten – welches eventuell zellschädigend wirken kann. Auch kann eine Allergie gegen Bisphenol A und andere Kleberstoffe wie Methacrylate vorliegen, und das sehr viel häufiger als gegen Inhaltsstoffe des Amalgams. Klar, man kann einwenden, dass das Grau der Plomben hässlich ist – gerade im Frontzahnbereich zahlen Krankenkassen mittlerweile deshalb auch Kunststofffüllungen. Ein Austausch intakter Amalgamfüllungen gegen Kunststofffüllungen oder Keramikinlays ist nach Lage der Dinge allerdings nicht sinnvoll.

Halten wir also fest: Ja, eine minimale Quecksilberfreisetzung aus Amalgam gibt es durchaus. Und nein, eine Gesundheitsgefährdung ergibt sich daraus nicht. Insgesamt ist Amalgam weltweit das Mittel der Wahl mit den geringsten Risiken.

Zwei Dinge allerdings können Amalgam doch schädlicher und gefährlicher machen als nötig: Erstens sollten vorhandene, intakte Füllung nicht aus esoterischen Gründen oder unnötiger Angst extra herausgefräst werden. Denn dabei können tatsächlich größere Quecksilbermengen frei werden als im Normalfall – und verschluckt oder als Quecksilberdampf eingeatmet werden, der besonders toxisch wirken kann. Und zweitens schadet es, wenn aus den Taschen von Menschen mit »Amalgamangst« ordentliche Summen in die Kasse der örtlichen Heilpraktiker fließen – für ein »Ausleiten« von Quecksilber, das es in relevanten Mengen im Körper gar nicht gibt, solange es in der intakten Amalgamfüllung gebunden ist.

Was also ist zu tun? Gelassen bleiben, wenig Süßes essen, ordentliche und regelmäßige Zahnpflege betreiben und durchaus auch auf den medizinischen Fortschritt vertrauen, der uns noch bessere Zahnfüllmaterialen bescheren dürfte. Schon heute wird an pluripotenten Stammzellen geforscht, aus denen Zahnärzte irgendwann einmal auch Zahnsubstanz und Dentin (eine körpereigene Mineralienschutzschicht um den Zahn) neu wachsen lassen können. Auch neue Wege der Kariesprophylaxe sind vorstellbar – um irgendwann die meisten Füllungen ganz überflüssig zu machen. Bis dahin werden – da bin ich sicher – jedoch auch neue angstmachende Mythen gewachsen sein. Machen Sie da nicht mit!

PS: Zum Aufreger machten professionell Amalgambesorgten übrigens gerade eine bald europaweit geltende Verordnung, die den Quecksilbereintrag in die Umwelt bis 2030 deutlich zu reduzieren versucht. Darin wird im Prinzip nur auf auf EU-Ebene geregelt, was in Deutschland schon Standard ist: Zahnarztspülwasser, in dem kleinsten Mengen an freiem Quecksilber enthalten sein können, darf erst nach gründlicher Reinigung in das Abwasser entlassen werden. Amalgamgegner sehen damit die Gefährlichkeit von Amalgam hochoffiziell bestätigt. Tatsächlich ist das eine Fehlinterpretation. Verhindert werden soll, dass sich winzige Mengen von Quecksilber im Lauf der Zeit im Ökosystem zu allmählich immer größeren Mengen ungebremst ansammeln. Erst das könnte im schlimmsten Fall (etwa einer Anreicherung in der Nahrungskette) dazu führen, dass auch der Mensch in Gefahr gerät, wenn er einen schwermetallverseuchten Fisch isst – und dabei dann viel mehr Quecksilber aufnimmt, als seine Amalgamfüllungen jemals abgeben könnten.
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Natalie Grams
Natalie Grams
Die Autorin ist Medizinerin und ehemalige Homöopathin. Sie hat die Bücher »Gesundheit! Ein Buch nicht ohne Nebenwirkungen« und »Homöopathie neu gedacht - Was Patienten wirklich hilft« verfasst. In Ihrer Kolumne »Grams' Sprechstunde« schreibt sie regelmäßig über das Spannungsfeld zwischen Ärzten und Patienten.
[*/quote*]
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Save the Whales! Rule the Seas!

RadlMadl

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Re: Die Skeptikker vermasseln es mal wieder gründlichst
« Reply #9 on: December 09, 2018, 04:35:31 PM »

Noch eine Steilvorlage.

https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/ueber-uns

[*quote*]
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    Veröffentlicht: 01. März 2016

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Das Informationsnetzwerk Homöopathie (INH) ist ein Zusammenschluss von über 60 Experten und Wissenschaftlern.
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erzaehlmirnix 04
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Als Gremium der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V. (GWUP) sind wir dieser aus organisatorischen Gründen angegliedert, jedoch von ihr unabhängig und es besteht keine Notwendigkeit einer Mitgliedschaft. Einige von uns sind GWUP-Mitglieder, andere nicht. Wir werden in unserer Verbraucher-Aufklärungsarbeit auch vom Deutschen Konsumentenbund unterstützt.

Wir fühlen uns einer sachlichen und auf nachprüfbaren Fakten basierenden Argumentationsweise verpflichtet. Auch Menschen, die unsere Sichtweise nicht teilen, insbesondere bei gegenteiliger Ansicht, begegnen wir mit persönlichem Respekt und der gebührenden Achtung, auch wenn dies umgekehrt nicht der Fall sein sollte.

Wir haben das Informationsnetzwerk Homöopathie gegründet, damit Sie die Chance haben, sich ausgewogen über die Homöopathie im Netz informieren zu können und auch, um ein Gegengewicht zu den übertrieben positiven oder ganz krass negativen "Storys" zu schaffen.

 
Was wir wollen

Wir sind nicht nur gegen die Homöopathie. Wir sind dafür, ...
... dass Sie die richtigen Informationen über Homöopathie bekommen.

Wir möchten Ihnen gern erklären,

    was an der Homöopathie, die Hahnemann vor 200 Jahren erfunden hat, heute noch stimmt. Und was nicht.
    wie Homöopathie wirkt. Und wie nicht.
    warum Schütteln keine Information oder Energie erzeugt.
    warum kein Wirkstoff und keine Information/Energie mehr in den Globuli ist.
    was genau den Erfolg der Homöopathie ausmacht.
    was ein Placebo (oder Kontext-Effekt) ist.
    dass es Placebo-Effekte auch bei Kindern und Tieren gibt.
    dass Placebo-Effekte nichts mit Glauben zu tun haben.
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    wie die Studienlage zur Homöopathie ist.
    warum die Studienlage überhaupt wichtig ist.
    was an dem Satz "Wer heilt, hat recht" falsch ist.
    warum die Wissenschaft gegen manche Behauptungen der Homöopathie ist.
    warum wir der Wissenschaft Recht geben und nicht der Homöopathie.
    was Wissenschaft, bzw. die wissenschaftliche Methode, eigentlich ist.
    warum wir die wissenschaftliche Methode in der Medizin brauchen.
    warum es nicht "mehr zwischen Himmel und Erde gibt", als die Wissenschaft weiß.
    warum die Homöopathie falsche Heilsversprechen herausgibt.
    was Esoterik/Pseudomedizin und "richtige" Medizin unterscheidet.
    warum wir finden, dass die Homöopathie heute kein Teil der Medizin mehr sein kann.
    warum wir uns da so sicher sind.

 

Wir haben die Hoffnung, dass Sie aufgeklärt werden wollen, dass Sie wissen wollen, was es mit der Homöopathie auf sich hat, dass es Sie interessiert, was Hahnemann wirklich gesagt hat und dass er das vor 200 Jahren getan hat. Und dass sich seither in Medizin und Wissen vieles verändert hat, weswegen wir heute anders denken und urteilen können als er. Dafür habe wir das Informationsnetzwerk Homöopathie ins Leben gerufen. Nicht um einfach "gegen Homöopathie" zu sein, dafür hätten wir uns die Mühe sparen können. Sondern um Sie zu erreichen. Sie möchten sicherlich erfahren, wie sich die wahrgenommene Wirkung der Homöopathie heute erklären lässt und welche Grenzen diese Wirksamkeit hat. Wir sorgen uns um Ihre Gesundheit und auch um die Ehrlichkeit innerhalb der Medizin. Wir möchten nicht, dass falsche Behauptungen über die Homöopathie Sie verunsichern und Ihnen und Ihren Kindern schaden.
 
Wir wollen nicht länger dazu schweigen, ...

    dass Patienten falsch oder unzureichend informiert werden und falschen Heilsversprechen Glauben schenken, die zu gesundheitlichen Schäden führen können.
    dass wir Forschung gutheißen, die keinerlei Auswirkung auf die homöopathische Behandlungspraxis hat. Und die nur dem einen Zweck dient, dem Patienten vorzugaukeln, man wäre etwa nahe daran, einen Nachweis zu finden, dass bloße Zuckerkugeln eine gezielte Wirkungen entfalten können.
    dass angehende Ärzte auf Universitäten pseudowissenschaftliche Inhalte wie die Repertorien und das im Widerspruch zur Physik stehende Prinzip der Potenzierung lernen. Dass wir also eine Generation Ärzte ausbilden, von der wir gar nicht mehr wissen, ob sie überhaupt weiß, dass Homöopathika Placebos sind.
    dass Bauchgefühl und saubere wissenschaftliche evidenzbasierte Methodik als gleichberechtigte Nachweisverfahren zur Bestimmung des Risiko-/ Nutzenverhältnisses medizinischer Verfahren dargestellt werden - ebenso wie wissenschaftlich kritisches Denken und vorwissenschaftliche Weltbilder.

Mehr zu unserer Position finden Sie in unserer Freiburger Erklärung zur Homöopathie hier.

 

Foto: Fotolia 62553284 Pressmaster

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RadlMadl

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Re: Die Skeptikker vermasseln es mal wieder gründlichst
« Reply #10 on: December 09, 2018, 04:39:57 PM »

Das gehört zur Steilvorlage:

https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/aerztliche-fortbildung

[*quote*]
Details
    Veröffentlicht: 31. Oktober 2016

Achtung! Anmeldung nicht mehr möglich - neue Fortbildung für 2018/19 geplant
Zertifizierte ärztliche Fortbildung                                                 
 18 CME Punkte sind von der Landesärztekammer Baden-Württemberg genehmigt
Homöopathie:
Von der medizinischen Avantgarde zum wissenschaftlichen
Anachronismus - Was Ärzte über Homöopathie wissen sollten

Dieses Wochenendseminar wendet sich an Ärzte aller Fachgebiete, die mit Homöopathie konfrontiert werden und ihre Patienten fundiert bei der Suche nach der für sie richtigen Vorgehensweise unterstützen wollen.

Ziel des Seminars ist es, den Ärzten detaillierte Informationen zur Homöopathie zu liefern, dabei insbesondere die Erkenntnisse der modernen Gesundheits- und Naturwissenschaften zu berücksichtigen. Die Teilnehmer sollen in die Lage versetzt werden, irrige Behauptungen und überholte Sichtweisen der homöopathischen Lehre zur erkennen und zu bewerten und damit befähigt werden, ihre Patienten zu deren Wohl optimal bei der Auswahl einer geeigneten Therapie zu unterstützen. Dies beinhaltet auch die Auseinandersetzung mit oftmals wenig reflektierten und stereotyp vorgebrachten "Argumenten" für die Homöopathie.

10.-12. März 2017 im Art Hotel Heidelberg             (Link zum Hotel)

 

Zur Anmeldung
 
Programm
Freitag, den 10. März 2017
ab 19:00:    Eintreffen der Teilnehmer, Begrüßungscocktail an der Bar
20:00 - 22:00    Workshop: Homöopathie in der Arztpraxis
Im Spannungsfeld zwischen Patientenwunsch und Abrechnungsmöglichkeiten
Leitung: Dr. Wolfgang Vahle
Samstag, den 11. März 2017
09:00 - 09:45    Homöopathie in der Öffentlichkeit
Das Selbstbild der Homöopathie: sanft, ganzheitlich, sicher und effektiv
Auswirkungen der Homöopathie im Praxisbetrieb und für den Patienten
Geburt und Betreuung kleiner Kinder als Einstieg in das System Homöopathie
Vortrag: Dr. Natalie Grams
09:45 - 10:30    Homöopathie in der Öffentlichkeit (Forts.)
Homöopathie im Arzneimittelgesetz und der Approbationsordnung
Apothekenpflicht und Kostenübernahme durch die GKV
Homöopathie und Glaube
Vortrag: Dr. Wolfgang Vahle
10:30 - 11:00    Kaffeepause
11:00 - 11:45    Historischer Überblick
Die Person Samuel Hahnemanns, des Erfinders der Homöopathie
Medizinbetrieb und Wissenschaft zur Zeit Hahnemanns
Historische Erfolge und deren Übertragung in die heutige Zeit
Vortrag: Dr. Norbert Aust
11:45 - 12:30    Die homöopathische Lehre
Chinarindenversuch und Ähnlichkeitsprinzip
Potenzierung und kleinstmögliche Dosierung
Homöopathische Arzneimittelprüfung als Behandlungsgrundlage
Lebenskraft und Miasmen als Grundlage der Krankheitslehre Hahnemanns
Vortrag: Dr. Natalie Grams
12:30 - 14:00    Mittagspause
14:00 - 14:45    Die homöopathische Lehre (Forts.)
Unterarten und Stilrichtungen der Homöopathie
Derivate: Schüßler, Bach, Anthroposophie, Spagyrik
und Degenerierungen: Körbler, Quantenhomöopathie ...
Homöopathie vs. Naturheilkunde
Widersprüche innerhalb der Lehre
Vortrag: Dr. Natalie Grams
14:45 -15:30    Homöopathie und Wissenschaft
Physik und Potenzierung
Erklärungsmodelle und Fehlinterpretationen
Vortrag: Dr. Norbert Aust
15:30 - 16:00    Kaffeepause
16:00 - 16:45    Homöopathie und Wissenschaft (Forts.)
Biologie und Ähnlichkeitsprinzip (Physiologie, Pharmakologie)
Medizin (Heilungsmechanismen, chronische und akute Verläufe)
Wahrnehmungspsychologie und Erfahrungen von Patienten und Therapeuten
Vortrag: Dr. Wolfgang Vahle
16:45 - 17:30    Workshop
„Risiken und Nebenwirkungen unwirksamer Mittel und Grenzen von Placebos“
Leitung: Dr. Wolfgang Vahle
17:30 - 17:45    Kurze Pause
17:45 - 18:30    Homöopathie und Wissenschaft (Forts.)
Wissenschaftstheorie und Forschungsmethodik
Studiendesign und Anforderungen
Vortrag: Dr. Norbert Aust
18:30 - 19:15    Homöopathie und Wissenschaft (Forts.)
Ergebnisse von Einzelstudien und Systematischen Reviews
Vortrag: Dr. Norbert Aust
ab 19:15    Abendessen, zwangloses Treffen und Erfahrungsaustausch
Sonntag, den 12. März 2017
09:00 - 09:45    Homöopathie in der Anwendung
Wirtschaftliche Bedeutung
Ausbildungs- und Prüfungswesen
Standardargumente der Befürworter
Podiumsdiskussion, Fragen der Teilnehmer
Leitung: Dr. Natalie Grams
09:45 - 10:30    Homöopathie in der Anwendung (Forts.)
Leitung: Dr. Natalie Grams
10:30 - 11:00    Kaffeepause
11:00 - 11:45    Schlussfolgerungen
Koexistenz von Homöopathie und Medizin im 21. Jahrhundert?
Schadenspotenzial für den Patienten
Schadenspotenzial für die Gesellschaft ('Demontage der Wissenschaft')
Vortrag: Dr. Wolfgang Vahle
11:45 - 12:30    Schlussfolgerungen (Forts.)
Kinder zu Globuli-Junkies
Ethische Fragestellungen beim Einsatz von Homöopathika als Placebos
Vortrag: Dr. Natalie Grams
12:30 - 13:30    Mittagessen
13:30 - 14:15    Workshop (Gruppenarbeit mit Vortrag)
'Umgang mit Patienten: Aufklärung und Schutz'
'Anwendung der Homöopathie in der Praxis'
Leitung: Dr. Natalie Grams
14:15 - 15:00    Workshop (Forts.)
Leitung: Dr. Natalie Grams
15:00    Ende des Wochenendseminars
Beantragt:    20 CME-Punkte
Kategorien:    A (Vortrag mit Diskussion): 14 Einheiten á 45 min.
C (Workshop): 3 Einheiten á 45 min
Ärztekammer:    Landesärztekammer Baden-Württemberg

Wissenschaftlicher Leiter:
Dr. med. Wolfgang Vahle, Paderborn
Vortragende:

Dr. med. Natalie Grams

    Ärztin
    Zusatzbezeichnung Homöopathie, langjährige homöopathische Tätigkeit in Privatpraxis
    Buchautorin „Homöopathie neu gedacht“
    Leiterin Informationsnetzwerk Homöopathie

Dr. med. Wolfgang Vahle

    Facharzt für HNO mit eigener Praxis in Paderborn
    Zertifikat: Ärztliche Qualifikation als Audiologe und Neurootologe (BV HNO)
    Zertifikat: Notfallmanagement der Anaphylaxie
    Urkunde: Qualitätssiegel Allergologie (BV HNO)
    Autor eines eigenen Blogs zur Aufklärung über Alternativmedizin

Dr.-Ing. Norbert Aust

    Langjähriger Leiter Forschung und Entwicklung sowie Qualitätsmanagement in der Industrie
    Buchautor 'In Sachen Homöopathie - eine Beweisaufnahme'
    Mitglied des Editorial Board 'Focus on Alternative and Complementary Therapies' (Herausgeber Prof. Edzard Ernst, Exeter, UK)
    Veröffentlichungen und Leserbriefe zu Homöopathie-Studien (FACT, Ochsner Journal, Complementary Therapies in Medicine)

Teilnehmerzahl:

    max. 25 Teilnehmer
    wird die Mindestzahl von 10 Teilnehmern 6 Wochen vor der Veranstaltung nicht erreicht, kann die Veranstaltung abgesagt werden.

Veranstaltungsort:

Art Hotel Heidelberg
Grabengasse 7
69117 Heidelberg             (Link zum Hotel)

Sponsoring: Die Veranstaltung wird von keiner Organisation oder Einzelperson gesponsort. Der Deutsche Konsumentenbund übernimmt die Schirmherrschaft.

Kosten:

    Teilnahmegebühr € 350,- pro Person
    Absagen:
    später als 6 Wochen vor Veranstaltungsbeginn fallen 50 % der Teilnehmergebühr an
    später als 1 Woche vor Veranstaltungsbeginn werden 330 Euro erhoben
[*/quote*]


[Typo beseitigt. ET]
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